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Neue Projekte erleichtern das Leben im Alter

Milower Land Neue Projekte erleichtern das Leben im Alter

Zum sechsten Mal richtet der Kreissportbund Havelland am 21. September ein Seniorensportfest aus. Erstmals werden sich daran auch Junggebliebene aus dem Milower Land beteiligen. Zu verdanken ist das der Koordinatorin eines Modelprojekts, dass älteren Menschen das Leben mit Veranstaltungen, Vorträgen und Serviceangeboten erleichtern soll.

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Teambesprechung: Ines Neidt (2.v.l.) mit den Ehrenamtlerinnen Renate Schatte, Gabriele Linke, Inge Krüger und Ursula Eismann (v.l.).

Quelle: Ch. Schmidt

Milower Land. Mehr als 20 Männer und Frauen aus dem Milower Land haben sich inzwischen für das Seniorensportfest 2016 angemeldet. Das plötzliche Interesse der Milower an dem sportlichem Wettkampf ist Ines Neidt zu verdanken. Sie ist die Koordinatorin für das Modelprojekt zur Senkung der Pflegeprävalenz im Milower Land und in Nauen und als solche lud sie die Senioren ein, in der Gruppe zum Wettkampf zu fahren.

Unter dem Begriff Pflegeprävalenz versteht man den Anteil pflegebedürftiger Menschen im Verhältnis zur Einwohnerzahl einer Region. Hinter dem etwas sperrigem Projekttitel verbirgt sich also schlichtweg die Idee, das Leben auf dem Land für ältere Menschen so zu verbessern, so dass sie möglichst lange in ihrem Heimatdorf und im eigenen Haus leben können.

Ines Neidt baut ein Netzwerk für die Seniorenarbeit auf

Dazu können zum Beispiel niedrigschwellige Entlastungsangebote wie ein Einkaufs- oder Fahrservice beitragen, aber auch gemeinsame Aktivitäten, Kultur-, Bildungs- und eben Sportangebote sollen das Leben im Alter erleichtern und auf eventuelle Schwierigkeiten vorbereiten. „Dabei ist das Seniorensportfest erst der Anfang“, sagt Ines Neidt. „Es trägt nicht nur dazu bei, dass sich die Teilnehmer bewegen. Sie kommen auch mal raus, lernen neue Menschen kennen und sind aktiv. Allein wären sie vielleicht nie dort hin gefahren, in der Gruppe ist das für viele etwas anderes“, erklärt Neidt.

Seit Dezember erarbeitet sie Projektideen und Angebote und baut ein Netzwerk auf, um das Erdachte später umzusetzen. Unterstützung bekommt sie dabei von einer Gruppe Ehrenamtlerinnen. Renate Schatte, Gabriele Linke, Inge Krüger und Ursula Eismann haben sich bereit erklärt, gemeinsam mit Ines Neidt das Leben für ältere Menschen im Milower Land zu verbessern.

Tanztee, Vorträge und Mittagstisch für Senioren

Zwar sind die vier Damen selbst Senioren, aber sehr aktive. Sie wollen den Ruhestand nutzen, um etwas für die Gesellschaft zu tun. „Für diese Hilfe bin ich sehr dankbar. Insbesondere weil ich selbst nicht aus Milow bin und auf das Engagement und die Kontakte Einheimischer angewiesen bin“, so Neidt. Insgesamt sind es bisher etwa zehn Helfer, die sich mehr oder weniger regelmäßig treffen. Ganz oben auf ihrer Agenda steht aktuell das Projekt „Auf Rädern zum Essen“. „Wir wollen den Senioren ein Angebot für einen Mittagstisch machen. Anders als sonst üblich kommt das Essen aber nicht zu ihnen, sondern wir bringen sie zum Essen“, so Neidt.

Der Gedanke dahinter: In geselliger Runde isst man mit mehr Appetit, soziale Kontakte werden gepflegt und nach dem Essen bleibt Zeit für Spiele, Spaziergänge oder andere Aktivitäten. Bisher haben sich sechs Interessenten gemeldet. Ein Lokal, dass einen Raum bereitstellt und seniorengerecht kochen würde, hat Ines Neidt bereits gefunden. Noch in diesem Jahr will sie mit ihren Helferinnen einen Probelauf starten. „So etwas muss sich natürlich erst etablieren. Viele Ältere sind skeptisch. Ihr Vertrauen müssen wir uns nun erarbeiten“, sagt die Koordinatorin.

Zeitgleich arbeitet Ines Neidt an weiteren Ideen, wie zum Beispiel an einem Männerfrühstück oder einem Tanztee insbesondere auch für Menschen mit Demenz. Zudem möchte sie eine Vortragsreihe etablieren, die über für Senioren relevante Themen informiert.

Von Christin Schmidt

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