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Havelland Neuer Abwasserkanal unter den Eichen
Lokales Havelland Neuer Abwasserkanal unter den Eichen
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08:15 24.09.2016
Auch in der Professor-Mitscherlich-Allee in Paulinenaue werden derzeit neue Hausanschlüsse hergestellt. Quelle: Andreas Kaatz
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Paulinenaue

Die aufwendigsten Arbeiten sind mittlerweile abgeschlossen. In der Straße Unter den Eichen zwischen Professor-Mitscherlich-Allee und dem westlichen Ende verläuft jetzt ein neuer Abwasserkanal, ebenso wie in der Mitscherlich-Allee selbst. Unter einem unscheinbaren Deckel verbirgt sich in sechs Meter Tiefe das neue Pumpwerk, das nun darauf wartet, künftig die Abwässer zum Klärwerk Paulinenaue zu transportieren.

Am Ende hatte der Zweckverband Havelländisches Luch keine andere Wahl, als in den Bereich zu investieren. „Reparaturen wären nicht mehr gerechtfertigt gewesen, die Unterhaltungskosten hätten uns aufgefressen“, sagt Friesacks Bauamtsleiter Thomas Polkowski. Immer wieder kam es zu Havarien, gab es Verstopfungen. Die alten Leitungen stammen noch aus DDR-Zeiten, sind völlig marode. Teilweise haben Baumwurzeln die Rohre zerstört. Das ergab nicht zuletzt eine Kamerabefahrung.

So wurde die Firma HTK aus Wusterhausen beauftragt, neue Rohre im Paulinenauer Untergrund zu verlegen. Seit Ende Juni verschwanden somit rund 700 Meter Gefälleleitungen bis zu vier Meter tief im Boden, außerdem mehr als 500 Meter Abwasserdruckleitungen. Insbesondere um die wertvolle Eichenallee und vor allem deren Wurzelwerk zu schützen, haben die Arbeiter auf einer Strecke von rund 700 Meter im so genannten Rohrvortrieb gearbeitet, sprich: Die Leitungen wurden unterirdisch verlegt.

Mit dem Bauablauf ist Polkowski zufrieden: „Die Firma liegt im Plan, es ist eine gute Zusammenarbeit“, sagt er. Auch die Absprachen mit den Anwohnern, damit diese auf ihre Grundstücke gelangen können, habe bisher immer prima geklappt. Jetzt werden die neuen Hausanschlussleitungen für die rund 30 Haushalte verlegt, unter anderem für das Schloss ist dies schon erfolgt.

Das neue Pumpwerk soll Ende September in Betrieb gehen. „Ab Oktober wird dann mit dem Umklemmen der vorhandenen Hausanschlüsse an die neue Leitung begonnen“, sagt Armin Stefan von den Osthavelländischen Wasser- und Abwasserbetrieben (Owa), die als Betriebsführer des Zweckverbandes tätig ist. Künftig herrscht nun endlich auch bei den Hausanschlüssen Ordnung, das derzeit bestehende Chaos wird beseitigt. Momentan gibt es an einigen Stellen die Situation, dass mehrere Grundstücke an nur einem einzigen Hausanschluss hängen. Kommt es – wie in der Vergangenheit immer mal wieder geschehen – zu einem Problem, werden die dahinter liegenden Häuser ihr Abwasser nicht los. Dies gehört bald der Vergangenheit an, ebenso, dass Sammelleitungen durch die Vorgärten verlaufen. Jetzt liegt alles im öffentlichen Straßenraum.

Bei dem Bauvorhaben gibt es auch eine ökologische Baubegleitung, die Planer Frank Schulze wahrnimmt. Er hatte die Bäume zuvor auf mögliche Vorschäden untersucht und geschaut, ob es in dem Bereich geschützte Nist-, Brut- und Lebensstätten von Tieren gibt. Fündig wurde er nicht, wie er sagt. Während der Maßnahme und am Ende muss er kontrollieren, ob es zu Schäden gekommen ist. „Es ist auch vorgeschrieben, dass der Park so wenig wie möglich in Mitleidenschaft gezogen wird.“ Bis kurz vor Weihnachten sollen die Arbeiten beendet sein, „dann werden auch die beiden alten Pumpwerke außer Betrieb genommen“, so Stefan. Die alten Leitungen bleiben im Boden, werden verfüllt beziehungsweise verdämmert, wie der Fachmann sagt.

Bereits fertiggestellt ist der zweite Bauabschnitt der Warsower Abwassererschließung, für den HTK ebenfalls den Auftrag erhalten hatte. Demnächst soll die Freigabe erteilt werden, damit die Grundstücke sich ans Netz anschließen können. Bereits im Vorjahr wurde der erste Abschnitt samt Pumpwerk fertiggestellt. Somit können bald alle Warsower ihr Abwasser über das zentrale Netz und die durch ihren Ort verlaufende Abwasserdruckleitung zum Klärwerk Wagenitz transportieren lassen. Die Sammelgruben haben ausgedient.

Von Andreas Kaatz

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