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Havelland Niedrigwasser: Havelanrainer hoffen auf Regen
Lokales Havelland Niedrigwasser: Havelanrainer hoffen auf Regen
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00:32 15.06.2015
Das Grützer Wehr: Obwohl alle Nadeln gesetzt sind, dringt Wasser durch – gut für die Wasserqualität, schlecht für die Stauhaltung. Quelle: M. Kniebeler
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Rathenow

Wenn es nicht bald regnet, könnte der Floßverkehr irgendwann eingestellt werden. Optikpark-Chef Joachim Muus will so weit noch nicht denken. „Wir setzen alles daran, den Floßbetrieb aufrecht zu erhalten“, sagt er. Die Fahrt über den stillen, idyllischen Wasserlauf sei schließlich bei den Buga-Besuchern ausgesprochen beliebt.

Der Altarm spiegelt die Situation der Havel wider. Auch hier sind die Pegel in den vergangenen Wochen spürbar gesunken. Bei knapp 60 Zentimetern steht der Unterpegel in Rathenow derzeit. 50 Zentimeter bedeuten Niedrigwasser. „Wenn es am Wochenende nicht regnet, ist der am Montag erreicht“, sagt Joachim Karp, Leiter der Rathenower Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brandenburg.

Dramatisch wäre auch das nicht. „Ein ganz normaler Wert für einen niederschlagsarmen Sommer“, sagt Karp. Die Fahrrinnentiefe der Havel liege dann immer noch bei 1,50 Metern – für die gängigen Sportboote überhaupt kein Problem. Allerdings sei es ratsam, sich nicht in die Randbereiche der hiesigen Gewässer zu begeben. Der Hohennauener See etwa sei in Ufernähe schon sehr seicht. Stellt sich die Frage, warum nicht alle Wehre dicht gemacht werden, um das Wasser im Fluss zu halten? „Die Wehre sind dicht“, sagt Karp.

Allerdings ist dicht nicht das, was der Laie darunter verstehen mag. Zwar sind in den Wehren Grütz und Garz alle Nadeln gesetzt. Doch Wasser dringt trotzdem durch, und nicht wenig. Bei 15 Kubikmetern pro Sekunde liegt der Abfluss der Havel im Moment (das ist rund ein Drittel des durchschnittlichen Sommerwertes). Und ungefähr diese 15 Kubikmeter fließen trotz der geschlossenen Nadelwehre in Richtung Elbe ab – weil das Wasser sich seinen Weg durch die Nadelzwischenräume bahnt. Sollte der Havel-Abfluss sich weiter verringern, hätte das ein Sinken des Pegels zufolge – trotz geschlossener Wehre.

Wehre an der unteren Havel

Fünf Wehranlagen gibt es an der Unteren Havel zwischen Brandenburg und Havelberg: die drei vollautomatischen Wehre in Brandenburg, Bahnitz und Rathenow, sowie die Nadelwehre Grütz und Garz. Über die Wehranlagen wird der Wasserstand der Havel künstlich reguliert.
Der Staubeirat, in dem Havelanrainer, Vertreter der Landwirtschaft und des Naturschutzes, der Kreisverwaltung und des Wasser- und Schifffahrtsamtes sitzen, legt Jahr für Jahr die so genannten Stauziele fest. Diese werden dann vom WSA durch die Regulierung der Wehre umgesetzt.

Es gebe die Möglichkeit, eine Plastikplane vor die Nadeln zu ziehen, um die Durchlässigkeit zu verringern, sagt Karp. Aber das sei das letzte Mittel. Zum einen bekomme man die Folie nicht mehr raus. Zum anderen tue die Durchlässigkeit der Wehre dem Fluss gut. Je mehr Bewegung, desto besser die Wasserqualität. „Wenn alles hundertprozentig dicht wäre, hätten wir hier eine stehende Brühe“, sagt Karp. Deshalb würden auch die modernen Wehranlagen in Bahnitz und Rathenow fast nie über einen längeren Zeitraum komplett geschlossen.

Dass die Havel bei anhaltender Trockenheit zum Rinnsal verkommt – wie man es von Flüssen in Südeuropa kennt – ist nicht zu befürchten. Dazu ist die Region mit ihren großen Seen zu wasserreich. Aber den Altarm im Optikpark, der ohnehin nicht sehr tief ist, kann man wohl bald mit Gummistiefeln durchwaten – wenn der Regen noch länger ausbleibt.

Von Markus Kniebeler

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