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Nur Jesus darf nicht spenden

Letzte Blutspendeaktion 2015 in Falkensee Nur Jesus darf nicht spenden

Geduldig warteten die potenziellen Blutspender bei der letzten diesjährigen Spendenaktion des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Osthavelland auf das „Ok“ der Ärztin. Viele spenden schon seit Jahrzehnten, wollen es auch fortführen. Nur Jesus, der durfte nicht spenden – und nein er war es nicht wirklich.

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Für alte Hasen kein Problem – 500 Milliliter Blut werden pro Spende abgenommen.

Quelle: Sander

Falkensee. Der Wartebereich vor dem improvisierten Sprechzimmer im Keller der Falkenseer Förderschule „Am Akazienhof“ hat sich gefüllt. Die Gespräche drehen sich um die zurückliegenden Weihnachtsfeiertage. Die Stimmung ist locker und entspannt. Die Meisten kennen sich vom Sehen, einige kommen seit Jahrzehnten immer wieder. Geduldig warteten die potenziellen Blutspender bei der letzten diesjährigen Spendenaktion des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Osthavelland auf das „Ok“ von Ärztin Sieglinde Ristau.

„Wir müssen den gesundheitlichen Zustand der Leute genau abklären, um ein Risiko für Spender und Empfänger auszuschließen“, so Ristau. Blutdruck, Puls und Hämoglobinwert werden gemessen, eventuelle Vorerkrankungen besprochen. Ist ein Spender gesundheitlich angeschlagen oder stimmen seine Werte nicht, darf er nicht spenden. Zu seinem eigenen Schutz. „Nur selten muss man einem scheinbar gesunden Menschen sagen, dass er unverrichteter Dinge nach Hause fahren muss. Und auch nur, wenn die Person behauptet, sie sei Jesus“, lacht die Ärztin bei dem Gedanken an diese abstruse Situation vor einigen Jahren. „Bei einem Menschen mit psychischer Erkrankung können wir nicht einhundertprozentig sicher sein, dass er korrekte Aussagen über seinen Medikamentenkonsum und eventuelle Erkrankungen macht. Also gehen wir auf Nummer sicher und schicken ihn nach Hause.“

Solange es die Gesundheit jedoch zulässt, können Männer bis zu sechs, Frauen bis zu vier Mal im Jahr 500 Milliliter der kostbaren Ressource spenden und das vom 18. bis zum 73. Lebensjahr. „Die Blutspende ist ein regionale Angelegenheit – das Blut, das ein Brandenburger spendet, kommt nach der Aufbereitung wieder in die Region zurück. Da die Konserven nur rund 35 bis 42 Tage haltbar sind, müssen wir mit regelmäßigen Spendenaktionen absichern, dass immer genug Konserven vorrätig sind“, erklärt DRK-Sprecherin Kerstin Schweiger. Vor allem in der Ferienzeit und zwischen den Feiertagen ist das eine logistische Meisterleistung. „Jährlich führen wir rund 2500 Aktionen in Brandenburg durch. Bis zu neun Teams sind an den Werktagen in der Region unterwegs.“ Allein in Falkensee gibt es 14 Termine pro Jahr mit etwa 700 Spenden.

Dienstagnachmittag erwartete Ärztin Sieglinde Ristau etwa 80 Leute, darunter viele Stammspender. Für einen Termin in dieser Größenordnung ist meist ein Team von fünf bis sieben Personen vor Ort. Neben Schwestern und Ärzten kümmern sich auch ehrenamtliche Helfer um das Wohl der Spender. „Leute, die das erste Mal herkommen, sind häufig sehr angespannt. Wir versuchen ihnen die Angst zu nehmen und nach fünf Minuten ist alles vorbei“, so Sieglinde Ristau. Im Havelland haben sich 2015 etwa 180 Menschen erstmals dafür entschieden ihr Blut zur Verfügung zu stellen.

Unter den alten Hasen im Wartebereich ist unterdessen ein regelrechter, nicht ganz ernst gemeinter Wettstreit entbrannt. Wer hat die meisten Spenden? 87 Mal, seit 25 Jahren, die 100er-Marke ist bald geknackt, geht es durcheinander. Die Männer sind hierbei klar im Vorteil, schließlich dürfen sie aufs Jahr gesehen öfter Gutes tun.

Von Laura Sander

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