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Havelland Neue Lyrik aus Dallgow
Lokales Havelland Neue Lyrik aus Dallgow
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14:54 30.05.2016
Manuela Dal Poggetto mag die Welt der Worte. Quelle: Marlies Schnaibel
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Falkensee/Dallgow

Lyrik lebt – davon ist Manuela Dal Poggetto überzeugt. Und diese Überzeugung hat sie auf ihre Zuhörer übertragen, die zu ihrer Lesung in Falkensees „Weinzone“ in der Elbeallee gekommen waren. Denn die Autorin trug in beeindruckender, einnehmender Weise ihre neuen Gedichte vor. Mit „Scherbenhimmel“ hat Manuela Dal Poggetto ihren Lyrikband überschrieben.

1964 in unterfränkischen Bad Neustadt als Tochter einer Deutschen und eines Nicaraguaners geborgen, zog sie als junge Frau nach Berlin und von dort vor fast zwanzig Jahren nach Dallgow-Döberitz. „Berlin ist in der Nähe und Dallgow ist wie ein Aufatmen“, sagt sie. Und vielleicht gehört dieses Aufatmen auch dazu, dass sie ihren alten Beruf an den Nagel hängte und sich ganz dem Schreiben widmen will. Dabei war sie früh in die Welt der Worte eingetaucht und hatte ihr Faible fürs Schreiben entdeckt. Sprachen und Literatur schufen ihr immer wieder Lichtblicke im Leben, waren wie Reisen in alle Welt. Die Faszination, die von den Worten ausgeht, hat sie nie verlassen. Und sie hat versucht, ihre Welt selbst in Worte zu fassen.

Die Gedichte sind konzentrierte Zeugnisse des Erlebten. Zwischenmenschliches, Alltägliches, Politisches werden zu Gedichten. „Es geht nicht um nüchternes Verstehen, ich unterbreite ein Angebot, eigenen Empfindungen zu folgen“, sagt Manuela Dal Poggetto. „Fantasie ist nicht richtig oder falsch, sie ist da.“

Und so beginnt sie ihre Lesung mit dem Gedicht „Illusion“, in dem Figuren wie Farben sind, die im Liebesspiel verwischen. „Lebendige Liebe gleicht fließendem Gewässer“ heißt es schön in „Nur für mich“. Immer wieder fasst die Autorin das auf, was zwischen Menschen schwingt – Liebe, Hoffnung, Begehren, Einsamkeit. Sie tut es nicht wortreich ausgeschmückt, sondern reduziert und mit wissender, sinnlicher Ruhe.

Dabei ist der Gedichtband keiner, der nur in die Schublade „Liebeslyrik“ passt. Denn Manuela Dal Poggetto verarbeitet lyrisch, was sie bewegt. Und so bleibt einem bei dem titelgebenden Gedicht „Scherbenhimmel“ schon mal der Atem stocken.

Da geht es um den Abschuss eines Passagierflugzeuges in der Ukraine, in dem Gedicht regnet es Leichenteile vom Himmel. Dass es trotzdem Lyrik und keine Kampfschrift wurde, liegt am Vermögen der Autorin, das Unvorstellbare zu sagen. Und sie geht weiter, sie stellt Fragen: „Es herrscht Krieg. Wer sind die Krieger?“

Wie sie es versteht, Politisches und Poetisches zu vereinen, wurde im lyrischen Text „Der Revolutionär“ deutlich. Er ist eine Hommage an ihren Vater, der als junger Mann 1976 in Nicaragua von den Truppen des Somoza-Regimes ermordet worden ist. Im Verlag Libros Anaconda ist ihr Gedichtband auf deutsch und spanisch erschienen.

Von Marlies Schnaibel

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