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Neue Leitungen unter Bauhaus-Siedlung

Haesler-Bauten werden effiktiver mit Wärme versorgt Neue Leitungen unter Bauhaus-Siedlung

Als der Bauhausarchitekt Otto Haesler im Jahr 1928 den Auftrag erhielt, am heutigen Friedrich-Ebert-Ring eine Wohnsiedlung zu errichten, da wird ihm nicht bewusst gewesen sein, dass sich die 259 Wohnungen knapp 90 Jahre später noch großer Beliebtheit erfreuen.

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Herren der Rohre: GWG-Vorstand Gerald Püschel und Jürgen Vogeler (links) von der Rathenower Wärmeversorgung, die den Auftrag zur Erneuerung der Leitungen erhalten hat.

Quelle: M. Kniebeler

Rathenow. Heute noch besticht die von der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) verwaltete Anlage durch ihre zeitlose Funktionalität. Allerdings haben fast 90 Jahre ihre Spuren hinterlassen. Und nicht nur die Wohnungen selbst müssen ‒ im Rahmen des Denkmalschutzes ‒ den modernen Standards angepasst werden. Auch die Infrastruktur bedarf der Erneuerung.

Offenkundig wurde das im Frühjahr 2012, als ein Fernwärmerohr leckschlug. Eine Untersuchung der Schadensstelle ergab, dass die gesamte Leitung nicht mehr im besten Zustand war. Also entschloss sich die GWG, die Reparatur der Schadstelle auszuweiten und in einem ersten Bauabschnitt 400 Meter Fernwärmeleitungen zu erneuern. Im Oktober konnte dieses Teilnetz, an dem 102 der 259 Haesler-Wohnungen hängen, in Betrieb genommen werden.

Damals schon sei klar gewesen, dass man auch den restlichen Teil der Fernwärmeleitungen erneuern werde, sagt GWG-Vorstand Gerald Püschel. Die Ergebnisse einer von der Rathenower Wärmeversorgung GmbH durchgeführten Untersuchung des Geländes mit Wärmebildkamera bestärkten Püschel in seinem Vorhaben. Die Luftaufnahmen zeigten die Wärmeverluste der unterirdischen Leitungen deutlich auf. Bis zu 20 Prozent der Energie, so die Schätzung von Fachleuten, gehe beim Durchfluss des erhitzten Wassers durch die schlecht isolierten und schadhaften Leitungen verloren.

Grund genug, mit dem zweiten Abschnitt der Leitungserneuerung schnell zu beginnen. Seit dem Sommer wurden 150 Meter Fernwärmeleitung neu verlegt. Die Warmwasserleitungen in diesem Abschnitt wurden gleich mit erneuert. An dem neuen Netz, das sich nun in Sachen Isolation auf dem energietechnisch neuesten Stand befindet, hängen weitere 101 Wohnungen.

Abgeschlossen wird die Leitungserneuerung im Sommer 2014. Dann werden noch einmal Fernwärmerohre mit einer Gesamtlänge von 360 Metern verlegt, über welche die verbliebenen 56 GWG-Wohnungen versorgt werden. Rund 215000 Euro wird die GWG dann in die Erneuerung des Fernwärmeleitungsnetzes zur Versorgung der Haesler-Bauten investiert haben. Gerald Püschel betont, dass die Mieten nicht erhöht wurden, um dieses Vorhaben zu finanzieren. Durch die Energieeinsparung werde sich die Investition refinanzieren.

In puncto Effizienz und Funktionalität kann also an dem Vorhaben nichts ausgesetzt werden. Also hätte es wahrscheinlich auch Otto Haesler gutgeheißen. Zumal sich alles unter der Erde abgespielt hat und das markante Aussehen der Gebäude in keiner Weise beeinträchtigt wurde.

Von Markus Kniebeler

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