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Neuer Höchstwert: 238 Großtrappen gezählt

Buckow Neuer Höchstwert: 238 Großtrappen gezählt

Die Zahl der Großtrappen hat einen neuen Höchststand erreicht. Noch immer ist diese Art vom Aussterben bedroht, von der relativ viele Tiere bei Buckow im Amt Nennhausen leben. Bei der traditionellen Bestandskontrolle am Ende des Winters haben die Mitstreiter des Fördervereins Großtrappenschutz insgesamt 238 Vögel gezählt, im Vorjahr waren es 232 gewesen.

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Schwer zu erkennen ist ein Trappenhahn, wenn er bei der Balz sein weißes Untergefieder nach außen klappt.

Quelle: von Gierke

Buckow. Immer am Ende des Winters kommt die Stunde der Wahrheit. Dann ermitteln die Mitstreiter des Fördervereins Großtrappenschutz den aktuellen Bestand. Noch immer vom Aussterben bedroht ist diese Vogelart, die es deutschlandweit schon seit langer Zeit nur noch im Land Brandenburg gibt. Viele von ihnen leben bei Buckow im Amt Nennhausen. Wie Henrik Watzke, Geschäftsführer des Vereins, berichtet, sind in diesem Jahr 238 Großtrappen gezählt worden. Das ist ein neuer Höchststand seit 1990. Allerdings hält sich die Begeisterung der Verantwortlichen in Grenzen, weil lediglich sechs Vögel mehr als vor einem Jahr gezählt wurden. „Wir haben einen stabilen Bestand“, resümiert Henrik Watzke. „Wir freuen uns, weil die Anzahl nicht rückläufig ist.“ So sei die Natur, da könne es immer mal sein, dass ein Bestand kaum wachse oder sich verringere.

Die Zahlen von 2017 wirken wohl vor allem deshalb etwas ernüchternd, weil die Bilanz im Vorjahr so beeindruckend positiv war. Von 2015 auf 2016 war der Trappenbestand um 39 auf 232 Tiere gewachsen. Das Wetter war optimal gewesen und die Beutegreifer hatten nur mäßig zugeschlagen. 2016 habe es im späten Frühjahr und im Sommer relativ viel Regen gegeben, teilt Henrik Watzke mit. Auf dem Grünland habe zeitweise das Wasser gestanden, was für die Reproduktion sehr ungünstig war. Der Winter war weniger streng, was nicht für nennenswerte Verluste sorgte.

Es gibt drei Standorte im Land, wo Großtrappen zu finden sind

Es gibt drei Standorte im Land, wo die Großtrappen zu finden sind: im Havelländischen Luch (bei Buckow), im Fiener Bruch und auf den Belziger Landschaftswiesen. Die Anzahl der Tiere ist relativ gleichmäßig verteilt. Sie fliegen auch öfter mal von einem Gebiet ins andere. Einen markanten Unterschied gibt es aber doch. Nur im Havelländischen Luch sind in der freien Natur aufgewachsene Junge flügge geworden, insgesamt waren es 18 Vögel. An den anderen beiden Standorten ist so etwas nicht gelungen. Dort sind deshalb je 20 Jungvögel ausgewildert worden. Deren Eier wurden bei Buckow maschinell ausgebrütet und die Jungen dann im Alter von acht bis zehn Wochen im Fiener Bruch bzw. auf den Belziger Landschaftswiesen ausgewildert. Dort werden sie von Menschen noch bis zu vier Monate betreut, bis sie sich dort den Wildbeständen angeschlossen haben.

Jetzt naht wieder die Zeit der intensiven Trappenbalz. Darum beginnen am 1. April die Führungen zu den Balzplätzen. Die Hähne und Hennen, die den Winter über getrennt in großen Gruppen zusammenstehen, finden sich nun gemeinsam an ihren traditionellen Balzplätzen ein. Von weit her kommen dann die interessierten Menschen, um die Tiere beim Liebesspiel zu beobachten. „Wir haben hier immer viele Besucher aus den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Britannien und natürlich auch aus Deutschland“, berichtet Henrik Watzke, „es ist schön, dass das Interesse ungebrochen ist.“

Von Anfang April bis Mitte Mai ist die große Zeit der Trappenbalz. Um von den Hennen erhört zu werden, strengen die Hähne sich mächtig an – und verwandeln dazu zeitweise komplett ihre Gestalt. Sie klappen ihr weißes Untergefieder nach außen und blasen ihren Halssack beträchtlich auf. „Die mehr als 30 Hennen im Havelländischen Luch erwählen nur die sechs bis acht schönsten und kräftigsten Hähne“, erklärt Henrik Watzke. Die seien meist im besten Alter von fünf bis sieben Jahren.

Führungen zur Großtrappenbalz

Ab 1. April finden Führungen zur Großtrappenbalz statt.

Treffpunkt ist das Ausstellungshaus der Staatlichen Vogelschutzwarte, Buckower Dorfstraße 23, Nennhausen.

Die Führungen des Fördervereins Großtrappenschutz im April sind bereits ausgebucht.

Freie Plätze gibt es noch am 6. und 13. Mai, Beginn ist 14 Uhr.

Anmeldung über 033878/ 60 194.

Führungen zur Trappenbalz machen auch die Naturwacht und das Naturparkzentrum. Die nächsten Termine sind am 2., 6., 7., 9., 14., 15., 16., 17., 18., 20., 21. April und folgenden Tagen.

Anmeldung über 03386/ 21 12 27.

Die Großtrappe zählt zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt. Ihr Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Vogelarten ist, sagt Henrik Watzke, dass die Hähne sehr viel größer als die Hennen sind. Normale Hennen können vier bis fünf Kilogramm wiegen, während die Hähne das bis zu dreifache Gewicht auf die Waage bringen können. Der bislang schwerste Großtrappenhahn in Deutschland ist mit stattlichen 17 Kilo gewogen worden.

Die Führungen von Vertretern des Fördervereins Großtrappenschutz zur Balz, die im April und Mai stets an den Sonnabenden stattfinden, sind so sehr gefragt, berichtet Henrik Watzke, dass sie im April schon alle ausgebucht sind. Einige wenige freie Plätze gibt es noch am 6. und am 13. Mai. Führungen zur Trappenbalz, die von Vertretern der Naturwacht und des Naturschutzbundes Westhavelland begleitet werden, finden an verschiedenen Wochentagen meist von Donnerstag bis Sonntag statt. Dort gibt es noch gute Chancen, freie Plätze bei einer Führung zu bekommen.

Von Bernd Geske

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