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Neue Siedlung: Gemeinde will mehr Stellplätze

Wustermark Neue Siedlung: Gemeinde will mehr Stellplätze

Die Gemeindeverwaltung Wustermark will in der Neuen Siedlung zusätzliche Parkflächen markieren, weil Besucher oder Handwerker oft nicht wissen, wo sie ihre Fahrzeuge abstellen soll. Aber viele Anwohner haben etwas dagegen.

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Im Meisenweg in der Neuen Siedlung Wustermark soll zwei Parkflächen hinzukommen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Wustermark. Immer wieder gibt es Ärger, wenn irgendwo Parkplätze fehlen. In der Neuen Siedlung in Wustermark ist das anders. Dort will die Gemeinde jetzt zusätzliche Stellflächen, vor allem für Besucher-Fahrzeuge, schaffen, aber genau das wollen viele Anwohner nicht. Hans-Joachim Witzel aus dem Meisenweg: „Es ist ohnehin schon eng und unübersichtlich in den Straßen der Siedlung. Wenn weitere Parkflächen am Fahrbahnrand entstehen, ist es noch gefährlicher, mit dem Auto vom Grundstück runter zu kommen, weil man es schlecht einsehen kann.“

Trotzdem will die Gemeinde das Vorhaben angehen, „die Farbe zum Markieren der Flächen auf den Straßen ist schon gekauft“, sagt Wustermarks Bauamtsleiter Wolfgang Scholz. Und er begründet diese Pläne. „Uns haben zwischenzeitlich immer wieder Anfragen und Bitten bezüglich neuer Stellflächen in der Neuen Siedlung sowohl von Anwohnern als auch von Besuchern erreicht. Jetzt können wir dem nachgekommen, weil alle Grundstücke verkauft und entsprechende Grundstückszufahrten zugeordnet worden sind.“

Wegen der engen Bebauung und auf Grund der Tatsache, dass die privaten Grundstücke bis an den Fahrbahnrand reichen, gibt es nur wenige Flächen, auf denen neue Stellplätze markiert werden können. Insofern müssen auch gegenüber von Grundstückszufahrten welche entstehen, so Scholz.

In der jüngeren Vergangenheit hatte die Verwaltung auf Bitten der Anlieger einige Stellplätze gegenüber von Grundstückszufahrten noch entfernen lassen. Das sei aus Kulanz geschehen, so die Verwaltung. Aber obwohl die Straßen in der Siedlung eng sind, lasse die Straßenverkehrsordnung es zu, noch versetzte Stellplätze anzulegen. Dort heißt es: Ein Parkverbot gegenüber Grundstückszufahrten bei schmalen Fahrbahnen besteht, „wenn die Zufahrt konkret wesentlich erschwert wird, zum Beispiel infolge eines verbleibenden Verkehrsraums von nur drei Metern.“ Die Restfahrbahnbreite in der Neuen Siedlung liege bei mindestens 3,70 Meter. Also können die Benutzer mit ein-bis zweimaligem Rangieren die Einfahrt verlassen könne. Ein weiterer Grund, neue und versetzte Parkflächen zu schaffen, sei die dadurch erreichbare Verkehrsberuhigung.

Wustermarkes Ortsvorsteher Roland Mende kann das Ansinnen der Gemeindeverwaltung nachvollziehen. „Es werden doch immer Stellplätze gebraucht. Man denke nur an Besucher, Handwerker oder Versorger. Die wissen oft gar nicht wohin mit ihren Autos.“

Eigentlich würden die bereits vorhandenen Stellflächen an den Straßen in der Siedlung ausreichen, meint dagegen Anwohnerin Claudia Kathke. Das Problem sei aber: „Einige Bewohner lassen ihre Autos einfach auf der Straße stehen, obwohl jeder auf seinem Grundstück zwei oder drei Stellplätze hat.“ Dagegen aber könne das Ordnungsamt nichts machen, außer an die Vernunft der Leute zu appellieren, so Mende.

Im Meisenweg sollen nun elf von etwa 80 neuen Parkflächen markiert werden. Geprüft wurden alle Straßen der Neuen Siedlung, so die Verwaltung. Die Amselgasse, Drosselgasse, Meisengasse, Sperlingsgasse, Starengasse und Stieglitzgasse würden keinen Verkehrsraum für zusätzliche Stellplätze bieten. Alle neuen Standorte werden bei der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Havelland beantragt und müssen genehmigt werden.

Ob es aber überhaupt soweit kommt, steht in Frage. Denn Ortsbeiratsmitglied Elke Schiller (WWG) hat gefordert, „zunächst eine Bedarfsermittlung“ zu machen. Das wiederum scheint schwierig, so Wolfgang Scholz: „Sollen wir von Haus zu Haus gehen und fragen, wann Besuch kommt und mit wie vielen Autos?“ In der nächsten Ortsbeiratssitzung wird darüber erneut beraten.

Von Jens Wegener

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