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Neues Wohnen im ehemaligen Kuhstall

Paulinenaue Neues Wohnen im ehemaligen Kuhstall

Der denkmalgeschützte ehemalige Kuhstall des früheren Paulinenauer Gutes wird derzeit umfassend saniert. Im Frühjahr nächsten Jahres sollen dort die Mieter die acht geplanten altengerechten Wohnungen beziehen. Darüber hinaus entsteht eine Tagespflege des Gemeinschaftswerkes Wohnen und Pflege mit zwölf Plätzen.

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Andrea Kotsch vom Gemeinschaftswerk und Bauherr Jan Gabriel vor dem früheren Kuhstall des alten Gutes, der entkernt worden ist.

Quelle: Andreas Kaatz

Paulinenaue. Rein zufällig erfuhr Jan Gabriel davon, dass die alten Gutsgebäude in Paulinenaue zum Verkauf stehen. Der 46-Jährige, der seit zehn Jahren mit seiner Familie in Ribbeck wohnt, war schon längere Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Objekt, dass er sanieren und vermieten könnte. In Paulinenaue klappte es nun mit den Wirtschaftsgebäuden des alten Gutes.

„Wir haben uns gleich verliebt in die Räume“, sagt Jan Gabriel. Seit April rekonstruiert er den ehemaligen Kuhstall, ein denkmalgeschütztes Fachwerkgebäude. Es gehört mit zum nördlichen Gutsareal, das er erworben hat. Dazu zählen auch noch der frühere Kornspeicher nebenan, der bis zur Wende in Betrieb war, sowie der einstige Pferdestall und das kleine Milchhaus.

Immer wieder kommen jetzt Paulinenauer vorbei, um sich die Arbeiten anzuschauen. „Es gibt viele ältere Leute im Ort, die das Areal von früher kennen und die mit ansehen mussten, wie andere Gebäude im östlichen Teil schon abgerissen wurden, darunter die alte Schnapsbrennerei“, sagt er. „Die erzählen dann, wie es früher war, das macht richtig Spaß.“
Vielleicht sind auch einige der Einwohner darunter, die künftig in dem Stallgebäude wohnen werden. Denn über das Architektenbüro pha design hat Jan Gabriel Kontakt zum Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege aufgenommen. Dort war man schon länger auf der Suche nach einem Objekt in Paulinenaue. „Wir sind glücklich, dass wir solch einen Investor gefunden haben“, sagt Andrea Kotsch, Friesacker Niederlassungsleiterin.

Acht Appartements für Betreutes Wohnen sollen in der oberen Etage entstehen sowie in einem Teil des Erdgeschosses. Darüber hinaus wird es im unteren Bereich eine Tagespflege geben – als eine Filiale der gleichartigen Einrichtung in Friesack. Wie dort sind in Paulinenaue ebenfalls zwölf Plätze geplant, ein Gemeinschaftsgarten soll dazugehören. „Wir wollen damit bürgernäher sein“, sagt Andrea Kotsch. Denn bisher müssen die Paulinen-auer zur Tagespflege nach Friesack gebracht werden, wobei der Kleinbus bei seiner Hol- und Bringetour durchs Amt Friesack jeweils eine Dreiviertelstunde unterwegs ist.

Die Wohnungen sind schon jetzt gefragt. „Ohne dass wir Werbung gemacht haben, gibt es bereits eine Warteliste mit drei Anmeldungen aus Paulinenaue“, sagt die Niederlassungsleiterin. Damit bestätigt sich erneut ein Trend. „Es zeigt sich, dass die Leute aus dem Ort auch in Zukunft hier bleiben wollen“, sagt sie. Mitarbeiter der Friesacker Sozialstation werden ebenfalls künftig ein Büro in Paulinenaue haben und sich dadurch unnötige Wege ersparen.

Im Frühjahr nächsten Jahres sollen die künftigen Mieter ihr neues Domizil beziehen können. Bis dahin ist noch viel zu tun. „Der Dachstuhl ist erstaunlich gut erhalten, allerdings ist das Gebäude von der Statik her unterdimensioniert“, sagt Gabriel. So müsse die Konstruktion großflächig verstärkt werden. „Am Schlimmsten getroffen hat es das Fachwerk, etwa ein Drittel der Hölzer muss ausgetauscht werden.“ Ins Gebäude wird ein Fahrstuhl eingebaut, aufs Dach kommen Gauben. Den Turm, der mal auf dem Gebäude war, wird der Bauherr allerdings entgegen ersten Erwägungen nun doch nicht wieder draufsetzen.Vor dem Einzug der Mieter soll es – sobald es geht – einen Tag der offenen Tür geben.

„Als nächstes ist geplant, den Pferdestall auszubauen“, sagt der Bauherr. Auch da will er mit dem Gemeinschaftswerk kooperieren. Im Erdgeschoss soll eine Wohngruppe für Menschen mit Unterstützungsbedarf, darunter auch Demenzkranke, einziehen. Zehn Plätze sind dort vorgesehen, auch für Menschen mit Pflegestufe. „Man lebt dort wie in einer Familie“, so Gabriel. Für das Obergeschoss hingegen bestehen noch keine Pläne.

Von Andreas Kaatz

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