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Havelland Neue Kulturbotschaften aus Strodehne
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17:19 24.05.2016
Gabriele Konsor (l.) und Birte Hoffmann auf dem Versorgungsengpass an der Strodehner Dorfstraße. Quelle: Christin Schmidt
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Strodehne

177 Tage lang war der landmade.Kulturversorgungsraum (KVR) in Strodehne eine öffentliche Plattform für ungeplante Begegnungen mit unvorhersehbaren Folgen. Von April bis Oktober bot der Kulturkiosk mitten in Strodehne energiereiche geistige Erfrischungen für Dorfbewohner und Besucher. Anziehungspunkt des KVR war ein knallgelber Steg, der vom Kiosk-Fenster bis auf die Dorfstraße reichte und für ordentlich Zunder sorgte.

Heftig diskutierten und stritten die Bewohner. „Ist das Kunst und darf Kunst das?“, lautete die Frage, auf die es viele unterschiedliche Meinungen gab. Eine Collage aus Wortbeiträgen, die die Projektinitiatorinnen Gabriele Konsor und Birte Hoffmann im letzten Jahr gesammelt haben, bereitet den unterhaltsamen Einstieg in das neue Heft: „Ich werde mich nicht in meiner Art und Weise einschränken lassen, wo ich langzufahren habe und ich finde das hier einfach nur ne Provokation!“ „Das ist doch eher ne Verkehrsberuhigung ...“ „Das ist eine Gefahrenquelle.“

Gehört Kunst in ein Dorf?

Der gelbe Steg, der das Dorf spaltete, ist längst verschwunden, die Denkanstöße und kreativen Prozesse, die sich daraus entwickelten, finden sich nun im Wahrsager wieder. Auf 80 üppig bebilderten Seiten geht das Heft dem Projekt in Bildern und Texten auf den Grund. Reale und fiktive Geschichten, Fotos, bizarre Kollagen, kluge Exkurse und schwungvolle Zeichnungen reflektieren Leben und Kunst auf dem Land aus ungewohnten Blickwinkeln. Kritiker und Kurator Gerrit Gohlke sinniert über die Frage, ob Kunst in ein Dorf gehört und erinnert an die Bürgerversammlung im Juni 2015.

Damals vermittelte Gohlke zwischen Volksmeinung und Kunstanspruch. „Dem Ort wird zuweilen das Etikett Künstlerdorf angehängt, aber der Maßstab der Kunst kommt nicht aus dem Ort, und die amtlichen Urteile über gute und schlechte Kunst sind immer importiert“, so Gohlke. Die Kunst bringe ihren Maßstab mit und der rage stets turmhoch in den Himmel – oder eben bis auf die Dorfstraße.

Ein Logbuch gewährt Einblicke in den Alltag des Kulturexperiments

Fotografin und Kulturarbeiterin Birte Hoffmann hat die 177 Tage KVR in Bildern festgehalten, ein Lokalreporter der MAZ schreibt über den dreisten Eingriff in das Dorfleben und gibt Antwort auf die Frage, wo all das noch hinführen soll. „Dorfschreiber“ Gregor Mirwa verpackte seine Strodehner Eindrücke in einen Dorfschwank, der ebenfalls im Wahrsager nachzulesen ist. Und das KVR-Logbuch, verfasst und gezeichnet von Künstlerin Gabriele Konsor, gewährt einen Einblick in 177 Tage Kunstexperiment. Mitten im Heft versteckt sich übrigens auch die Antwort auf die eingangs gestellte Frage: „Gehört die Kuh ins Dorf?“ – „Das Dorf gehört der Kuh.“

Wer schnell ist, bekommt den Wahrsager zum Sonderpreis: Die ersten 50 gibt es inklusive Verpackung und Versand für 4,50 Euro. Einfach ein E-Mail an: wahrsager@landmade.org schicken, Lieferung auf Rechnung erfolgt umgehend.

Von Christin Schmidt

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