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Havelland Neue Strategien für Produkte aus der Region
Lokales Havelland Neue Strategien für Produkte aus der Region
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13:36 14.11.2018
Im Therapeutischen Zentrum in Kieck, wo Landwirtschaftserzeugnisse im Hofladen vermarktet werden, haben sich Regionalvermarkter getroffen.  Quelle: Norbert Stein
Kieck

Der Empfang passte zum Anlass. Über 100 Gänse schnatterten im Freigehege, als die Akteure eines Netzwerktreffens am Montag im Therapeutischen Zentrum Kieck eintrafen. Die Gänse gehören zur biologisch geführten Landwirtschaft des Therapeutischen Zentrums mit Gemüseanbau, Tierhaltung, Grünlandwirtschaft, und Hofladen. Das Federvieh wird der Biobetrieb in der Region zum Weihnachtsfest direkt in der Region vermarkten.

Gut für Unternehmen

Produkte aus der Region sind auch bei Touristen beliebt und können zur Wertschöpfung bodenständiger Unternehmen und Selbstständiger beitragen. Diesen Prozess nachhaltiger und wirkungsvoll auf dem Weg zu bringen widmet sich das in diesem Jahr initiierte Projekt „Vernetzung im Tourismus, Schwerpunkt regionaler Produkte“. Projektpartner und Unterstützer des mit Leader-Geld geförderten Kooperationsprojektes sind die Lokale Aktionsgruppen aus dem Havelland und dem Fläming sowie regionale Verbände, Städte und der Landkreis Havelland.

Drei Arbeitsgruppen wurden gebildet: „Vermarktung“, „Regionales Frühstück“ und „Regionales in der Gastronomie“. Dazu entstand eine Steuerungsgruppe. Die Arbeitsgruppen kamen in den letzten Wochen zu mehreren Beratungen zusammen, erarbeiteten Vorschläge zu den Themen und erörterten Fragen wie zum Beispiel: „Was heißt für uns Havelland?“ oder „Wir können wir Gäste über regionale Angebote informieren?“

Sabine Krüger, Landwirtin in Garlitz, und Enrico Voigt, geschäftsführender  Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Gülpe, diskutieren beim Netzwerktreffen.   Quelle: Norbert Stein

„Die Ergebnisse, weitere Aufgaben und noch offene Fragen sollen im Mittelpunkt stehen“, eröffnete Josephine Lenk von der LAG Havelland das Netzwerktreffen, zu dem rund 35 Produzenten, Verarbeiter, Gastwirte, Vermarkter sowie Vertreter von Verbänden und Vereinen gekommen waren, zuhörten und lebhaft diskutierten.

Heike Helmers ist mit einem Tourismuskontor in Brandenburg selbstständig. Sie begleitet das Projekt und stellte die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen vor. Es handele sich um „Halbzeitresultate“. Als geografischen Raum für das Netzwerk wurde das Havelland mit Umgebung herausgearbeitet.

Ziele formuliert

Eine Broschüre „Produzenten regionaler Produkte Havelland und Umgebung“ wurde erarbeitet und den Netzwerkakteuren übergeben. In der Broschüre sind 92 Produzenten regionaler Erzeugnisse aufgelistet. 130 seien das Ziel, sagte Heike Helmers. Es gibt auch schon Vorschläge für einen Vermarktungsslogan und für ein Logo. „Aus dem Havelland“ und „Havelland regional“ sind Vorschläge dazu, wobei die Teilnehmer des Netzwerkstreffens mehrheitlich zur ersten Variante tendierten.

Für das regionale Frühstück wurden Produkte wie Honig, Marmelade, Wurst, Eier und Säfte genannt. Touristische Touren zu Erzeugern regionaler Produkte im Havelland werden derzeit erarbeitet. Für die Arbeitsgruppe „Gastronomie“ sieht die Steuerungsgruppe noch Nachholbedarf. Es hat erst ein Treffen gegeben, bei dem genügend Teilnehmer anwesend waren.

In Kieck war auch Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Havelland, dabei.  Quelle: Norbert Stein

Das Netzwerktreffen machte aber auch deutlich, dass die Entwicklung von Strategien zur Vermarktung regionaler Projekte kein einfacher Prozess sein wird. „Wir brauchen vielfältige und vor allem ausreichende Angebote“, sagte Enrico Voigt, geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Gülpe mit eigener Direktvermarktung.

Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Havelland, sieht in der nachhaltigen Bewirtschaftung von Grünland die Grundlage, um Fleisch für die regionale Vermarktung produzieren zu können. Ein anderer Teilnehmer verwies auf die Notwendigkeit einer variantenreichen Gesamtverwendung von Schlachterzeugnissen in der Gastronomie hin.

Gemeinsamer Wille

Fischer Wolfgang Schröder unterstrich die Notwendigkeit des gemeinsamen Willens zur verstärkten Direktvermarktung. Ilona Langgemach, Leiterin der Naturparkverwaltung Westhavelland, findet den Vorschlag für ein regionales Label gut. Vertreter von Pro Agro verwiesen auf die Bereitschaft der Handelskette Edeka, verstärkt regionale Produkte in die Verkaufsregale zu stellen.

In Kieck werden auch Gänse gemästet und igeschlachtet. Der Verkauf erfolgt im Hofladen.   Quelle: Norbert Stein

Diskutiert wurde auch der Einsatz von Einkaufsautomaten mit havelländischen Erzeugnissen und es wurde überlegt, wie man eine Regio-App sinnvoll nutzen kann.

Von Norbert Stein

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