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Havelland Neue Kostenprüfung: Hallenbad liegt auf Eis
Lokales Havelland Neue Kostenprüfung: Hallenbad liegt auf Eis
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00:18 05.03.2017
Die Falkenseer müssen sich noch ganz schön abstrampeln, bis sie ihr Hallenbad bekommen. Quelle: dpa
Falkensee

Das Projekt Hallenbad in Falkensee kam am Mittwochabend in die Warteschleife. Die Mehrheit der Abgeordneten folgte nicht dem schwungvollen Antrag, den die Verwaltung vorgelegt hatte. Sie sieht noch erheblichen Klärungs- und Diskussionsbedarf und bremste das Projekt erst mal aus.

Standort wackelt nicht

Die Verwaltung wollte eigentlich Klarheit über den Standort, hier hatte sich der Platz am Seegefelder Bahnhof als Favorit herausgestellt, das hatte auch eine umfangreiche Bürgerbeteiligung gezeigt. Die gute verkehrliche Erreichbarkeit war das große Plus dieser Variante, auch das Grundstück gehört der Stadt bereits. Der Standort wurde am Mittwoch auch nicht infrage gestellt. Aber ein Bebauungsverfahren zur Realisierung des Hallenbades wollten die Abgeordneten dann doch nicht starten.

Stattdessen stellte die Fraktion der Grünen den Antrag, die Stadtverwaltung solle eine Nachkalkulation des Kostenplanes und eine realistische Kalkulation des Eintrittspreises für den Schwimmbetrieb vornehmen. Im Gutachten der K-Plan AG waren dazu Prognosen abgegeben worden. „Der Eintrittspreis von 7,80 Euro pro drei Stunden ist zu hoch“, sagte Ursula Nonnemacher, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Auch die Potenzialanalyse mit 231 000 Einwohner des Einzugsgebiet sah sie kritisch. „Zu optimistisch, zu geschönt“, wertete auch Elfriede Schmidt (FDP-Fraktion) das Gutachten und bezog sich darauf, dass die Einzugsbereiche der Konkurrenzbäder nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Karls Pläne abwarten

Die Konkurrenz ist nicht ausreichend berücksichtigt, meinten gleich mehrere Abgeordnete. Vor allem die Pläne für Karls Erlebnisdorf mit Hotel und Badelandschaft beunruhigen die Falkenseer. „Wir müssen da auf Karls Pläne warten und die Auswirkungen einrechnen“, sagte Ursula Nonnemacher. Auch die Hennigsdorfer Hallenbadpläne müssen berücksichtigt werden, dort soll für etwa 21 Millionen Euro ein neues Hallenbad errichtet werden.

Hintergrund

Im Jahr 2007 kam aus dem Seniorenbeirat Falkensee der Vorschlag, ein Hallenbad zu bauen. In kurzer Zeit wurden 7000 Unterschriftengesammelt und der Stadtverordnetenversammlung übergeben. Der Wunsch wurde damals zugunsten der Großinvestition Stadthalle abgelehnt.

Das Thema Hallenbad bestimmt den Bürgermeisterwahlkampf in Falkensee im Jahr 2015. SPD-Kandidat Müller warb kräftig damit.

Mehr als 8000 Falkenseer Unterschriften wurden bei einem zweiten Versuch im Jahr 2015 für den Bau eines Hallenbades gesammelt, der Seniorenbeirat übergab die Stimmen als Einwohnerantrag an die Stadtverordnetenversammlung.

Mit 20 Ja- und zwölf Nein-Stimmen haben die Abgeordneten Ende September 2015 dem Bau eines Bades zugestimmt: mit den Stimmen von SPD, Linken und einem Großteil der CDU. 2016 wurde dann für 50 000 Euro eine Konzeptstudie erstellt. Die ist inzwischen erstellt und seit Monaten komplett auf der Internetseite der Stadt einsehbar.

Ursprünglich war hier vor drei Jahren noch von einem 11-Millionen-Euro-Projekt ausgegangen worden. Auch hier arbeitet man mit der Projektentwicklungsgesellschaft K-Plan aus dem bayerischen Abensberg zusammen. Bürger und Vereine hatten hier sehr viel Extra-Wünsche in das Projekt eingebracht.

Kritik am Preisgefüge

Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD) sprach sich Mittwoch dagegen aus, das Projekt des Hallenbades in die Warteschleife zu schicken. Nach seiner Kenntnis wird das zehn Kilometer entfernte Elstaler Hotelbad keine „signifikanten Auswirkungen“ für Falkensee haben, das deutlich mehr auf Schulsport, Senioren, Schwimmen, DLRG und andere Nutzer ausgerichtet ist. Gerade die Aufzählung dieser potenziellen Nutzer ließ Amid Jabbour (FDP) das angedachte Preisgefüge kritisieren, da seien die relativ hohen Eintrittspreise und die erwarteten Einnahmen nicht zu realisieren. Er sah die prognostizierte Nutzerzahl von 134000 Besuchern im Jahr als zu hoch an.

„Ich habe Problem mit der Studie, die ist nicht belastbar“, kritisierte Hans-Peter Pohl (CDU). Sie müsse nachgebessert werden, ehe weitere Beschlüsse möglich sind. Einen Beschluss haben die Abgeordneten am Mittwoch nicht gefasst. Eine Sitzung aller Ausschüsse soll mehr Klarheit bringen, sie ist für den 22. März angesetzt.

Von Marlies Schnaibel

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