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Havelland Neue Jugendkoordinatorin in Ketzin/Havel
Lokales Havelland Neue Jugendkoordinatorin in Ketzin/Havel
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15:05 21.03.2018
Olivia Vogel vor dem Ketziner Jugendklub. Quelle: Jens Wegener
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Ketzin/Havel

Noch ist Olivia Vogel in der Probezeit. Trotzdem hat die 28-jährige in den vergangenen Wochen schon ihren Anteil daran, dass es in den Ortsteilen Etzin und Tremmen wieder Jugendräume geben wird. „Wir können in Tremmen im Sozialgebäude am Sportplatz zunächst mittwochs ein Angebot für die Kinder und Jugendlichen machen. In Etzin ist die Mehrzweckalle nutzbar, weil die bisherigen Container nicht mehr als Treff zur Verfügung stehen“, sagt die neue Ketziner Jugendkoordinatorin.

Die junge Frau aus Brandenburg/Havel hat die Nachfolge von Eik Schmiljun angetreten, der aus beruflichen Gründen Ende 2015 zurück in seine Heimatstadt Berlin gegangen ist. Wie Schmiljun ist Olivia Vogel beim Verein Mikado in Nauen angestellt. Ihre Stelle mit 34 Wochenstunden wird komplett von der Stadt Ketzin/Havel finanziert.

Zwar hat die Neue noch kein eigenes Büro im Rathaus, aber sie ist fast täglich im Jugendklub an der Stege anzutreffen. Dort erledigt Olivia im Büro von Jugendklubleiter Mike Kozak ihre Büroarbeiten. „Die Absprachen mit den Betreuern in den Ortsteilen wie Zachow und Falkenrehde gehören genauso dazu wie das Planen von Verstaltungen und deren Abrechnungen. Insgesamt stellt ihr die Stadt pro Jahr für die Jugendarbeit inklusive der Anschaffung von Technik oder Spielgeräten 5000 Euro bereit. „Demnächst werden wir zwei Tischtennisplatten für Tremmen geliefert“, sagt die Koordinatorin.

Ketzin war ihr bisher fremd

Nach Ende des Germanistik- und Französisch-Studiums war Olivia Vogel auf Jobsuche. Sie absolvierte Praktika in Zeitungs- und Online-Redaktionen, wollte eigentlich in den journalistischen Bereich gegen. Aber dann kam es anders: „Ich habe mehrere Nachwuchs-Volleyballteams in Brandenburg und Oranienburg trainiert und gemerkt, dass ich gut mit jungen Menschen umgehen kann. Als ich dann die Anzeige von Mikado im Internet gelesen habe, dachte ich: bewirbt dich doch“. Sie wurde ausgewählt und schwenkt nun auf die Erzieherlaufbahn um. „Im September beginnt die dreijährige Ausbildung, die ich an zwei Wochentagen machen werde“, sagt die junge Frau, die immer noch aktiv Volleyball spielt.

Die Ketziner Umgebung inklusive der Ortsteile waren ihr bisher fremd, was sich inzwischen geändert hat. Mike Kozak ist mit ihr auf Erkundungstour gegangen. Auch viele Kommunalpolitiker und die Schuldirektoren hat Olivia Vogel schon kennen gelernt. Entgegen kommt ihr, dass es in Ketzin, dank des Engagements ihres Vorgängers, einen Kinder- und Jugendrat mit zehn bis zwölf Leuten gibt. „Mit ihnen treffe ich mich regelmäßig und erfahre dabei, was die Kinder wollen, wo es Schwierigkeiten gibt.“, sagt Olivia Vogel.

Kinderdisko und Volleyballturniere

Einige Ideen hat sie im Kopf, die jetzt mit der Stadt und den Jugendklubbetreuern abgestimmt werden müssen. So soll es eine Kinderdisko im Haus der Begegnung in Ketzin geben, Grillabende, Volleyball- und vor allem Beachvolleyballturniere im Sommer im Strandbad. Mit dem Kleinbus von Mikado könnten die Kinder und Jugendlichen aus den Ortsteilen dann punktuell nach Ketzin geholt werden. „Ich würde mich freuen“, sagt die 28-Jährige, „wenn sich in Tremmen und Etzin noch ehrenamtliche Helfer finden, die die Jugendlichen stundenweise betreuen.“

Das klappt im Ketziner Jugendklub bestens, wie Mike Kozak sagt: „Ohne Ellen Albrecht und Stephan Henkel könnten wir die Öffnungszeiten nicht aufrecht erhalten. Wenn ich zum Beispiel eine Tagesfahrt in die Turm-City Oranienburg begleite, wäre der Klub für alle anderen zu.“ Umso dankbarer ist Mike Kozak der Stadt Ketzin, weil die dafür sorgte, dass er wie bisher 40 Wochenstunden im Jugendklub arbeiten kann. Der Landkreis Havelland, der sich bisher mit der Stadt die Personalkosten für Mike Kozak teilte, wollte, dass der Jugendklubleiter nur noch 20 Stunden im Klub ist und 20 Stunden als Sozialarbeiter an der Ketziner Oberschule wirkt. Diese Aufteilung lehnten die Stadtverordneten ab und entscheiden sich, den vom Landkreis gekürzten Förderanteil von 25 Prozent auch noch zu übernehmen.

Von Jens Wegener

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