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Dosse bekommt 1,5 Millionen teures Wehr

Land investiert bei Strodehne Dosse bekommt 1,5 Millionen teures Wehr

100 Jahre lang war das Dossewehr bei Strodehne in Betrieb. Doch nun hat es ausgedient. Bis zum Herbst 2016 wird eine neue Wehranlage errichtet, mit der nicht nur der Dossepegel, sondern auch der Wasserstand der Nebengewässer reguliert werden kann. Doch das kostet viel Geld.

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Gernot Elftmann (re.), Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Dosse-Jäglitz bei der Baustellenbereitung mit dem Bauleiter Patrick Stein und Planer Ralf Chlechowitz.

Strodehne. Nach fast 100-jähriger Dienstzeit mit mehrmaligen Reparaturen hat die Wehranlage „Salanderhorst“ ausgedient. Das Schützenwehr reguliert den Wasserstand der Dosse bei Strodehne nicht mehr zuverlässig. Auch der Fischpass ist kaputt. „Eine nochmalige Sanierung wäre wirtschaftlich nicht vertretbar gewesen“, sagt Gernot Elftmann, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Dosse-Jäglitz, auf einer Wasserbaustelle zwischen der alten Wehranlage und einer neuen Dosse-Brücke. Vier Kilometer vor ihrer Einmündung in die Havel bekommt die Dosse eine neue Wehranlage. Gebaut wird seit dem Sommer, erklärte Elftmann bei einer Bauberatung mit dem Bauleiter Ralf Chlechowitz und Planer Patrick Stein.

Um die Baustelle für ein neues Klappwehr trocken legen zu können, wurden Spundwände gesetzt. So kann das Wasser vorbeifließen an der Baustelle. Zwei automatisch gesteuerte und auf die Wehrkrone montierte Klappen von jeweils sechs Metern Breite werden zukünftig den Wasserstand der Dosse in ihrem Verlauf auf brandenburgischem Terrain regulieren, bevor sie sich in Richtung Vehlgast und damit nach Sachsen-Anhalt verabschiedet. Das überlaufende Wasser wird mit Inbetriebnahme der Wehranlage in ein Auffangbecken fließen, dessen Untergrund bereits mit Beton befestigt wurde, um ein Ausspülen des Flusses zu verhindern. Derzeit errichten die Bauleute Verschalungen, um die Betonwände und die Pfeiler für die Wehranlage setzen zu können.

Das alte Wehr hat bald ausgedient

Das alte Wehr hat bald ausgedient.

Quelle: Norbert Stein

„Ein Klappenwehr ermöglicht im Vergleich mit einem Schützenwehr eine genauere Regulierung des Wasserstandes“, erläutert Elftmann die gewählte Bauvariante, zu der auch ein neuer Fischpass gehört. Dem Geschäftsführer ist es wichtig zu sagen, dass für den Neubau der Wehranlage Landesmittel eingesetzt werden und keine Umlagebeiträge der Flächeneigentümer. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Gesundheit investiert rund 1,5 Millionen Euro in die neue Wehranlage. Die Fertigstellung ist für den Herbst 2016 geplant.

Einfluss hat der Wehrstau „Salanderhorst“ natürlich zuerst auf den Wasserstand in der Dosse, aber auch die Pegel der benachbarten Gewässer wie der Jäglitz und dem Bültgraben sind über das Wehr zu regulieren.

Und folglich hat der Betrieb des Wehrs Auswirkungen auch auf die landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen rund um Strodehne, Altgarz, Rübehorst und Großderschau. Zuständig ist Gernot Elftmann mit seinen Leuten aus Neustadt/Dosse für die Wehranlage in der Strodehner Gemarkung im Havelland, weil im Land Brandenburg die Zuständigkeit der Wasser- und Bodenverbände nach Wassereinzugsgebieten geregelt ist und nicht nach territorialen Gemarkungsgrenzen.

Das Klappenwehr

Bei einem Klappenwehr wird der Wasserstand der Staus mittels beweglicher und auf der Wehrkrone montierter Klappen geregelt. Die Klappen werden in der Regel hydraulisch oder über ein Zahnstangengetriebe bewegt. Das überfließende Wasser fällt in das so genannte Tosbecken. Es entstehen dabei häufig zwei gegeneinander drehende Strömungswalzen.

Bei einem Schützenwehr handelt es sich um ein Wehr mit tafelförmigem Wehrverschluss, der in vertikaler Richtung in den Nischen der Wehrpfeiler oder Wehrwangen bewegt wird. Das Doppelschütz besteht aus zwei Schütztafeln, von denen die obere zur Ableitung von Eis und Schwimmstoffen abgesenkt werden kann. Sollen größere Wassermengen über die Schütztafel geleitet werden, dann muss deren Oberkante strömungsgünstig ausgebildet werden.

Von Norbert Stein

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