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Noch einmal das Meer sehen

Falkensee Noch einmal das Meer sehen

Das Spiel des Lieblingsvereins noch einmal erleben, einen Tag mit der Familie verbringen oder noch ein letztes Mal das Meer sehen. Mit dem Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) könnten diese Dinge für viele sterbenskranke Menschen in Brandenburg jetzt wahr werden.

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Jürgen Haase und der Brandenburger Wünschewagen.

Quelle: Laura Sander

Havelland. Das Spiel des Lieblingsvereins noch einmal erleben, einen Tag mit der Familie verbringen oder noch ein letztes Mal das Meer sehen. Mit dem Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) könnten diese Dinge für viele sterbenskranke Menschen in Brandenburg jetzt wahr werden. Seit diesem Sommer ist der umgebaute Krankenwagen in der Region unterwegs und setzt da an, wo Angehörige, Hospize oder andere Pflegeeinrichtungen an ihre personellen und finanziellen Grenzen stoßen. „Unter dem Motto ,Letzte Wünsche wagen’ hat sich das Projekt zum Ziel gesetzt, Menschen auf ihrer Schluss-Etappe im Leben kostenfrei einen letzten Wunsch zu erfüllen“, so Jürgen Haase, Landesgeschäftsführer des ASB.

Der umgebaute Krankenwagen ist mit großen Panoramafenstern, einem Sternenhimmel, Musik, einer bequemen Liege sowie komfortablen Sitzen für die Angehörigen und Ehrenamtlichen ausgestattet. „Trotzdem ist und bleibt es ein Krankenwagen. Alles, was man im Notfall braucht, wie zum Beispiel einen Defibrillator oder ein Beatmungsgerät, sind vorhanden“, erklärt Haase. Kosten für das Wunschmobil – 100 000 Euro, die der ASB erst einmal komplett übernommen hat. „Weitere Kosten versuchen wir über Spenden zu decken und das sind für 50 Fahrten immerhin rund 80 000 Euro. Sollte nicht genügend zusammenkommen, übernehmen wir den Rest.“
Seit dem offiziellen Start des Projektes im Jahr 2014 in Nordrhein-Westfalen konnten deutschlandweit bereits rund 100 Wünsche erfüllt werden. In Schleswig-Holstein gibt es den Wünschewagen seit Ende vergangenen Jahres, jetzt soll er auch in Brandenburg zu einer festen Institution werden – als reines Ehrenamtsprojekt. „Dafür brauchen wir vor allem freiwillige Fahrer und Begleiter. Bislang haben sich bereits 36 Helfer gemeldet, darunter Ärzte, Rettungssanitäter und Pflegefachkräfte – das freut uns natürlich sehr“, sagt Haase. Alle Helfer werden im Vorfeld geschult, werden in die Besonderheiten des Fahrzeugs eingewiesen, nehmen an einem Erste-Hilfe-Kurs teil und lernen mit dem Thema Tod umzugehen. „Die meisten Anfragen kommen erfahrungsgemäß direkt aus dem Hospiz. Oftmals ist es tatsächlich so, dass viele todkranke Menschen einfach nur noch ein letztes Mal ihr eigenes Zuhause besuchen möchten.“

Wer ehrenamtlich für den Wünschewagen tätig werden oder Spenden möchte, wendet sich unter
Tel. (03 31)  6 20 53 60 an den ASB.

Von Laura Sander

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