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Noch kein Urteil nach Attentat in Istanbul

Falkensee Noch kein Urteil nach Attentat in Istanbul

Vor zwei Jahren starb ein Falkenseer Ehepaar in Istanbul. Dort war gezielt ein Attentat auf deutsche Touristen unternommen worden. Das für Montag angekündigte Urteil gegen die Täter ist kurzfristig verschoben worden. Die Hinterbliebenen stellen kritische Fragen.

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Bei einer bewegenden Trauerfeier im Rathaus Falkensee hatten rund 200 Menschen vom Ehepaar Faber Abschied genommen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Trauer mischt sich mit Wut: Wieder kein Urteil im Prozess wegen des Attentats auf deutsche Urlauber im Januar vor zwei Jahren in Istanbul. Damals waren auch zwei Falkenseer Bürger unter den Toten. Für Montag war ein Urteil angekündigt worden, aber am Vormittag dann die überraschende Meldung: Der Richter und seine Beisitzer werden ausgetauscht, das Verfahren verlängert sich.

„Wir hatten gehofft, dass das Verfahren zum Abschluss gebracht wird“, sagte Birgit Faber, „wir wollen endlich zur Ruhe kommen.“ Falls das überhaupt gelingen könnte. Bei dem Selbstmordattentat vor zwei Jahren waren ihre Schwiegereltern Marianne und Rüdiger Faber während einer Urlaubsreise getötet worden.Die sympathischen Rentner waren in ihrem Heimatort sehr beliebt und zählten zu den Stützen des größten örtlichen Sportvereins TSV Falkensee Bei der Explosion vor der Kirche Hagia Sophia im Istanbuler Altstadtviertel Sultanahmet waren zwölf Menschen gestorben und 16 weitere Touristen verletzt worden.

Birgit Faber blickt sehr skeptisch auf den Prozess in der Türkei. Denn das Ganze hat für sie neben der privaten Trauer eine politische Dimension. Sie ist überzeugt, dass das Attentat nicht aufgeklärt ist, und glaubt nicht daran, dass die Attentäter von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gesteuert waren, der sich bis heute nicht zu dem Angriff bekannt hat. Birgit Faber vermutet vielmehr eine andere Dimension, dass es ein Protest – möglicherweise von Kurden – gegen die Kontakte zwischen Deutschland und der Türkei ist und die deutschen Rüstungslieferungen in die Region angeprangert werden sollten. Aber diese Spur wolle offensichtlich niemand verfolgen, vermutet sie.

Inzwischen wurde angekündigt, dass der Prozess am 24. Januar fortgesetzt werden soll. Warum die Richter so kurzfristig ausgetauscht wurden, war nicht mitgeteilt worden. Angeklagt sind 26 Männer, die meist aus Syrien, aber auch aus dem Irak und Saudi-Arabien stammen. Ihnen wird unter anderem die Mitgliedschaft im IS, vorsätzliche Tötung und versuchter Sturz der verfassungsmäßigen Ordnung vorgeworfen. Der Prozess gegen die Männer, die den Selbstmordattentäter bei der Vorbereitung seiner Tat unterstützt haben sollen, läuft seit Juli 2016. Ursprünglich war bereits für November ein Urteil angekündigt worden. Die Staatsanwaltschaft fordert für drei der Angeklagten lebenslänglich, für einen weiteren bis zu 15 Jahren Haft.

Von Marlies Schnaibel

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