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Neues Buskonzept sorgt für bessere Anbindung

Falkensee Neues Buskonzept sorgt für bessere Anbindung

Der Busverkehr in Falkensee und Umgebung soll besser, bislang nur schlecht erschlossene Gebiete besser angebunden werden. „Unser Ziel ist es jede Haltestelle im Stadtgebiet an allen Tagen mindestens stündlich zu bedienen, mit wenigen Ausnahmen“, so Planer Ralf Günzel bei seinem Vortrag zum Busverkehrskonzept. Einige Lücken bleiben aber bestehen.

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Das Konzept geht von fast 800 000 zusätzlichen Fahrgästen bei Havelbus aus.

Quelle: privat

Falkensee. Fast wurde es ein bisschen romantisch, als Planer Ralf Günzel bei seinem Vortrag zum neuen Busverkehrskonzept für Falkensee und die umliegenden Gemeinden mit einem Mal von einem Rendezvous am Bahnhof Falkensee sprach. Auch wenn damit keine Verabredung Verliebter gemeint war, sondern lediglich das Zusammentreffen verschiedener Buslinien, dürften die Herzen vieler Havelländer dennoch höher schlagen.

Der Busverkehr in Falkensee und Umgebung soll besser, bislang nur schlecht erschlossene Gebiete sollen besser angebunden werden. „Unser Ziel ist es, jede Haltestelle im Stadtgebiet an allen Tagen mindestens stündlich zu bedienen, mit wenigen Ausnahmen“, so Ralf Günzel im Wirtschaftsförderungsausschuss des Kreistags. Auf den Hauptlinien 337, 651, 653 und 655 soll sogar zumeist ein 30-Minuten-Takt erreicht werden.
Mit dem neuen Verkehrskonzept reagiert der Landkreis auf die veränderten Rahmenbedingungen im Großraum Falkensee. „Wir müssen im Osthavelland auf den Zuzug, die Verdichtung und die verstärkte Gewerbeansiedlung reagieren“, sagte Wirtschaftsdezernent Andreas Ernst.

Die Region zählt bundesweit zu den sich am dynamischsten entwickelnden Räumen; so hat sich die Bevölkerungszahl von Falkensee seit der Wende fast verdoppelt, in Dallgow-Döberitz sogar verdreifacht – mit entsprechend gestiegenem Fahrgastaufkommen im öffentlichen Nahverkehr.

An dessen Grundstruktur werde sich nichts ändern, betonte Ralf Günzel. „Diese hat sich bewährt, es gibt eigentlich keine grundlegenden Fehler in der Angebotsgestaltung.“ Einige Aspekte könnten jedoch verbessert werden: So seien Waldheim und Falkenhöh bislang am Wochenende nicht mit dem Bus erreichbar, ebenso einige Gebiete in Seegefeld, inklusive des Gewerbegebiets.

Wesentliche Änderungen

651: künftig Montag bis Freitag nur noch bis Marwitz statt bis Hennigsdorf, dort Anschluss an OVG 824 Richtung Oranienburg und Hennigsdorf.

652: künftig ganztägig im 60-Minuten-Takt und neu in beide Richtungen, damit eine 30-Minuten-Fahrtenfolge; Linienführung leicht verändert.

653: perspektivisch womöglich im 20-Minuten-Takt; alle Fahrten durch die Neckarstraße; am Bahnhof Falkensee Verknüpfung mit dem 655er.

654: völlig verändertes Angebot mit Start und Ziel am Bahnhof Finkenkrug; Anbindung von Waldheim und dem Gewerbegebiet Süd in Seegefeld.

655: zwischen den Bahnhöfen Dallgow und Falkensee 30-Minuten-Takt; eventuell samstags 30-Minuten-Takt auch zwischen Dallgow und Havelpark.

656: Konzentration auf Schülerverkehr mit direkter Linienführung über Nauener Straße.

338: neuer Takt für bessere Anschlüsse in Seeburg nach/aus Falkensee.

662: Routenverlängerung bis Oberschule Ketzin.

 

Auch der Havelpark in Dallgow könnte an Sonnabenden besser erschlossen sein, ebenso ließen sich die Anschlüsse an die Bahnhöfe in Dallgow und Finkenkrug verbessern. Anderes lässt sich dagegen nicht ändern: Dass der Bus nicht durch die südlichen Wohngebiete der Schönwalder Siedlung fahre, hänge mit den engen Straßen zusammen. „Dort passen die Busse einfach nicht durch“, sagte Ralf Günzel.

Der Planer geht davon aus, dass mit einem verbesserten Angebot künftig noch mehr Menschen auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. Er rechnet mit einem Plus von 785 000 Fahrgästen, „und das ist angesichts des vorhergesagten Bevölkerungswachstums noch eine eher vorsichtige Prognose“, so Günzel.

Zusätzliche Fahrzeuge werden nach seinen Berechnungen zwar nicht benötigt, doch die Ausgaben für den Busverkehr würden trotzdem deutlich steigen. Etwa 903 000 Euro fielen pro Jahr zusätzlich an; zieht man die Einnahmen ab, die ebenfalls steigen, blieb immer noch ein Defizit von rund 193 000 Euro. In den ersten Jahren bis 2020 wäre dieses sogar noch höher, bis zu 350 000 Euro, weil sich die Fahrgastnachfrage erst aufbauen müsse, so Ralf Günzel. Hinzu kämen die Ausgaben für 17 neue Haltestellen mit 28 Masten, die vor allem die Kommunen bezahlen müssten.

Viel Geld, doch Landrat Roger Lewandowski (CDU) hält die Ausgaben dennoch für gerechtfertigt. „Das Thema Mobilität, das auch Teilhabe bedeutet, ist ein ganz wichtiges und zentral für die Attraktivität des Landkreises“, sagte der Verwaltungschef. „Deshalb sollte es uns das Geld wert sein. Das Thema ist so wichtig, dass wir uns da nicht aus der Verantwortung stehlen können.“

Das Geld müsste aus dem allgemeinen Haushalt des Landkreises erwirtschaftet werden. Bereits bei der Haushaltsklausur am 19. und 20. Juli wolle man prüfen, wie man die benötigte Summe zusammenbekommt, sagte Roger Lewandowski. „Wir waren uns im Kreistag alle einig gewesen, dass wir Verbesserung im öffentlichen Nahverkehr wollen.“

Am Montag wird das Busverkehrskonzept in Falkensee den Bürgern vorgestellt. Danach tagt zunächst noch einmal der Ausschuss, ehe dann der Kreistag entscheidet. Im Frühjahr 2017 soll der neue Plan umgesetzt werden, vermutlich nach dem 19. März. Bis dahin laufen im Regionalbahnverkehr noch Bauarbeiten.

Terminhinweis Die Veranstaltung für Bürger findet am Montag, dem 11. Juli, ab 17 Uhr in der Aula der Musik-, Kunst- und Volkshochschule Havelland, Poststraße 15 in Falkensee, statt. Anschließend wird das Konzept auch auf der Internetseite von Havelbus veröffentlicht.

Von Philip Häfner

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