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Kein Mieter gefunden: Jugendstilvilla weiter im Dornröschenschlaf

Rathenow Kein Mieter gefunden: Jugendstilvilla weiter im Dornröschenschlaf

2016 erwarb der Rathenower Unternehmer Werner Knake die Jugendstilvilla in der Berliner Straße in Rathenow. Sein Ziel: Das Haus sanieren und wieder mit Leben füllen. Inzwischen hat er sich aus der Investorengruppe, zu der ein Arzt aus Berlin und ein Bauunternehmer gehören, zurückgezogen. Die Suche nach potenziellen Mietern gestaltet sich schwierig.

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Die Villa ist eines der wenigen Häuser in Rathenow, die den Zweiten Weltkrieg überstanden haben.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Die Jugendstilvilla an der Kreuzung Friedrich-Ebert-Ring, Ecke Berliner Straße ist eines der wenigen Häuser in Rathenow, die den Zweiten Weltkrieg überstanden haben. Es erinnert daran, wie die havelländische Kreisstadt vor den schweren Kämpfen im Jahr 1945 aussah. Allerdings ist das Haus in einem schlechten Zustand. Die letzten Bewohner sind vor Jahren ausgezogen, das Haus steht leer, die Fassade bröckelt und das einstige Schmuckstück bietet einen traurigen Anblick.

Als im Mai vergangenen Jahres die Nachricht, die Villa werde saniert, die Runde machte, kam Hoffnung auf – es sah nach einem Ende des lange währenden Dornröschenschlafes aus. Fast ein Jahr später hat sich aber noch immer nichts getan und die Anwohner fragen sich, warum geht es nicht voran?

Der gebürtiger Rathenower und Geschäftsführer des Unternehmens Natursteinwerk Rathenow, Werner Knake, hatte das Haus 2016 gekauft. Selbst nutzen wollte er es nicht, sondern lediglich davor bewahren, so zu enden, wie das ehemalige Offizierscasinos, das inzwischen als Ruine die Blicke auf sich zieht und immer wieder Gegenstand hitziger Debatten ist.

Investoren such nach Ärzten, die die Villa als Praxis nutzen wollen

Nach dem Kauf sicherte Knake zunächst den Bestand des Hauses. Er ließ das Fundament trocken legen, die Dachrinnen abdichten und kümmerte sich um die Medienversorgung. „Jeder meinte, dieses Haus ist nichts wert und es lässt sich nicht vermarkten, man könnte damit kein Geld verdienen. Aber genau solche Sachen reizen mich – wenn alle sagen, das geht nicht, muss ich es versuchen“, erklärte Knake im Mai 2017. Inzwischen hat er sich aus dem Projekt zurückgezogen, es aber keineswegs aufgegeben, versichert der Unternehmer.

Werner Knake gelang es den Berliner Arzt Thorsten Dolla für die Sanierung der Jugendstilvilla zu begeistern. Der wiederum holte den Bauunternehmer Olaf Schanzenbächer mit ins Boot. Gemeinsam hatten sie es sich zum Ziel gemacht, das Objekt zu retten und wieder zu einem echten Hingucker zu machen. Der Rückzug des Rathenowers aus dem Projekt bedeute aber keineswegs das Ende. „Ich habe das Ganze in gute Hände gegeben“, ist sich Knake sicher. Zudem begleite er das Projekt weiterhin und kümmere sich auch vor Ort um kleinere Angelegenheit. Zuletzt habe er die Abflüsse der Dachrinnen repariert und ein Dachfenster abgedichtet.

Das ursprüngliche Investoren Team der Jugendstilvilla von links

Das ursprüngliche Investoren Team der Jugendstilvilla von links: Olaf Schanzenbächer, Werner Knake, Dr. Thorsten Dolla.

Quelle: privat

Auch Thorsten Dolla versichert, dass sich an seinen Absichten nichts geändert habe. „Es soll definitiv keine Ruine für die nächsten zehn Jahre sein“, betonte Dolla auf MAZ-Nachfrage und fügte hinzu: „Ich fühle mich zudem Werner Knake gegenüber verpflichtet, aus diesem Haus etwas Schönes zu machen.“ Auch Olaf Schanzenbächer hält an den Plänen fest

Woran das Vorhaben bislang scheiterte? An einem geeigneten Mieter, der das Haus mit Leben füllt, so Dolla. Da es als typisches Herrenhaus konzipiert wurde – mit einer Treppe, großem Eingangsbereich und Flur – eigne es sich nicht als klassisches Mietshaus. Dennoch kann man die Villa so gestalten, dass sie genutzt werden kann, davon sind Knake, Dolla und Schanzenbächer nach wie vor überzeugt.

Eine Möglichkeit sei, die Villa in ein Ärztehaus zu verwandeln. Auch Gewerbeflächen wären möglich. „Wir sind noch immer dabei, Interessenten zu suchen. Wenn wir mit der Sanierung beginnen, muss diese den Wünschen und Vorstellungen der künftigen Mieter entsprechend erfolgen“, so Dolla.

Der Erbauer der Villa hatte das Objekt vor etwa einhundert Jahren als eine Art Eingangstor zur Stadt errichtet, genau das soll es auch wieder werden, sind sich die Investoren einig.

„Es gab ja unter den Bürgern Rathenows den Wunsch nach einer Arztpraxis, zum Beispiel ein Augenarzt. Diesen Wunsch würden wir gern unterstützen, um die medizinische Versorgung vor Ort zu verbessern. Noch haben wir allerdings keine Interessenten“, erklärt Dollar. Er will jetzt noch gezielter auf die Suche gehen. Im Frühjahr, so sagt der Berliner, sollen die Arbeiten an dem Haus beginnen.

Von Christin Schmidt

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