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Havelland Neue Pension am Schwedendamm
Lokales Havelland Neue Pension am Schwedendamm
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00:20 23.09.2017
Der bisherige Besitzer Matthias Brunn (li.) mit dem neuen Eigentümer John Schach und dessen Lebensgefährtin Sandra Lesch. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Als das Restaurant am Schwedendamm im Jahr 1912 erbaut wurde, da gab es an den Kleinen Archen eine Badestelle. Die Badegäste konnten sich in dem Lokal umziehen und mit Speisen und Getränken versorgen. Gute 100 Jahre später ist diese Tradition wieder aufgenommen worden. Seit dem Frühjahr gibt es unterhalb der Außenterrasse einen kleinen Strand, der zur Gaststätte gehört. Gebadet wird dort zwar nicht mehr, aber die Besucher können hier ganz entspannt auf Strandstühlen ihre Speisen und Getränke zu sich nehmen.

Das ist neu. Doch schon bald steht noch eine viel tiefgreifendere Veränderung in der Traditionsgaststätte an. Im kommenden Sommer soll eine Pension eröffnet werden, die unmittelbar an die Gaststätte angrenzt. Sieben Doppelzimmer sind geplant. Entweder mit Blick auf den Havelarm oder mit Aussicht auf die Sankt-Marien-Andreas-Kirche.

John Schach erhofft sich von dieser Ausweitung des Geschäftsfeldes zusätzliche Impulse für den gastronomischen Standort. „Ich werde heute bei Veranstaltungen und Familienfeiern oft gefragt, ob es Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste gibt“, sagt Schach. Künftig werde man die Interessenten nicht mehr anderswo hinschicken müssen, sondern könne ihnen komfortable Zimmer im eigenen Haus anbieten.

Dieser Teil der Immobilie wird aufgestockt und zur Pension ausgebaut. Quelle: Markus Kniebeler

Schach teilt diese Neuigkeit übrigens nicht mehr als Pächter der Gaststätte mit, sondern als deren Eigentümer. Matthias Brunn, Geschäftsführer der Firma MB Immobilien, der das Restaurant 1998 erwarb, hat das Haus in diesem Sommer an Schach verkauft.

„Es war mir wichtig, dass die Gaststätte an diesem Traditionsort erhalten bleibt“, sagt Brunn. Und weil er John Schach, an den er das Lokal seit 2009 verpachtet, in dieser Zeit kennen gelernt habe, sei ihm die Wahl des Käufers leicht gefallen. Schach habe bewiesen, dass er einen gastronomischen Betrieb dieser Größe erfolgreich führen könne.

Ein Blick auf den Lebenslauf des neuen Eigentümers bestätigt diese Aussage. Der 42-Jährige hat sein Handwerk gelernt. Ausbildung zum Koch in der Weinstadt Rüdesheim am Rhein. Dann Stationen in diversen Restaurants und als Koch bei der Bundeswehr. Und schließlich die Fortbildung zum Meisterkoch in einem Regensburger Restaurant. Bevor er 2009 das Zepter des Havelrestaurants Schwedendamm übernahm, hatte er als Küchenchef das Gasthaus Malge in Brandenburg geführt. Nun folgt mit dem Schritt in die Selbstständigkeit die nächste große Herausforderung.

An dem bisherigen gastronomischen Konzept will Schach nicht viel ändern. Zum Mittags- und Abendtisch mit vornehmlich regionalen Produkten wird sich ab dem Sommer ein Frühstücksangebot a la carte gesellen. „Die Pensionsgäste frühstücken ja ohnehin, dann kann ich das Angebot ohne großen Aufwand ausweiten“, sagt er.

Nach wie vor wird das Lokal für Veranstaltungen und Festivitäten aller Art gemietet werden können. Familienfeste, Betriebsfeiern, Vereinsversammlungen und was es sonst noch so gibt. Bis zu 250 Leute finden in den Räumlichkeiten Platz. Im Sommer, wenn die Außenterrasse miteinbezogen werden kann, ist eine Verdopplung der Kapazität möglich.

„Natürlich ist der Schritt in die Selbstständigkeit eine aufregende Sache“, sagt der Gastronom, der von seiner Lebensgefährtin Sandra Lesch, die das Restaurant leitet, unterstützt wird. Aber es sei immer schon sein Traum gewesen, das unstete Leben als angestellter Koch gegen einen Job mit Perspektive einzutauschen. Hört sich an, als wolle der Mann in seiner neuen Position alt werden.

Gaststätte seit über 100 Jahren

Das Gebäude des Havelrestaurants Schwedendamm wurde im Jahr 1912 am Ufer des Havelarms „Kleinen Archen“ als Städtische Badeanstalt errichtet. Über die Jahrzehnte hinweg wurde das Gebäude als gastronomische Einrichtung genutzt.

1998 erwarb Matthias Brunn die heruntergekommene Immobilie und richtete sie im Lauf der Jahre zu einer modernen Gaststätte her.

In diesem Sommer verkaufte Brunn die Gaststätte an seinen bisherigen Pächter John Schach. Unter dessen Regie erfolgt bis zum Sommer der Anbau einer Pension mit sieben Doppelzimmern.

Von Markus Kniebeler

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