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Neuer Brunnen im Wald

Friesack Neuer Brunnen im Wald

Das Amt Friesack investiert in die Waldbrand-Prävention: Im Stadtforst wurde jetzt eine neue Löschwasserentnahmestelle eingeweiht. Die Investition war nötig geworden, weil der alte Brunnen nicht mehr genügend Wasser fördert. Ein weiterer Brunnen ist in Pessin geplant. Außerdem werden mehrere Kilometer Waldwege mit Schotter verstärkt.

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Test bestanden. Die neue Löschwasserentnahmestelle macht, was sie soll, und pumpt im Notfall jede Menge Wasser durch die Schläuche.

Quelle: Ralf Stork (2)

Friesack. Jungfernfahrt für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Friesack. Das Fahrzeug ist zwar nicht neu, dafür aber das Ziel, das sie damit ansteuern: ein Löschwasserbrunnen. Von Friesack geht’s Richtung Kleßen und dann gleich ganz tief rein in den Wald. Auf den schmalen Wegen werden die Insassen selbst bei langsamer Fahrt kräftig durchgeschüttelt. Immer wieder kratzen Äste über die Fensterscheiben, dann ist das Ziel erreicht. Wenn Amtsdirekter Christian Pust dort nicht schon mit seinem kleinen Feuerwehr-Oldtimer warten würde, könnte man es leicht übersehen.

Auf der linken Seite des Weges ragt ein dickes feuerwehrrotes Rohr aus dem Boden. Dahinter ein Stromkasten, links und rechts je ein Stahlbügel, an dem man wunderbar sein Fahrrad anschließen könnte – fertig ist die Löschwasserentnahmestelle. „Wir befinden uns hier mitten in der Friesacker Heide. Die Straße ist in alle Richtungen drei oder vier Kilometer weit weg“, sagt Michael Austen, der Revierförster von Haage. Er hat die Stelle für den Brunnen ausgewählt, direkt an der Gemarkungsgrenze zwischen Friesack, Kleßen und Görne.

Die Feuerwehr soll nun die beiden Schlüssel für den Stromkasten in Empfang nehmen und prüfen, ob die Pumpe auch tatsächlich Wasser pumpt. Also: Schlauch aufgesetzt, voll aufgedreht: Eine fast baumhoher Wasserfontäne schießt aus dem Schlauch. Die Entnahmestelle funktioniert – das Geld ist gut investiert.

12 500 Euro hat der Bau gekostet. Finanziert wurde er zu 100 Prozent durch EU-Mittel. „Wir sind heilfroh, dass wir den neuen Brunnen jetzt haben“, sagt Stefan Scharschmidt, stellvertretender Amtswehrführer und Sachbearbeiter im Amt für den Bereich Feuerwehr. Nur 800 Meter entfernt gibt es noch einen alten Löschwasserbrunnen. Weil der aber immer weniger Wasser fördert, war die neue Anlage jetzt nötig geworden. Ein Hinweisschild an der Straße könnte aber hilfreich sein, denn gerade bei voller Fahrt ist die Einmündung in den Waldweg erst spät zu sehen.

Die neue Entnahmestelle ist Teil eines größeren Konzeptes zur Vermeidung von Waldbränden im Amt Friesack, das in den kommenden Monaten umgesetzt werden soll. Damit die Feuerwehr im Notfall halbwegs zügig in den Wald kommen kann, müssen die Wege dort mit Schotter befestigt werden. In Friesack sind es 3,5 Kilometer, in Mühlenberge 3,7 und in Retzow noch einmal 1,6 Kilometer. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 210 000 Euro und werden ebenfalls durch EU-Mittel finanziert. In Mühlenberge haben die Arbeiten bereits begonnen. Bis September soll alles fertig sein. Auf eigene Kosten plant das Amt Friesack außerdem noch den Bau eines Löschwasserbrunnens in Pessin. Die Kosten für die Entnahmestelle an der Kita werden wahrscheinlich ähnlich hoch liegen wie für den Brunnen im Stadtwald.

Am Ende ist der Termin ziemlich plötzlich vorbei. Es brennt. Nicht im Wald, aber ein paar Kilometer weiter in Wagenitz. Aber auch einer der letzten Waldbrände liegt noch nicht lange zurück. Vor zwei Jahren haben rund 600 Quadratmeter Boden im Stadtwald gebrannt. Das Feuer haben die Friesacker Kameraden zufällig selbst entdeckt. „Wir waren auf einer Veranstaltung auf dem Sportplatz und hatten zu Demonstrationszwecken die Drehleiter ausgefahren. Da haben wir die Rauchsäule gesehen und konnten den Brand schnell löschen“, sagt Stefan Scharschmidt. Dann rumpelt das Feuerwehrauto davon. Wie gut, dass Nadine Weyer aus der Bauverwaltung und Christian Pust noch da sind und die im Wald gestrandeten Gäste zurück nach Friesack fahren können.

Von Ralf Stork

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