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Neues Heim für Frau Adebar in Schönwalde

Nabu initiiert Storchenhorst Neues Heim für Frau Adebar in Schönwalde

In fünfstündiger Handarbeit hat der ehemalige Storchenvater Dieter Stark mit Hilfe einiger Freiwilliger das neue Storchennest für Schönwalde-Siedlung angefertigt. Wie gut die Chance stehen, dass sich bereits in diesem Jahr eine Storchenfamilie im vierten Horst der Gemeinde niederlässt, weiß die Storchenbeauftragte Claudia Jörg.

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Dieter Stark, seine Frau Ursula und die neue Storchenbeauftragte Claudia Jörg.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Schönwalde-Siedlung. Noch etwas windschief ragt der rund zehn Meter hohe Strommast in den Frühlingshimmel. Die Sonne drückt sich durch die Wolken und taucht den neuen Storchenhorst an seiner Spitze in ein warmes Licht. Ein weiterer Ruck und der Mast steht kerzengerade.

Neben Nistplätzen in Schönwalde-Dorf, Pausin und Wansdorf ist der neue Horst in Schönwalde-Siedlung das neuste Storchenheim der Gemeinde. „Die Chancen stehen gut, dass es schon in diesem Jahr bewohnt wird. Bereits im letzten Jahr hat eine Störchin aus Sachsen-Anhalt versucht sich in einem Garten in unmittelbarer Nähe ein Heim zu schaffen, leider ohne Erfolg “, so Storchenbetreuerin Claudia Jörg vom Naturschutzbund (Nabu). Sie hatte den Horst gemeinsam mit dem ehemaligen Storchenvater Dieter Stark und Anwohnern des Schönwalder Habichtsteigs initiiert. „Wichtig bei der Auswahl des Standortes ist, dass ein großer Abstand zu anderen Nistplätzen eingehalten wird und ausreichend Nahrung vorhanden ist. Sonst könnte es zu heftigen Bekämpfungen kommen“, so Jörg. Von über 80 Horten im Osthavelland seien etwa 35 Nistplätze so gut wie jedes Jahr belegt. 67 Junge habe es allein im vergangenen Jahr gegeben. Der Hort in Schönwalde-Dorf zähle dabei zu den beliebtesten Storchenheimen.

Ein 250 Kilogramm schweres Draht-Weidengeflecht, das mit gemütlichem Stroh ausgepolstert ist und ein Finish mit Kalkfarbe erhalten hat, soll Adebar künftig nach Schönwalde locken. „Die weiße Kalkfarbe ist ein kleiner Trick, damit die Tiere den Horst besser annehmen. Wenn er schon einmal bewohnt worden ist, vermittelt das den Tieren Sicherheit – der Kalk soll den Kot der Vorgänger nachahmen“, so Claudia Jörg. Rund fünf Stunden hat es gedauert, bis Dieter Stark sein mittlerweile 86. Nest fertiggestellt hat. „Im strömenden Regen habe ich mit einigen Freiwilligen geackert. Aber was tut man nicht alles für die Störche“, so der leidenschaftliche Vogelkundler.

Symbolfigur des Naturschutzes

Rund um den Weißstorch ranken sich zahlreiche Sagen und Erzählungen. Er gilt als Hüter des Ehefriedens und Überbringer des Nachwuchses.

Zwar liegt für kaum eine andere Vogelart so viele Daten und Untersuchungen vor und trotzdem gehört der Weißstorch zu den bedrohten heimischen Vogelarten. Um ihn zu schützen hat sich der Naturschutzbund (Nabu) vor allem die Wiederherstellung und Erhaltung von Feuchtgebieten zur Aufgabe gemacht.

Der Weißstorch ist etwa einen Meter groß, wiegt 3,5 Kilo und hat eine Flügelspannweite von bis zu zwei Metern. Er bevorzugt offene Landschaften und Feuchtgrünland als Lebensraum.

Die Brutdauer beträgt rund 32 Tage, nach etwa drei Monaten trennen sich die Jungtiere von ihren Eltern.

Den aussortierten Strommast aus Beton hat die Gemeinde zur Verfügung gestellt und sich auch an weiteren Kosten beteiligt. „Das Metallgestell hat die Schönwalder Firma Lüdtke angefertigt und spendiert. Wir benötigen alles Geld für die regelmäßige Reinigung der Nistplätze“, so Jörg, die alle Storchennester im gesamten Osthavelland zwei Mal im Jahr abfährt. Überall kann die Storchenbeauftragte jedoch nicht sein und deshalb hat sie in der Nähe eines jeden Horsts jemanden, der beobachtet, aufpasst und in ständigem Kontakt mit ihr steht. „Hier in Schönwalde-Siedlung wird das künftig Uwe Kühnert übernehmen. Er hatte uns damals verständigt und über die Störchin in seinem Garten informiert.“

Von Laura Sander

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