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Neues Buskonzept sorgt für Unmut

Falkensee Neues Buskonzept sorgt für Unmut

Zum 19. März des kommenden Jahres soll in Falkensee und umliegenden Gemeinden ein neues Buskonzept wirksam werden. Über den ersten Entwurf wurde jetzt erstmals öffentlich beraten. Bei dem Termin in Falkensee zeigte sich: Es herrscht noch einiger Unmut bei Bürgermeistern und bei Bürgern. Planer und Kreisverwaltung wollen auf die Kritik reagieren.

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Um die künftige Linienführung und um Taktzeiten im Busverkehr für Falkensee und Umgebung wird derzeit gerungen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Und dann, nach mehr als einer Stunde ermüdenden Fachvortrags des Planers in der stickigen Aula der Falkenseer Volkshochschule über Linienführungen, Fahrgastzahlen und Taktverdichtungen, hatte der Bürgermeister von Brieselang seinen Auftritt. Wilhelm Garn erhob sich und lobte zwar noch Verbindungen, die es im bisherigen Buskonzept gibt und die es auch in der modifizierten Fassung geben soll. Über die wird jetzt (wie berichtet) beraten, sie soll bis zum 19. März kommenden Jahres wirksam werden.

„Das ist alles toll“, so der Christdemokrat Wilhelm Garn, „ganz prima“ – und schwenkte sogleich auf Angriff um: „Aber in meinen Dörfern Bredow und Zeestow fängt am Freitag das Ende an“, kritisierte er es mit lauter werdender Stimme, dass ab Freitag bis Montag kaum noch oder keine Busse mehr fahren in seiner Gemeinde. Querverbindungen? „Wir haben keine Querverbindung nach Wustermark, wir haben keine Querverbindung zum Bahnhof Dallgow, der für uns die Station nach Rathenow ist – aber das darf man doch bitteschön erwarten in einer Gemeinde mit bald 12 000 Einwohnern.“ Garn, einmal in Rage, legte nach. „Es geht in dem neuen Buskonzept um den Schutz Falkensees, nicht um das Umland.“ Dann setzte er sich wieder hin.

Planer Ralf Günzel und Andreas Ernst, für den Nahverkehr zuständiger Wirtschaftsdezernent in der Kreisverwaltung und Moderator dieser Veranstaltung, ließen Garns Tirade zunächst im Raume stehen und verwiesen auf das Mitspracherecht, das auch er im weiteren Verfahren besitze. Schließlich handele es sich bei dem Konzept ja nur um den ersten Entwurf. Stattdessen bekam Wolfgang Jähnichen das Wort, der Falkenseer SPD-Chef war ebenfalls unter den Zuhörern. Geschickt kleidete er seine Replik auf Garn in eine kurze Selbstvorstellung: „Wolfgang Jähnichen, Stadtverordneter in Falkensee – übrigens
43 000 Einwohner und nicht 12 000 wie Brieselang...“ Ansonsten hatte er einige anerkennende Worte für die Arbeit der Planer parat. Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU), der selber einiges mit Blick auf Mängel in diversen Busverbindungen seiner Gemeinde zu meckern hatte, und sein zurückhaltender Amtskollege Holger Schreiber aus Wustermark (parteilos) dachten sich vermutlich ihren Teil.

Nach den Verwaltungschefs kamen auch einfache Bürger – Bus-Nutzer – zu Wort, von denen knapp 50 in der Volkshochschule anwesend waren. Hinweise und Kritik wurden teils sofort beantwortet oder aber aufgenommen für eine spätere Klärung. So bemängelte ein Schuljunge, mit seiner Mutter in der Aula, dass der Bus 653 am Bahnhof Falkensee oft zu spät eintreffe, um noch Anschluss an den Zug zu haben. Überhaupt, der Schülerverkehr: Er gilt als ein sehr wichtiger Pfeiler in dem Buskonzept und soll nach Auskunft der Planer weiter verbessert werden. Und das ist, nach Ansicht vieler Eltern, wie sich auch an diesem Abend zeigte, dringend nötig.

Immer wieder wurde auf nicht funktionierende Anschlüsse oder komplett fehlende Verbindungen verwiesen. Die Rede war unter anderem von Kindern, die auch bei Glatteis oder Starkregen sehen müssten, wie sie mit Rädern, Eltern- oder Großelternhilfe vorwärts kommen.

Das Konzept im Internet: https://www.havelbus.de/verkehr/verkehrskonzept-falkensee-2017.html. Wer Hinweise oder Anregungen hat, kann diese bis 30. September einreichen. E-Mail: VK-Falkensee2017@havelbus.de

Von Stefan Kuschel

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