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Havelland Neuer Pendlerparkplatz am Bahnhof
Lokales Havelland Neuer Pendlerparkplatz am Bahnhof
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19:25 29.09.2016
Donnerstagmittag wurde die neue Stellplatzanlage offiziell freigegeben (v.r.): Bürgermeister Detlef Fleischmann, Bauamtsleiter Stefan Lux, Arnim Bandur (CDU), Manuel Meger (LWN) und Detlef Guder von der DLG. Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

Gute Nachrichten für Pendler. Seit Donnerstag stehen am Bahnhof 216 weitere Stellplätze zur Verfügung. Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) übergab die neue P+R-Anlage am Mittag. Damit hat sich die Gesamtzahl der Stellplätze in dem Bereich nahezu verdoppelt. „Ich kann nur hoffen, dass die Parkplätze jetzt ausreichen“, so der Bürgermeister. Angesichts von 3500 Pendlern täglich glaubt er jedoch, dass zumindest in einigen Jahren eine erneute Erweiterung notwendig sein könnte. Platz wäre genug. Denn neben den 5000 Quadratmeter, die jetzt als Parkplatz dienen, stehen im hinteren Bereich noch weitere 0,7 Hektar zur Verfügung, die die Stadt ebenfalls der Bahn AG abgekauft hat.

Die Parkplatzsituation am Bahnhof Nauen ist seit vielen Jahren angespannt, die vorhandenen 162 befestigten reichen schon lange nicht mehr aus. Deshalb hatte die Kommune unlängst eine unbefestigte Fläche am Bahndamm von der Bahn AG gepachtet. Auch dort ist am Tage kaum ein freier Platz zu finden.

Fleischmann erinnerte daran, dass es bei dem Vorhaben einige Dinge gab, die nicht vorhersehbar waren. So musste man bei dem Bauvorhaben damit rechnen, dass auch Bombenblindgänger gefunden werden. Denn beim Bombardement am 20. April 1945 fielen rund 71 Tonnen Bomben auf Nauen. Bekannt war, dass es auf der jetzigen Fläche 13 Trichter gab. Blindgänger indes fand man nicht, dafür aber unter anderem fast 5000 Stück Handwaffenmunition, fünf Stück explosive Kampfmittel sowie 90 Kilogramm Kampfmittel ohne Sprengstoff. Hinzu kamen Unmengen an Schrott, darunter Bombensplitter.

Ein weiteres Handicap war die Tatsache, dass die Fläche Jahrzehnte lang als Bahnbetriebsfläche diente und somit unter anderem mit Öl und Schmierstoffen kontaminiert war. Dies erforderte einen Bodenaustausch. Als dann die Pflasterarbeiten beginnen sollten, kam die nächste Hiobsbotschaft: In den oberen Bodenschichten wurden Unmengen an Torf gefunden, teilweise lagen die Linsen nur 20 Zentimeter unter der Oberfläche – insbesondere da, wo sich Bombentrichter befanden. Bei den Explosionen war der in der Tiefe lagernde Torf offenbar nach oben katapultiert worden. Es blieb nichts anderes übrig, als den Boden auszutauschen – deutlich mehr als ursprünglich geplant war. Das war teuer und zeitaufwendig. Damit konnte der Fertigstellungstermin Weihnachten 2015 nicht mehr gehalten werden.

Insbesondere wegen des Torfes hat sich das Projekt noch mal stark verteuert. Am Ende kostete es rund 1,1 Millionen Euro. Erfreulich findet Fleischmann, dass der Großteil davon – vier Fünftel – gefördert worden ist. Ohne die Zuschüsse wäre der Bau nicht möglich gewesen.

Auf dem Parkplatz stehen acht LED-Straßenlampen, die nachts gedimmt werden können, um Strom zu sparen. Vorbereitet ist auch der spätere Stromanschluss für Elektrofahrzeuge. Ein Kabel liegt bereits im Boden. Wann die Ladestation errichtet wird, ist aber noch offen.

Von Andreas Kaatz

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