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Havelland Nicht alle mögen Bienen im Dorf
Lokales Havelland Nicht alle mögen Bienen im Dorf
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21:09 13.06.2018
Bienen sind in Kleßen-Görne ein umstrittenes Thema. Quelle: Norbert Stein
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Kleßen-Görne

Bienen sind unersetzliche Gehilfen für eine intakte Natur. Sie bestäuben Obstbäume, Blumen, Beerensträucher und landwirtschaftliche Kulturen. Sie sorgen für Artenvielfalt in der Landschaft und produzieren Honig. Auch für die Landwirtschaft sind sie unentbehrlich. Aber den Bienen geht es schlecht. Die Landwirtschaft ist intensiv, in den Gemeinden ist der Rasen kurz geschnitten und wilde Pflanzen sind selten. Die Rolle der Imker wird darum immer wichtiger.

Viele Imker im Dorf

In der Gemeinde Kleßen-Görne widmen sich derzeit sechs Imker in ihrer Freizeit den Bienen. Michael Meyer hat 40 Bienenvölker im Ortsteil Görne. Er ist auch der Vorsitzende des Imkervereins Friesack und Umgebung mit derzeit 35 Mitgliedern, die sich um insgesamt rund 290 Bienenvölker kümmern.

Michael Meyer ist Hobbyimker in Görne und Vorsitzender des Imkervereins Friesack. Quelle: Norbert Stein

Der Imkerverein hatte einen Antrag an die Gemeindevertretung gestellt, sie möge die „Ortsüblichkeit der Bienenhaltung“ für Kleßen-Görne beschließen. „Ein solcher Beschluss kann dazu beitragen, die Artenvielfalt und ein ökologisches System im Gemeindegebiet besser zu sichern“, begründete der Imkerverein sein Begehren. Zudem würde die Feststellung der Ortsüblichkeit der Bienenhaltung Michael Meyer zufolge den Imkern die Arbeit erleichtern und ihnen mehr Rechtssicherheit bieten.

Keine Entscheidung

Am Montagabend sollten die Gemeindevertreter nun den Beschluss über die Zulässigkeit und Ortsüblichkeit der Bienenhaltung in Kleßen-Görne fassen. Doch dazu ist es nicht gekommen. Alle Abgeordneten stimmten für den Vorschlag von Bürgermeister Joachim Tessenow, die Entscheidung zur Beschlussvorlage ersatzlos von der Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung zu streichen.

Die Bienenhaltung sorgt offensichtlich schon längere Zeit für Diskussionen in der Gemeinde. „Es ist ein heißes Eisen“, sagte der Bürgermeister. Es gebe Einwohner, die mögen Bienen, aber es gäbe auch Einwohner, die mögen Bienen nicht im Dorf. „Mit einem Beschluss über die Ortsüblichkeit der Bienenhaltung würde die Gemeinde nur zusätzlichen Raum für Rechtsstreitigkeiten schaffen“, begründete der Bürgermeister seinen Vorschlag, das Thema nicht weiter zu behandeln.

Bürgermeister Joachim Tessenow. Quelle: Norbert Stein

Außerdem gebe es in keiner anderen Gemeinde in der Umgebung einen ähnlichen Beschluss. „Die Imkerei hat ihren Platz in der Gemeinde und dazu braucht es keinen zusätzlichen Beschluss“, sagte Gemeindevertreter Detlef Ebert, weitere Abgeordnete stimmten zu.

Fünf Völker ist in Ordnung

Michael Nagl, Grundstückseigentümer in Görne sagte, der Bundesgesetzgeber habe bereits Regelungen zum Schutz der Bienenhaltung geschaffen. „Wenn ein Hobbyimker fünf Bienenvölker auf seinem Grundstück hat, habe ich dagegen überhaupt nichts einzuwenden“, sagte Nagl weiter. „Eine deutlich höhere Anzahl von Bienenvölkern auf einem Grundstück halte ich mit Blick auf das gute nachbarschaftliche Zusammenleben im Dorf nicht für dienlich.“

Bienen bei der Arbeit. Quelle: Jacqueline Schulz

Vom Imkerverein Friesack war niemand zur Gemeindevertretersitzung gekommen. Die Imker aus dem Dorf setzen nun darauf, die Einwohner zu informieren. Bei einem Schleuder-Fest erfährt am am kommenden Sonnabend, 16. Juni ab 14 Uhr Wissenswertes über Bienen. Imker diskutieren, Gäste dürfen Honig schleudern oder Bienenwachskerzen anfertigen. Treffpunkt ist die Kulturscheune Görne.

Von Norbert Stein

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