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Havelland Fischadler bekommen neue Nistplätze
Lokales Havelland Fischadler bekommen neue Nistplätze
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10:32 07.11.2016
Ein Fischadler mit seiner Beute.  Quelle: Privat
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Gülpe

 Die Fischadler sind derzeit in Westafrika. Ende März oder Anfang April im nächsten Jahr kehren sie aus ihrem Winterquartier zurück nach Mitteleuropa und damit auch in den Naturpark Westhavelland. Auf einem Gittermast für die Stromleitung nach Gülpe werden sie dann eine neue Nistmöglichkeit vorfinden. Gesorgt haben dafür die Naturparkverwaltung, die Naturwacht und die Edis als Betreiber des Stromnetzes in der Region mit einem speziellen Liebesdienst für die Greifvogelart. Auf dem Gittermast, der auf einem Acker vor dem Ortseingang steht, haben sie gute Voraussetzungen geschaffen, damit im nächsten Frühjahr Fischadler auf einer Nisthilfe einen Horst bauen können.

Ein kalter Herbsttag

Der Wind pfiff herbstlich frisch über den Acker, als am Mittwochvormittag Pascal Rietschel, Obermonteur der Edis, in eine Hebebühne stieg, um auf dem 13 Meter hohen Gittermast einen Korb aus Edelstahl zu setzen. Den Korb mit 1,30 Meter Durchmesser befestigte er mit Gewindestangen auf dem Gittermast. Zuvor hatte er schon die Leitungen mit Isolierschläuchen gesichert. Den Korb mit eng geflochtenem Kükendraht, Ästen und Gras zur Nisthilfe herzurichten, erledigte Jürgen Seeger von der Naturparkverwaltung Westhavelland.

Optimismus bei den Experten

„Die Nisthilfe wird im Frühjahr bestimmt von einem Fischadlerpaar zum Horstbau angenommen“, ist sich Uta Drozdowski von der Naturwacht Westhavelland ziemlich sicher. Zuversichtlich ist sie, weil schon dieses Jahr ein Fischadlerpaar versuchte, auf dem Gittermast ein Nest zu bauen. Daraus geworden ist nichts, weil die Äste zum Horstbau immer wieder durch die Gitter fielen. „Das Problem ist nun mit der Nisthilfe beseitigt“, sagt Uta Drozdowski.

Elegante Stoßtaucher

Ausgewachsene heimische Fischadlermännchen wiegen zwischen 1,3 bis 1,5 Kilogramm. Die Weibchen bringen 1,7 bis 2 Kilogramm auf die Waage.

Extrem lange Flügel verleihen dem Fischadler im Flug ein elegantes, möwenartiges Profil. Das verschließbare Nasenloch erleichtert den Adlern den Fang im Wasser. Sie können Fische tauchend in ein Meter Wassertiefe erbeuten.

Da Fischadler ganzjährig auf eisfreie Gewässer angewiesen sind, ziehen Brandenburgs Brutvögel ab September nach Afrika. Im Frühjahr kehren sie wieder zurück.

Optimistin ist sie auch, weil es diesbezüglich gute Erfahrungen gibt, im nördlichen Naturparkbereich. Schon im Winter 2015/16 wurden mit Unterstützung der Edis auf drei Gittermasten bei Strodehne, Kietz und Wolsier Nisthilfen aufgesetzt. Alle drei Nisthilfen wurden im Frühjahr von Fischadlerpaaren angenommen. Die Arbeit hat sich also gelohnt, zumal auch in allen drei Horsten ein bis drei Junge aufgezogen wurden.

Über 40 Horste

Im gesamten Naturpark Westhavelland gib es über 40 Fischadlerhorste. Der nördliche Bereich des Schutzgebietes zwischen Rathenow und Dreetz ist bei den Greifvögeln beliebt, weil sie dort gut Nahrung finden. Fischadler ernähren sich von Fischen. Insgesamt ist der Bestand der unter Schutz stehenden Fischadler in der Region nach Einschätzung von Uta Drozdowski stabil.

Hoch oben auf dem Mast wird der Korb installiert. Quelle: Norbert stein

Brandenburg ist insgesamt europaweit ein wesentliches Verbreitungsgebiet des Fischadlers. Bei zunehmender Tendenz brüten im Brandenburgischen mit über 300 Paaren etwa die Hälfte aller mitteleuropäischen Fischadler. Da die Art nach ihrer fast flächendeckender Ausrottung in vielen Teilen Europas noch immer fehlt, wird die Bestandsentwicklung in Brandenburg wesentlich darüber entscheiden, ob und wie schnell es zu einer europaweiten Wiederbesiedlung kommen kann.

Unterstützung für Spanien

Dank des mittlerweile sehr günstigen Erhaltungszustandes kann seit 2004 ein Wiederansiedlungsprogramm für den Fischadler in Spanien mit Nestlingen aus Brandenburg unterstützt werden.

Von Norbert Stein

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