Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 5 ° heiter

Navigation:
Niedrige Milchpreise und Trockenheit

Landwirtschaftsbericht 2015 Niedrige Milchpreise und Trockenheit

Die anhaltende Trockenheit hat zahlreichen Landwirten im Havelland im vergangenen Jahr die Ernte vermiest. Mit ihren Erträgen kamen sie nicht an die Ergebnisse im Rekordjahr 2014 heran. Darüber hinaus hat sich die Zahl der gehaltenen Rinder um knapp 1000 reduziert, vor allem Milchviehbetriebe mussten aufgeben.

Voriger Artikel
Rasenplatz wird automatisch bewässert
Nächster Artikel
Elektroautos im Havelland weiter die Ausnahme

Die Rinderhaltung treibt zahlreichen Landwirten die Sorgenfalten auf die Stirn, einige mussten im Vorjahr aufgeben.

Quelle: Philip Häfner

Havelland. Nicht nur für die Getreideernte war das Jahr 2015 kein besonders gutes. Sowohl bei Roggen als auch bei Winterweizen und –gerste lagen die Erträge unter denen des Rekordjahres 2014. Dies geht es aus dem Landwirtschaftsbericht 2015 hervor, den der Landkreis Havelland jetzt herausgegeben hat.

„Wir hatten kein besonders gutes Wetter“, begründete die Leiterin des Landwirtschaftsamtes Dörte Wernecke, die geringeren Erträge. So ließ die anhaltende Trockenheit die Wintergerste vielerorts in die Notreife gehen. Darum begann die Ernte verfrüht. „Trotzdem wurde der mehrjährige Durchschnitt von 2009 bis 2014 übertroffen“, sagt die Amtsleiterin. Einen Einbruch gab es auch bei Kartoffeln. Es wurden 322 500 Tonnen geerntet und damit rund 100 000 weniger als im Jahr davor. Grund für den Rückgang sind eine geringere Anbaufläche, aber auch die Trockenheit.

Bei den Tierbeständen hat sich die Zahl der Rinder um 990 reduziert, ein Teil davon geht aufs Konto der Milchkühe. Derzeit stehen insgesamt rund 40 000 Rinder in den Ställen im Havelland. Hingegen sind bei den Tierbeständen auch Zuwächse zu verzeichnen. „Die Pferde sind auf dem Vormarsch“, sagt Dörte Wernecke. Seit mehreren Jahren steigt die Zahl kontinuierlich an, liegt jetzt bei 4672 Tieren.

Auch auf den dramatisch gesunkenen Milchpreis ging die Amtsleiterin ein. „Es war eines der schwierigsten Jahre für die Milchbauern“, sagte sie, macht dafür vor allem die Abschaffung der Milchquote verantwortlich. So habe sich die Zahl der milchproduzierenden Betriebe im Landkreis im Vorjahr reduziert, Ende 2015 waren es nur noch 35. Und die dramatische Entwicklung setzt sich in diesem Jahr fort.

Verteuert haben sich im vergangenen Jahr die Bodenpreise. So kostete der Quadratmeter Ackerland 72 Cent und damit rund elf Cent mehr als noch 2014. Bei Grünland gab es eine leichte Steigerung um fünf Cent auf 47 Cent pro Quadratmeter. Dennoch haben Unternehmen im Landkreis rund 1486 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche erworben.

Zur Arbeit des Amtes gehört auch die Lebensmittelüberwachung. Kontrolliert werden durch die Behörde unter die Schlachtbetriebe. In den drei Schlachtstätten für Schafe wurden 1919 Lämmer, 90 Schafe und neun Ziegen geschlachtet. In den zwei für Strauße zugelassenen Schlachtstätten kamen 77 Tiere unters Messer.

Darüber hinaus hat die Behörde auch 57 Großhandelslager und Transportunternehmen im Blick. So wurden bei 132 Kontrollen Haselnüsse aus der Türkei auf Toxine geprüft – jeweils rund 20 Tonnen. Tiefgekühlte Produkte, die in Drittländer exportiert werden sollten, waren 143mal das Ziel von Untersuchungen. Dabei handelte es sich insbesondere um Hähnchen- und Milchprodukte mit Ziel Ukraine, Mazedonien, Hongkong, China und weiteren Ländern. Seit November 2015 wird auch tiefgefrorener Mozzarella, der in Bayern und Sachsen-Anhalt hergestellt wird, im Havelland schockgefrostet und nach China exportiert.

Von Andreas Kaatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg