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Havelland Neun Konzerte, ein Signal
Lokales Havelland Neun Konzerte, ein Signal
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00:33 24.09.2015
Die Musiker von Plan Beat beim Stadtevent: Sie brachten ungewöhnliche Töne in die evangelische Kirche in Seegefeld. Quelle: Hans-Peter Theurich
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Falkensee

Die zehnte Ausgabe des Falkenseer Stadtevents am Sonnabend stand ganz im Zeichen der Willkommenskultur für Flüchtlinge, organisiert vom „Bündnis gegen Rechts“. Schon während des Soundchecks an der Stadthalle sang die Rockband The Smurfs den alten und neuen Hit „Schrei nach Liebe“ von der Band Die Ärzte.

Nach dem traditionellen Eintrommeln der Veranstaltung durch die Gruppe Cilindros e Cantar eröffnete Ulf Hoffmeyer-Zlotnik vom Bündnis die Interkulturelle Woche. „Kaufen Sie ein gelbes Armband. Es garantiert Ihnen einen besonders warmen Empfang bei den insgesamt neun Konzerten in Falkensee“, sagte er.

Roger Lewandowski (CDU), stellvertretender Landrat, freute sich, über so viel Zuspruch der Havelländer gegen Rassismus. „Ich hoffe, dass die Brandstifter der Turnhalle in Nauen bald gefasst werden“, sagte er. Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD) fand entschieden deutlichere Worte: „Brandstiftung ist ein viel zu schwaches Wort. Das ist Terrorismus!“ betonte er und erhielt langen Applaus von den zahlreichen Zuhörern.

Silas Zimmermann von der Falkenseer Band The Smurfs war begeistert, dass es die Veranstaltung schon so lange gibt. „Das Lied ’Schrei nach Liebe’ war schon vor fast 25 Jahren ein Protest gegen Rechts und ist jetzt wieder aktuell“, sagte der 18-Jährige. In der ganzen Stadt luden Lokale und Kirchengemeinden zu Konzerten ein. Den Auftritt in der Stadtbibliothek musste die Klezmer-Gruppe Manifest absagen, da einige Musiker erkrankt waren.

Stattdessen hatte Matthias Nitsche aus Oranienburg mit seinem Programm „Cantaré“ („Ich werde singen“) großen Erfolg. Der Musiker reiste gedanklich mit seinem Publikum quer durch den südamerikanischen Kontinent. Dabei erklärte er rund zwanzig exotische Instrumente und spielte landestypische Stücke. Dazu gehörte auch ein kleines gitarrenähnliches Instrument, das ursprünglich aus dem Rückenpanzer eines Gürteltieres gebaut wurde, der Charango. Ein derbes Spottlied zum Mitsingen und Mitklatschen fehlte nicht und sorgte beim Publikum für gute Laune.

Die Liebhaber der Musik aus dem Schtetl kamen im Bürgerhaus Finkenkrug auf ihre Kosten. Dort spielte Harry`s Freilach Klezmer, eine Tanzmusik, die bei keiner Feier der osteuropäischen Juden fehlen durfte.

Ungewöhnliche Töne erklangen in der evangelischen Kirche Seegefeld mit Plan Beat. Das sind Robert Lee Fardoe und Friedl Beatbox sowie Ramon Jorek aus Berlin an der E-Gitarre. Mit Folk, Soul und Rock gaben sie dem Affen reichlich Zucker. Dabei imitierte der Beatboxer Friedl Percussion-Sounds ohne Instrumente.

Griechische Livemusik ließ im Restaurant Karyatis zu kulinarischen Genüssen sonnige Erinnerungen an den Urlaub aufkommen. Ohrwürmer von Milva und Nana Mouskouri zusammen mit Protestliedern des Rembetiko sorgten für Stimmung.

Ebenfalls gute Laune lösten Flinn Sorrow und sein Inigualable Orquesta Randalera in der „Elsterklause“ aus. Die Gruppe trägt ihr Markenzeichen schon im Namen – sehr melodiöse Randale. Außerdem verführte die spanisch beeinflusste Musik zum Tanzen.

Das zehnte Stadtevent war wieder ein voller Erfolg. Gerhard Dünnhaupt, ein Gast aus Spandau, brachte es auf den Punkt: „Hervorragend!“

Von Judith Meisner

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