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Sternstunde in der Villa

Nina Omilians Betrachtung zu Clara Schumann Sternstunde in der Villa

Der Autorin Nina Omilian ist es gelungen, eine historische Figur zum Leben zu erwecken und ihre Emotionen sichtbar zu machen. Clara Schumann, geborene Wieck (1819-1896), ist bekannt als die Frau des musikalischen Genies Robert Schumann. Dieser nahm sich im Alter von 36 Jahren das Leben. „Sein Bildnis wunderselig“ heißt das Stück über die Witwe.

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Theresa Hoerl und Nina Omilian.

Quelle: A. Brünink

Premnitz. Doch, man kann von einer Sternstunde des Theaters sprechen. So spannend, so dramaturgisch dicht und so funkelnd ist das Musiktheaterstück „Sein Bildnis wunderselig“, das die Sängerin Nina Omilian geschrieben hat.
Der Autorin ist es gelungen, eine historische Figur zum Leben zu erwecken und ihre Emotionen sichtbar zu machen. Clara Schumann, geborene Wieck (1819-1896), ist im kollektiven Gedächtnis verankert als die Frau des musikalischen Genies Robert Schumann. Bestenfalls erinnert man sich noch daran, dass sie eine virtuose Pianistin war, die auch komponierte.
Allgemein bekannt ist, dass Clara Schumann auf tragische Weise ihren Mann verloren hat: Robert Schumann nahm sich 1856 im Alter von 46 Jahren in geistiger Umnachtung das Leben. Seine Witwe Clara war damals Mitte dreißig und hatte acht Kinder, die sie nun allein durchbringen musste. Genau diesen Moment der Trauer und der Rückbesinnung hat Nina Omilian gewählt, um dem Publikum Clara Schumann als Frau mit starken Gefühlen vorzustellen. Wenn eine leidenschaftliche Musikerin einen genialen Komponisten liebt, dann vermutet man eine geradezu ideale Verbindung. Das kann so nicht gewesen sein, ist Nina Omilian überzeugt. Beim Studium von Briefen und Tagebüchern ist ihr aufgefallen, dass das Leben von Clara Schumann vielfach von Verzicht geprägt war. Die Tochter von Friedrich Wieck musste sich als Kind in jeder Hinsicht dem Willen des Vaters beugen. Sogar ihr Tagebuch schrieb er für sie. Er erkannte das Talent seiner Tochter und hat sie erfolgreich zu einem Wunderkind herangezogen. Doch ihre Liebe zu Robert Schumann, einem Klavierschüler von Friedrich Wieck, akzeptierte er nicht. Die Zustimmung zu ihrer Hochzeit musste Clara gerichtlich erzwingen.
Obwohl die Klaviervirtuosin ihren Mann in der Öffentlichkeit bekannt machte, indem sie seine Werke spielte, unterstützte Robert Schumann die Karriere seiner Frau nicht. Im Gegenteil: Wenn ihn die Muse küsste, musste Claras Klavier schweigen. Mit einem Kunstgriff lässt Omilian ihre Clara Schumann sich mit großer Bitterkeit an ihre Ehe erinnern. Sie lässt die griechische Muse Kalliope – herrlich gespielt von Teresa Hoerl – auftreten und sich unkritisch und schwärmerisch an das Genie von Robert Schumann erinnern. In der Konfrontation mit Kalliope kann sich Clara Schumann – verkörpert von Nina Omilian – ihre gekränkten Gefühle, ihre Wut und ihre Schuldgefühle eingestehen und ihre Liebe zu Robert Schumann wieder entdecken. Besonders authentisch wirkt das Stück, weil Omilian die Gefühlswelten der Eheleute mit Schumanns Liedern darstellt, die zumeist äußerst düster sind. Bärbel und Robert Hopkins haben die Sängerinnen virtuos am Klavier begleitet.

Von Ann Brünink

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