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Neues Flüchtlingsheim in Nauen

Anwohner auf Besichtigungstour Neues Flüchtlingsheim in Nauen

Nach etwa einjähriger Bauzeit ist die neue Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende im Waldemardamm in Nauen jetzt bezugsfertig. Der Landkreis Havelland hatte am Donnerstag Anwohner eingeladen, um sich die Räume anzusehen. Etwa 60 Leute nutzten die Gelegenheit.

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Interessierte Nauener beim Rundgang durchs die neue Unterkunft am Donnerstagabend.

Quelle: Tanja M. Marotzje

Nauen. Ein Jahr wurde geplant und gebaut, jetzt ist die neue Gemeinschaftsunterkunft für 250 Flüchtlinge am Waldemardamm in Nauen fertig. Am Donnerstag folgten etwa 60 Anwohner aus der Kreuztaler Straße, aus dem Waldemardamm und dem Bredower Weg der Einladung des Landkreises Haveland, sich in den beiden Gebäuden umzusehen. Es blieb alles friedlich, und es gab keinerlei Störungen, wie man es hätte vermuten können. Hatte es doch in der Vergangenheit wegen des Baus dieses Flüchtlingsheimes und der Notunterkünfte in Nauen immer wieder Anschläge von Asylgegnern gegeben. Nicht zuletzt hatten im August 2015 mutmaßlich NPD-Mitglieder die Sporthalle des Oberstufenzentrums Havelland in der Stadt angezündet.

Als eine der ersten stand am Donnerstagabend die Nauenerin Hannelore Winkel vor dem Tor des neuen Hauses . „Für mich ist es ein Bedürfnis zu helfen. Ich möchte wissen, wie die Asylsuchenden hier leben werden und was sie noch brauchen“, sagte die Rentnerin, die schon unzählige Mützen, Schals, Handschuhe für Flüchtlinge gestrickt hat.

Mitarbeiter der Kreisverwaltung führten die Nauener in kleinen Gruppen durch die Gebäude. Die Zwei- und Dreibettzimmer sind neben den Betten mit einem Kühlschrank, einem Tisch samt Stühlen und schmalen Kleiderschränken ausgestattet. Ähnlich wie anderen Flüchtlingsunterkünften in Falkensee und Schönwalde-Glien. Neben kleinen Wasch/Duschräumen (getrennt für Männer und Frauen) gibt es die Küchen, Trockenräume für die Wäsche sowie einen Wäscheplatz draußen. Ein zwei Sitzbänke mehr als beiden bisher aufgestellten, könnten es schon sein, stellte eine Anwohnerin fest. „Die Gebäude sind nahezu baugleich mit der Unterkunft in Falkensee An der Lake“, erklärte Kreisdezernent Wolfgang Gall (CDU). Rund 4,5 Millionen Euro hat der Landkreis in den Neubau in Nauen investiert, dazu kommen die 209 000 Euro für das Grundstück, das der Kreis von der Stadt Nauen erworben hat.

Unter den Neugierigen war auch die Leiterin der Käthe-Kollwitz-Grundschule Nauen. Sie freute sich, dass es für die Kinder einen Hausaufgabenraum gibt und hofft, „das recht schnell Kontakte zu den Flüchtlingskindern zustande kommen. Wir denken an gemeinsames Singen oder andere Freizeitaktivitäten“, sagte Nadine Croux. Ihr Kollege Jürgen Beyer, Rektor der benachbarten Arco-Schule, wünscht sich vom Staatlichen Schulamt zügig Informationen, wie mit den neuen Schulkindern ab Januar umgegangen werden soll, ob es zusätzliche Lehrerstunden oder gar Lehrer gibt. Bis zum Jahresende, so Wolfgang Gall, sollen die Kinder der Flüchtlinge in den bisherigen Schulen weiter unterrichtet werden. Den Transport übernehmen die Johanniter. Wie viele Kinder unter den Asylsuchenden sein werden, konnte Gall noch nicht genau sagen. Fest steht, dass die Bewohner von Notunterkünften in Brieselang, Rathenow und Elstal jetzt nach Nauen umziehen.

Für die Sicherheit der künftigen Bewohner sorgen rund um die Uhr Mitarbeiter einer Wachschutzfirma. Die sollten eigentlich auch die Traglufthalle im Gewerbegebiet Ost in Nauen bewachen, aber die wird wie auch die anderen beiden Hallen in Brieselang und Falkensee angesichts sinkender Flüchtlingszahlen nicht als Unterkunft benötigt. „Wir können die Traglufthallen aber nicht abbauen, weil wir bisher vom Bund oder vom Land keine Informationen bekommen, wie viele Flüchtlinge wir in diesem Jahr aufnehmen müssen“, erklärte der Kreisdezernent. Derzeit leben 1200 Asylbewerber und 655 Flüchtlinge mit Aufenthaltsberechtigung im Havelland.

Von Jens Wegener

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