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Notunterkunft mit Startschwierigkeiten

Falkenseer Asylunterkunft noch in der Findungsphase Notunterkunft mit Startschwierigkeiten

Vor rund zehn Tagen sind die ersten Flüchtlinge in die ehemaligen Agon-Lagerräumen in der Seegefelder Straße eingezogen. Mittlerweile leben knapp 140 Asylbewerber in der Notunterkunft – eine große organisatorische Herausforderung für die Betreiber. Jetzt kamen Zweifel auf, ob die Verantwortlichen diesen Aufgaben tatsächlich gewachsen sind.

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Direkte Anwohner der Notunterkunft in der Seegefelder Straße beim Infoabend Mitte November.

Quelle: Laura Sander

Falkensee. Leben ist ins ehemalige Möbelhaus in der Seegefelder Straße eingezogen – seit rund zehn Tagen leben geflüchtete Männer, Frauen und Kinder in den ehemaligen Agon-Lagerräumen in Falkensee. Aktuell bewohnen knapp 140 Asylbewerber die Räumlichkeiten, die für maximal 300 Menschen gedacht sind. Die Betreiber der Notunterkunft stehen derzeit vor einer großen organisatorischen Herausforderung. Innerhalb kürzester Zeit musste das ehemalige Möbelhaus umfunktioniert und für 300 Menschen hergerichtet werden. Ein Schlafraum ist nach wie vor leer, bestellte Möbel kamen zu spät oder wurden noch gar nicht geliefert. Mit dem Einzug der Bewohner wuchs auch der Druck. Zweifel kommen auf, ob die Verantwortlichen diesen Aufgaben tatsächlich gewachsen sind. Nach Hinweisen, die bei der MAZ eintrafen, seien weder genügend Tische noch dringend benötigte Winterkleidung vorhanden. Zudem mangele es an ausreichend Möglichkeiten sich zu beschäftigen.

Insbesondere in der Anfangszeit nach der Eröffnung einer solchen Notunterkunft organisiert sich zunächst das Team, Arbeitsbereiche werden abgesteckt, die Bewohner gewöhnen sich an die neue Umgebung, weiß Angelika Steckler-Meltendorf, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, die die Unterkunft betreibt. „Die Leute kommen in Falkensee an und wollen sich erst einmal einleben. Viele sind traumatisiert und brauchen Zeit“, so Steckler-Meltendorf. „Es stimmt, dass es momentan zu wenige Sitzgelegenheiten gibt. Wir haben alles bestellt, es hat jedoch Lieferschwierigkeiten gegeben, weswegen die Sitzbänke erst in den nächsten Tagen eintreffen.“ Zunächst sollten außerdem alle Anträge ausgefüllt und die Leute mit den nötigen Informationen über ihren Status und die weitere Vorgehensweise informiert werden. Erst dann könne man damit beginnen mit der Hilfe von Ehrenamtlichen Aktivitäten oder Sprachkurse zu planen.

Und auch der Caterer, der die Bewohner täglich mit Essen versorgt, müsse sich erst auf die neue Situation einstellen. „Es wurden anfänglich zu viele Essen geliefert, aber besser als zu wenige“, sagt Steckler-Meltendorf. „Schade ist, dass die Bewohner ihr Essen nicht selber zubereiten können. Der Platz wäre da, die Brandschutzbestimmungen lassen es jedoch nicht zu.“ Das Kochen und der Einkauf würde Abwechslung in den Alltag der Asylbewerber bringen. Auch den Vorwurf, dass die bereits gespendete Kleidung gehortet werden würde, weist der Regionalvorstand zurück. „Die Spenden, die uns erreichen, müssen zunächst sortiert werden. Das ist sehr zeitaufwendig und ohne geeignete Räume nicht einfach.“ Dass viele Bewohner in Latschen oder barfuß nach draußen gehen, soll in der Notunterkunft ebenfalls immer wieder beobachtet worden sein.

„Es ist nicht so, dass sie keine Schuhe hätten. Wir weisen vor allem die Mütter immer wieder darauf hin, dass sie ihre Kinder nicht barfuß herumlaufen lassen.“ Da die Frage nach einem geeigneten Lagerraum für die gespendete Kleidung bislang nicht erklärt ist, verweist Steckler-Meltendorf auf die Falkenseer Kleiderkammer. „Wenn die Sachen in der Kleiderkammer abgegeben werden und bereits vorsortiert werden, können die Bewohner sie direkt von dort abholen. So lernen sie gleich die Umgebung kennen.“ In Kürze soll auch eine Spendentafel vor der Notunterkunft installiert werden. „Hier erfahren dann in Zukunft alle, was gerade dringend benötigt wird.“ Vom bisherigen Heimleiter der Notunterkunft hat sich die Johanniter-Unfall-Hilfe kürzlich getrennt. „Das ist wirklich sehr bedauerlich, geschah aber in gegenseitigem Einvernehmen. Derzeit sind wir auf der Suche nach einer neuen Heimleitung“, so Steckler-Meltendorf. Der ehemalige Heimleiter sprach gegenüber der MAZ von atmosphärischen Spannungen.

Von Laura Sander

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