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Neue Nachbarn diskutieren

Dallgow-Döberitz Neue Nachbarn diskutieren

Eine Diskussionsveranstaltung mit reger Beteiligung syrischer Flüchtlinge und rund 80 Zuhörern aus dem Havelland fand jetzt in Dallgow-Döberitz statt.

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Rund 80 Zuhörer waren zur Debatte gekommen.

Quelle: Laura Sander

Dallgow-Döberitz. Vor rund drei Monaten kam der 26-jährige Shero aus Syrien nach Deutschland. Er ist auf der Flucht vor Unterdrückung, Krieg und Verfolgung. Shero ist Kurde, hat in seiner syrischen Heimat auf dem Bau gearbeitet. Am Donnerstagabend sprach er über die Gründe für seine Flucht, die politische Situation in seinem Heimatland und diskutierte mit rund 80 Zuhörern in der Dallgower Tanzschule Allround. Zu der Veranstaltung „Neue Nachbarn in Dallgow-Döberitz“ hatte der Kreisverband der Linken eingeladen.

„Ich wollte kein Flüchtling sein“

Unterstützung bekam Shero dabei von Heiam, die genau wie der 26-Jährige im Dallgower Übergangswohnheim untergebracht ist. „Wir haben in Syrien immer friedlich miteinander gelebt, wir sind ein offenes Volk, das die Freiheit liebt. Ich wollte kein Flüchtling sein, aber die Umstände in meinem Land haben mich dazu gezwungen“, nannte Heiam die Gründe für ihre Flucht nach Deutschland. „Ich war in Syrien Buchhalterin und hatte ein gutes Leben. Doch bereits vor der Revolution und dem Ausbruch des Krieges hatten wir zwar Frieden, jedoch keine Freiheit.“

Gutes Bildungssystem

Das Einmischen fremder Mächte, die Unterdrückung der Bevölkerung durch das Assad-Regime, die Übergriffe des Islamischen Staates – an der Diskussion darüber beteiligten sich neben einigen Havelländern auch viele Syrer aus dem Publikum, sichtlich froh darüber, Gehör zu finden und ihre Erlebnisse zu schildern. „Wir haben ein funktionierendes Bildungssystem und gute Universitäten in unserer Heimat. Wir wollen in Deutschland nicht als Bittsteller wahrgenommen werden, weil wir ja wieder zurück wollen, sobald in Syrien Frieden herrscht“, so ein junger Syrer aus dem Publikum. „Das was hier in den Medien gezeigt wird, ist nur ein kleiner Bruchteil von dem, was die Menschen in diesen Gebieten tatsächlich durchleben müssen“, so Rednerin Heiam, die seit acht Monaten in Deutschland ist und bereits etwas Deutsch sprechen kann.

Weitere Veranstaltung geplant

Da es sich in der eigenen Sprache jedoch besser diskutieren lässt, übersetzte an diesem Abend Sara Hintermeier, die in der Dallgower Willkommensinitiative aktiv ist und in ihrer Kindheit selbst einige Jahre in Syrien gelebt hat. „Meine Großmutter stammt aus Syrien. Die derzeitige Situation trifft mich daher natürlich besonders“, so Hintermeier, die fließend arabisch spricht. „Ich übersetze regelmäßig und helfe den Flüchtlingen bei Behördengängen. Das ist für mich eine Herzensangelegenheit.“ Eine weitere Veranstaltung dieser Art mit Geflüchteten aus Afrika ist in Planung

Von Laura Sander

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