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Neue Fundstücke für das Heimatmuseum

Rathenow Neue Fundstücke für das Heimatmuseum

Modezeitschriften aus den Jahren 1917 bis 1944 lagern nun im Fundus des Fördervereins Heimatmuseum und sollen Teil einer großen Ausstellung werden. Bis es soweit ist, muss der Förderverein noch Räume für ein Museum finden. Die Zeitschriften hat Gabriele Matthies entdeckt.

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Gabriele Matthies (links) übergibt Peter Dietze die alten Zeitschriften.

Quelle: Norbert Stein

Rathenow. Faltenröcke gehörten schon Anfang des 20. Jahrhunderts zur Damenmode. Jedoch war es für die Damen nicht einfach Faltenröcke zu erwerben, weil Stoffe knapp waren damals. Getragen haben Frauen vor 100 Jahren lange oder dreiviertellange Faltröcke. Kurze Röcke galten zu jener Zeit noch als unzüchtig. Auch Schlupfblusen eroberten um 1920 die Damenmode. Besonders für Herren: schon damals wurde für Mittel gegen Haarausfall geworben.

Im Container entdeckt

Nachzulesen sind die Modetrends jener Zeit und Tipps für Schnittmuster oder Haushaltsführung in alten Zeitschriften. 120 solcher Modezeitschriften aus den Jahren 1912 bis 1944 hat Gabriele Matthies am Dienstag dem Förderverein Heimatmuseum Rathenow übergeben. Gabriele Matthies ist vielen Leuten in der Region als Frau Harke bekannt. In der Tracht der Schutzpatronin für das Havellands führt sie Besucher durch die Rathenower Altstadt oder erzählt im Besucherzentrum Milow alte Geschichten. Weil sie sich für die Heimatgeschichte und ihrer Bewahrung engagiert, ist Gabriele Matthies auch Mitglied im Förderverein Heimatmuseum Rathenow. Bei einer Haushaltsauflösung in Strodehne sollten die alten Modezeitschriften mit anderem Material entsorgt werden. Gabriele Matthies hat sie in einem Container entdeckt und wieder herausgeholt. „So etwas wirft man nicht weg. Es ist Geschichte“, schildert sie ihre Beweggründe. Und so kam sie zu Ausgaben der „Modezeitung fürs Deutsche Haus“, „Beyers Modenblatt“ und zu weiteren Modezeitschriften, die sie vor der Vernichtung bewahrte.

Einfluss auf das Leben

Dem Förderverein Heimatmuseum Rathenow übergeben hat sie die Exemplare zur Bereicherung seines Geschichtsfundus. Die Modezeitschriften sind beim Förderverein in guter Obhut, ist sich die Spenderin sicher – auch wenn die Exemplare nicht zur unmittelbaren Rathenower Geschichte gehören. „Heimatgeschichte bezieht auch das Umland ein. Das Leben der Menschen in der Stadt wurde auch früher schon von überregionalen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen oder Trends beeinflusst“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins Heimatmuseum Rathenow Peter Dietze. „Dazu gehört auch die Mode und deshalb sind die Zeitschriften bei uns richtig und gut aufgehoben“, ergänzt Olaf Schwaß, der für den Vorstandes das Büro des Fördervereins betreut.

40 Mitglieder im Förderverein

Der Förderverein mit derzeit 40 Mitgliedern ist auch an weiteren historischen Aufzeichnungen, Dokumenten, Fotos und anderen Unterlagen aus dem Leben der Stadt und seiner Einwohner interessiert. Wegwerfen wäre falsch, meinen Dietze und Schwaß. Sogar alte Briefe können so interessant sein, dass man sie dem Fundus des Vereins zufügen sollte. Erst kürzlich hat der Förderverein von einer Frau aus Berlin Unterlagen vom ehemaligen Geschäft „Fleischerei/Bier- und Weinstuben Mühlberg“ in der Bahnhofsstraße übergeben bekommen. „Es sind äußert interessante und für die Stadtgeschichte wertvolle Papiere“, schätzt Peter Dietze ein.

Zunächst ab in den Fundus

Die alten Modezeitschriften kommen erst einmal zur den weiteren Sammelstücken, die der Förderverein in trockenen Räumen lagert. Seit seiner Gründung im Jahr 2009 bemüht sich der Förderverein um geeignete und finanzierbare Räumlichkeiten für ein Heimatmuseum. Bisher ohne Erfolg. „Aber wir sind dran und weiter auf der Suche“ , versichert der Vorsitzende. Er gibt die Hoffnung, alsbald eine Lösung zu finden, nicht auf.

Ausstellungen in der MBS

Regelmäßige Ausstellungen zur Stadtgeschichte hat der Förderverein vor allem in der Rathenower Hauptfiliale der Mittelbrandenburgischen Sparkasse. Das Büro des Fördervereins in der Steinstraße 1 ist Dienstag und Mittwoch von jeweils 10 bis 17 Uhr geöffnet für Besucher, an den anderen Tagen nach Vereinbarung (Telefon 0162/6286547).

Von Norbert Stein

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