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Havelland Neues Freizeitdomizil etabliert sich
Lokales Havelland Neues Freizeitdomizil etabliert sich
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15:39 04.04.2018
Der neue Pumptrack, den Jugendliche mitgestaltet haben, wird bereits rege genutzt. Jugendarbeiter André Neidt ist begeistert. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Nachmittag, bestes Novemberwetter, die Sonne scheint. Gerade ist die letzte Schulstunde vorbei, da klingt bereits ausgelassenes Lachen vom neuen Freizeitplatz am Körgraben herüber. Aus der Ferne sind rote und schwarze Fahrradhelme zu erkennen, die über kleine Hügel huschen.

Drei Jungs von der Förderschule Pestalozzi drehen hier auf dem gerade entstandenen Pumptrack – einer präparierten Strecke aus Lehm für BMX und Mountainbikes – einige Runden. Beim Bau der Strecke in den Herbstferien haben sie selbst mitangepackt, nun freuen sie sich über die neu gewonnene Freizeitmöglichkeit.

Wer in den letzten Tag am „Rideplatz“ vorbei gelaufen ist, dem dürfte aufgefallen sein, dass sich auf der einst unscheinbaren Wiese mitten im Stadtzentrum tatsächlich etwas tut. Die Brache wird nicht nur nach und nach mit verschiedenen Elementen wie einer Feuerstelle, Outdoor-Sportgeräten oder dem neuen Pumptrack aufgewertet, die Jugend nimmt den Platz auch zunehmend an und füllt ihn mit Leben.

Um auf dem neuen Pumptrack Spaß zu haben, brauchen die Jugendlichen nicht mal ein eigenes BMX-Rad. Jeden Donnerstag können sich die Kids kostenlos Räder und Helme ausleihen. Quelle: Christin Schmidt

Die drei Jungs von der Pestalozzi-Schule gehören zu den jungen Rathenowern, die immer häufiger ihre Nachmittage hier verbringen – an frischer Luft und in Bewegung. Nur mit einem T-Shirt bekleidet liefern sie sich einen kleinen Wettbewerb. Ein Helm schützt den Kopf vor eventuellen Stürzen, denn bei all dem Spaß, den Radsportfreunde hier haben sollen, Sicherheit steht im Vordergrund.

Die Gesichter der Jungen sind von der Bewegung in der kühlen Novemberluft schon ganz rosig. Der BMX-Sport verlangt ihnen einiges an Ausdauer und Geschicklichkeit ab, schließlich sind sie keine Profis. Sie haben nicht mal ein eigenes BMX-Rad. Dass sie dennoch den neuen Pumptrack mit professionellen Rädern befahren können, ist André Neidt und dem Engagement des Kreissportbundes Havelland (KSB) zu verdanken.

Der 24-Jährige ist beim KSB für die sportorientierte mobile Jugendarbeit zuständig und maßgeblich an der Entwicklung des Rideplatzes beteiligt. Regelmäßig ist er am Körgraben anzutreffen – unter anderem jeden Donnerstag von 13 bis 16 Uhr. Dann findet seit kurzem ein offener BMX-Treff statt.

Der Rideplatz soll bundesweit Schule machen

Die Idee, den ehemaligen Reitplatz am Rathenower Körgraben zum Freizeitplatz umzugestalten, wurde 2012 von Rathenower Jugendlichen geboren.

Das Vorhaben kam 2014 zum Stillstand, weil baurechtliche Fragen nicht rechtzeitig geklärt werden konnten.

Ende 2016 gewannen die Rathenower mit ihrer Projektidee „Rideplatz“ in einem bundesweiten Wettbewerb Fördermittel in Höhe von 40 000 Euro.

Der Deutsch Olympische Sportbund (DOSB) und die Stiftung „Lebendige Stadt“ stellen die Mittel – je 20 000 Euro in 2017 und 2018 – zur Verfügung.

Zudem hat der Landkreis Havellandfür 2017 weitere 40 000 Euro aus dem Förderprogramm „Goldener Plan“ zur Verfügung gestellt.

Später soll das Vorhaben deutschlandweit Schule machen.

Jeder ist willkommen, selbst wer kein eigenes Rad hat, muss auf den Fahrspaß nicht verzichten, denn André Neidt kommt nicht mit leeren Händen. In einem Transporter lädt er ab sofort jeden Donnerstag mehrere BMX-Räder und Helme, die sich interessierte Kinder und Jugendliche nach Lust und Laune kostenlose ausleihen können.

Genau wie alle anderen Projekte auf dem Rideplatz, die bereits abgeschlossen oder im Entstehen sind, haben sich auch am Pumptrack Jugendliche mit Ideen und Tatenkraft eingebracht. Darauf weist auch ein Schild am Rand der Strecke hin. Für André Neidt ist diese Art der Beteiligung ein ganz wesentlicher Grund für den Erfolg dieses Projekts: „Die Kids haben diese Strecke mit geplant, sie haben sich mit ihren Wünschen eingebracht und nicht zuletzt auch selbst mitangepackt. Die Wertschätzung für diesen Parcours ist damit deutlich höher als beispielsweise für einen Skatepark, den wir ihnen fertig serviert hätten.“

Natürlich soll der Rideplatz die Jugend anziehen, er ist aber nicht nur für sie gedacht, betont Neidt. Das Schlagwort heißt Beteiligung. „Auf dem Platz wird nichts entstehen, was die Bürger dieser Stadt nicht wollen und worin sie sich nicht selbst einbringen. Wir wollen möglichst viele Menschen in die Ideenfindung, Planung und Umsetzung einbinden, sie sollen sich mit diesem Platz identifizieren“, so Neidt.

Es zieht Leben auf dem neuen Freizeitplatz am Körgraben ein. Die Strecke für Radsportler entwickelt sich gerade zum beliebten Freizeittreffpunkt. Quelle: Christin Schmidt

Von Christin Schmidt

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