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Havelland Noch mehr Mietwohnungen geplant
Lokales Havelland Noch mehr Mietwohnungen geplant
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21:16 19.09.2017
So könnte die Bebauung auf einer Teilfläche des Bebauungsplangebietes direkt neben dem Luchcenter aussehen. Quelle: Michael Baier
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Nauen

Mehr Mietwohnungen als bisher geplant soll es im westlich des Einkaufszentrums Luchcenter geplanten Wohngebiet „Luchblick II“ in Nauen geben. „Aufgrund der sehr positiven Entwicklungen in Nauen hat sich seit Beginn des Bebauungsplan-Verfahrens vermehrt die Nachfrage nicht nur nach Eigenheimen, sondern auch nach Wohnungen ergeben“, sagt Michael Baier, der die Eigentümergemeinschaft des angrenzenden Luchcenters vertritt. Dieser gehört eine Teilfläche in dem Gebiet. So sieht jetzt eine Konzeptstudie direkt hinter Famila – getrennt durch einen Grünstreifen mit verrohrtem Graben – zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils zehn bis zwölf Wohnungen vor sowie Stadtvillen. Bisher waren auch in diesem Bereich, wie auf dem Großteil der B-Plan-Fläche, lediglich Einfamilienhäuser vorgesehen.

Durch die Errichtung der Mehrfamilienhäuser mit Zwei- bis Vierraumwohnungen erhofft sich Baier, günstigen Wohnraum schaffen zu können. „Des Weiteren hätten die in dem Konzept aufgezeigten Häuser den Vorteil, direkt an die Einkaufsmöglichkeiten und die Busanbindung des Luchcenters anzugrenzen“, hebt er hervor. Ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen würden dadurch kurze Wege haben. Wie Baier weiter sagt, erhalten die im Erdgeschoss liegenden Wohnungen eigene Gärten, so dass sie damit auch für junge Familien attraktiv wären.

Planer Udo Schmidt vom Büro IGF unterstützt diese Variante mit den Mehrfamilienhäusern – zum einen, weil er glaubt, dass Einfamilienhäuser an der Stelle fast nicht vermarktbar wären, zum anderen aus einem weiteren Grund. „Die Bevölkerung in Nauen wächst rasant. Auch für Leute mit ein, zwei Kindern muss bezahlbarer Wohnraum angeboten werden“, sagte er im Bauausschuss.

Gunther App vom Nauener Bauamt sieht zudem den Vorteil, dass auf diese Weise eine Verkehrsanbindung vom Luchcenter aus ermöglicht wird. Dadurch könnte die bisher geplante Zufahrt ins künftige Wohngebiet – von der Hamburger Straße aus – entlastet werden. Die höhere Bebauung sei letztlich kein Problem, zumal Baiers Vorschlag das Luchcenter mit einbinde. „Wahrscheinlich fällt es nicht so auf, wenn es erst begrünt wird“, so App.

Bisher sieht der Entwurf des Bebauungsplanes im nördlichen Bereich – direkt am Havellandradweg – weitere dreigeschossige Mehrfamilienhäuser vor. Die will Investor Bernd Fiedrich realisieren. Er plädiert dafür, statt drei Geschossen ein viertes – ein so genanntes Staffelgeschoss – oben raufzusetzen, wie es auch Baier bei den von ihm ins Spiel gebrachten Mehrgeschossern plant. „Es geht darum, preiswerten, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Wir haben viele ältere Leute, die aus ihren Einfamilienhäusern heraus wollen in eine Wohnung, wo es auch einen Fahrstuhl gibt“, sagt er. App gab dabei nur zu bedenken, dass mehr Wohnungen auch mehr Stellplätze, mehr Versiegelung und mehr Grünausgleich bedeuten. „Wir sind jetzt schon bei 7,1 Hektar Grünausgleichsfläche außerhalb des Gebietes. Das werden dann noch mehr.“

„Luchblick II“ ist nur eines von mehreren Bebauungsgebieten, die derzeit in Nauen realisiert werden oder aber sich in Vorbereitung befinden. Immer mehr Familien entdecken die Stadt für sich als Wohnort – mit einer guten Straßen- und Bahnanbindung an die Bundeshauptstadt. Schätzungen gehen allein für „Luchblick II“ von einem Zuwachs von etwa 1300 Menschen aus.

Darüber hinaus ist östlich angrenzend ein weiteres Wohngebiet geplant – „Luchblick I“ beziehungsweise „Lietzow-Platz“ – das schon in den 90er-Jahren entwickelt werden sollte. Doch der Bedarf erwies sich damals als nicht groß genug, das ist jetzt anders. Zum überwiegenden Teil gehört die Fläche der Grundstücksgesellschaft Nauen (GGN), zu einem Drittel der Bundesimmobilienanstalt. Für dieses, rund 5,5 Hektar große Areal laufen jetzt auch die Vorbereitungen für die Vermarktung. Auf einer rund 2500 Quadratmeter großen Fläche soll dort zudem eine neue Kita entstehen. Dazu hat die Stadt jetzt ein Interessenbekundungsverfahren gestartet, um einen Investor zu finden, der die Kita baut. Wer die Einrichtung am Ende betreibt, das ist aber noch offen.

Von Andreas Kaatz

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