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Havelland Neue Kunst auf der Zitadelle
Lokales Havelland Neue Kunst auf der Zitadelle
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18:22 12.08.2018
Gemälde aus der Vogel-Serie von Julia Schramm. Quelle: Foto: Judith Meisner
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Spandau

Gleich vier Ausstellungen eröffnete Kunstamtsleiter Ralf F. Hartman am Freitag im neuen Zentrum für Aktuelle Kunst (ZAK) auf der Spandauer Zitadelle. Die langen Stuhlreihen in der Alten Kaserne reichten nicht für den Andrang des Publikums.

Die beiden Zeichner Timo Herbst und Peter Hock teilen sich den großen Raum der Galerie. Ebenfalls im ersten Obergeschoss sind die Werke der Malerin Sabine Hermann zu sehen. Julia Schramm präsentiert ihre Bilder mit Vogelgestalten im Projektraum im Erdgeschoss. Wieder sind in der Lounge Porträts zu sehen, diesmal eine Schau der Fotografin Bettina Keller.

Bleistiftstudien von Timo Herbst

Tímo Herbst, geboren 1982 in Flensburg, widmet sich Bleistiftstudien. „Sundial“ zeigt eine Analyse von Bewegungsabläufen des Choreographen William Forsythe, die er für die Tänzerin Elisabeth Waterhouse entwickelte. Zart gezeichnete Gesten, zuweilen mit Texten wie Regieanweisungen, erscheinen auf einem Fries, in weitem Bogen geschwungen, wird er auf einer zwölf Meter langen Papierbahn installativ präsentiert. Der Absolvent der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst sagt: „Die Kunst ist ein schönes Mittel, die Welt zu hinterfragen und den eigenen Horizont zu erweitern.“

Auch Peter Hock aus Heidelberg, Jahrgang 1962, setzt sich mit Wahrnehmungstheorien auseinander. Mit Kohle entstehen seine tiefschwarzen Zeichnungen. Jenes undurchdringliche Schwarz ist nur durch Reißkohle zu erreichen, also Kohle gemischt aus Ruß und Ton. Die zum Teil deckenhohen Bildwerke bestehen aus willkürlichen Formen, zuweilen mit gezeichneten Verletzungen, die wie Einschusslöcher wirken.

Besondere Papierarbeiten

Die 1961 in Meißen geborene Malerin Sabine Herrmann schichtet Farben. Über die riesigen Formate freute sich die Direktorin des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst, Ulrike Kremeier, besonders, wie sie in ihrer Einführungsrede der Schau „Exelsior“ betonte. In den Gemälden sind oftmals figurative Anteile zu entdecken. Eindrucksvoll sind die weiten Schwünge, ausgeführt mit einem breiten Quast. Eine Verbeugung vor der Collage-Künstlerin Hannah Höch sind die Papierarbeiten, in denen Sabine Herrmann Blätter mit Farbspuren wie Rahmen um kleine Klebebilder gestaltet.

Die Berlinerin Julia Schramm, Jahrgang 1985, zeigt im Projektraum die Schau „Schälen, gießen“ – das darf wörtlich genommen werden. In vielen Arbeitsgängen wird die Leinwand zunächst mit Acryl strukturiert, dann gießt sie Ölfarbe lasierend darüber. Schon in diesem eher intuitiven Stadium sucht Julia Schramm im Bildraum nach dem passenden Ort für die Vogelgestalt, die sich aus dem gegossenen Farbkosmos herausschält. Dafür werden etwa zerknüllte Lappen zu Hilfe genommen, um eine reliefartige Oberfläche zu erhalten. Zum Schluss vervollständigt Julia Schramm das Porträt eines Fantasievogels, zuweilen mit augenzwinkernden Charaktereigenschaften wie Melancholie und Arroganz.

Porträts prominenter Autoren

Die Fotografin Bettina Keller, geboren 1960 in Bremen, begleitet das Berliner Kulturleben seit Jahren mit ihrer Kamera. Die Porträts prominenter Autoren, Schauspieler und Künstler sind in der Lounge-Schau „Authors, Actors, Artists“ zu sehen; darunter Bildnisse von Marcel Reich-Ranitzki, Helmut Newton und der Berliner Ballerina Raffaela Renzi.

Info Die vier Ausstellungen im ZAK laufen bis zum 30. September, geöffnet ist montags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, Am Juliusturm 64, in Berlin-Spandau.

Von Judith Meisner

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