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Niedrigwasser auf der Havel – Boote liegen auf dem Trockenen

Niedrigwasser an der Unteren Havel Niedrigwasser auf der Havel – Boote liegen auf dem Trockenen

Wasserfans und Touristen schauen in Rathenow derzeit in die Röhre. Der Grund – Niedrigwasser an der Unteren Havel. Der Pegel ist so stark gesunken, dass viele Boote auf dem Trockenen liegen. Boot fahren ist derzeit schwierig auf der Unteren Havel bei Rathenow.

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Die Boote kommen nicht mehr weg.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Der Pegel der Unteren Havel bei Rathenow hat einen sehr niedrigen Stand erreicht. Das hat Folgen: So musste das Motorschiff Sonnenschein die Touren zum Hohennauener See einschränken, die Flößer im Optikpark stellten am Dienstag den Betrieb ganz ein. In der Schliepenlanke lagen Boote auf Grund und kamen nicht mehr weg.

„Die Situation ist für den Monat August nicht ungewöhnlich“, sagt Joachim Karp, Leiter der Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brandenburg. Wegen geringer Niederschläge sei wenig Wasser in der Havel. Deshalb hätten die Anlieger am Oberlauf der Unteren Havel – in Potsdam und Brandenburg – ihre Wehre geschlossen. Es komme also nur noch wenig Wasser in Rathenow und den weiter havelabwärts liegenden Orten an.

Am Dienstag lag der Pegel am Unterwasser Rathenow bei 48 Zentimeter – Tiefststand in diesem Sommer. Was vor allem Auswirkungen auf die Nebengewässer der Havel hatte. Im Altarm des Optikparks stellten die Flößer ihren Betrieb ein, weil sie ihr Arbeitsgeräte im Schlick feststeckten. In der Schliepenlanke lagen die Motorboote der Bootsclubs auf Grund. Und der Hohennauener Kanal, über den man von der Havel in den Hohennauener See gelangt, war für Schiffe mit Tiefgang nicht mehr passierbar.

Auch die Flößer im Optikpark Rathenow haben ihren Betrieb derzeit eingestellt

Auch die Flößer im Optikpark Rathenow haben ihren Betrieb derzeit eingestellt

Quelle: Markus Kniebeler

Auf dem Hauptstrom der Havel zwischen Havelberg und Pritzerbe dagegen gab es keine Probleme. „Man sieht zwar an den Ufern, dass der Pegel gesunken ist“, sagte ein Freizeitkapitän, der mit seine mächtigen Yacht am Anlieger des Optikparks festgemacht hatte und weiter Richtung Brandenburg wollte. „Aber wenn man sich in der Flussmitte hält, ist reichlich Wasser unterm Kiel.“

Das hat seinen Grund. Weil die Untere Havel als Wasserstraße mit Verkehrsbedeutung klassifiziert ist, muss sie vom Wasser- und Schifffahrtsamt unterhalten werden. Das heißt, dass auch die Sohle in regelmäßigen ausgebaggert wird. Auf die genannten Nebengewässer einschließlich des Hohennauener Sees trifft das indes nicht zu. „Dafür sind wir nicht zuständig“, so Karp. „Deshalb versanden diese Gewässer im Laufe der Zeit.“ Das Niedrigwasser in Kombination mit der Verschlammung sorge dann für die oben geschilderten Probleme. Und da sich niemand zuständig fühlt und auch kaum jemand technisch und finanziell in der Lage wäre, in den Nebengewässer zu baggern, wird sich an dem Problem wenig ändern.

Viele fragen sich, warum das Wasser- und Schifffahrtsamt nicht wenigstens die Wehre in Grütz und Garz dicht macht, um den Unterpegel in Rathenow zu heben. „Zum Teil sind die Wehre ja geschlossen“, sagt Karp. Aber selbst wenn man sie komplett dicht machen würde, hätte das nur begrenzte Wirkung. Denn weil nicht nur die Havel, sondern der gesamte Hohennauener See am System hängt, würde es ewig dauern, den Havelpegel in Rathenow nach oben zu bringen. Überdies hätten die Anlieger in Grütz dann mit überfluteten Wiesen zu kämpfen.

Am Mittwoch übrigens hatte sich die Lage etwas entspannt, weil vom Oberlauf Wasser freigegeben worden war. Der Pegel am Unterwasser Rathenow stieg von 50 auf 70 Zentimeter. Die Flößer im Optikpark konnten wieder in See stechen und auch in der Schliepenlanke war wieder genug Wasser unterm Kiel. „Aber machen wir uns nichts vor“, sagt Karp. „Wenn es trocken bleibt, kann sich das schnell wieder ändern.“

Pegel und Wassertiefe

Ein Pegel ist eine Pegellatte zur Feststellung des Wasserstandes in Flüssen, Kanälen und Gewässern. Im erweiterten Sinne bezeichnet „Pegel“ auch die Messstelle als Ganzes.

Der Begriff „Pegel“ wird fälschlicherweise oft als Synonym für die Wassergtiefe verwendet. Am Pegel wird aber nur der Pegelstand gemessen, aus dem sich die Wassertiefe ableiten lässt.

Wenn im Rathenower Unterwasser der Pegel bei 50 Zentimetern steht, dann heißt dies, dass der Pegel 50 Zentimeter über dem festgelegten Pegelnullpunkt liegt. Der Pegelnullpunkt befindet sich im Rathenower Fall 1,22 Meter über der Gewässersohle.

Bei einem Pegel von 50 Zentimetern am Rathenower Unterwasser beträgt die Wassertiefe also 1,72 Meter.

 

Von MAZonline

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