Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Nur einige Vertraute waren eingeweiht

Reaktionen auf den Rückzug von Havelland-Landrat Schröder Nur einige Vertraute waren eingeweiht

Die meisten haben es nicht gewusst. Viele Mitglieder des Kreistages waren überrascht, als Burkhard Schröder bekannt machte, dass er sich zum 1. April 2016 aus der Politik zurückziehen wolle.

Voriger Artikel
Falkenrehde: Ins Glück getanzt
Nächster Artikel
Bald gibt’s wieder die alten Kennzeichen im Havelland

Burkhard Schröder zieht sich am 1.April 2016 aus der Politik zurück.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Rathenow. Respekt und Bedauern – beides prägte die Kommentare von Bürgermeistern und Wegbegleitern, nachdem sie erfahren hatten, dass sich Burkhard Schröder aus dem Landratsamt zurückzieht.

Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) erinnert sich noch genau an den ersten Termin, den er mit Landrat Burkhard Schröder hatte. „Das war auf einem Radweg bei Ferchesar.“ Er habe an Schröder geschätzt, dass sein Wort gegolten habe. Seeger erinnerte daran, wie die städtische Musikschule zurück an den Kreis gegeben worden sei. „Das war kein einfaches Verfahren aber der Landrat hat immer gesagt, wie die Richtung ist.“ Es habe Auseinandersetzungen gegeben. „Das war aber immer sachlich.“ Burkhard Schröder sei ein guter Landrat für den Kreis Havelland. „Wir haben mit Burkhard Schröder auch in Rathenow einiges bewegen können.“

Martin Gorholt , Unterbezirksvorsitzender der SPD Havelland, bezeichnete den Rückzug von Schröder als „Einschnitt“. Burkhard Schröder habe das Havelland geprägt. Das sei eine sehr lange Zeit. „Da sind solche Veränderungen immer noch ein Stück schwieriger.“ Die Partei, deren Unterbezirksvorsitzender Schröder auch lange war, habe dem scheidenden Landrat viel zu verdanken.

Überrascht war der Kreistagsabgeordnete Udo Appenzeller (SPD) aus Falkensee: „Der Landrat hat auch mich keinen amtsmüden Eindruck gemacht. Und so wurde ich am Montagabend in der Kreistagssitzung von seinem Antrag, vorzeitig aus dem Amt scheiden zu wollen. überrascht. So ist es fast allen gegangen, es war mucksmäuschenstill im Saal.“ Aber mit großer Mehrheit habe Schröder dann die Freigabe für seine Entscheidung bekommen.

Der CDU-Kreisvorsitzende Dieter Dombrowski (CDU) bezeugte Landrat Burkhard Schröder seinen Respekt. Lange Zeit galten beide als politische Gegner, die wohl nie zueinander finden. Und doch schmiedeten beide später eine Zählgemeinschaft aus SPD und CDU, die stets hielt. „Wir haben mit dem Landrat im Kreistag vertrauensvoll zusammengearbeitet und so soll es auch weiter sein.“

Barbara Richstein (CDU), Landtags- und Kreistagsabgeordnete: „Ich war am Montagabend live dabei und ich war überrascht. Sicherlich war nach seinem 65. Geburtstag spekuliert worden, wie lange er diese Arbeit noch macht. Nun also vorzeitiger Ruhestand. Ich respektiere seine Entscheidung.“ Zugleich machte sie deutlich, sie werde für eine Kandidatur bei einer Landratswahl nicht zur Verfügung stehen.

Rocco Buchta (SPD) aus Premnitz steht der SPD-Fraktion vor. „Mit Burkhard Schröder verbinde ich vor allem eine verlässliche Finanzpolitik und eine gute Zusammenarbeit der Parteien in der Zählgemeinschaft.“ Er persönlich bedaure sehr, dass Schröder aufhören werde.

Bodo Oehme (CDU), Bürgermeister Schönwalde-Glien meint, Schröder hätte die Wahlperiode zu Ende machen können. „Aber natürlich hat er den Ruhestand verdient, er war immer ein verlässlicher Partner für uns, etwa wenn es um das MAFZ in Paaren im Glien, ging. Wir hatten beide immer einen streitbaren Umgang mit einander, aber es ging nie unter die Gürtellinie.“

Wilhelm Garn (CDU), Bürgermeister in Brieselang hat sich, wie er sagte „mit dem Landrat und seiner Verwaltung oft gekabbelt, aber man wusste bei Schröder immer, woran man war.“ Und weiter: „Es gab Themen, wo wir weit auseinander waren, etwa bei der S-Bahn, und solche, wo wir eher auf einer Wellenlänge lagen, so wurde bei der Wirtschaftsentwicklung viel bewegt. Schröder hat seine Verdienste, die Zusammenführung de Landkreis Nauen und Rathenow war eine große Aufgabe. Wenn einer mit 65 Jahre in Rente geht, braucht man auch nicht groß über Gründe spekulieren. Spannend wird jetzt, wer als Nachfolger ins Gespräch gebracht wird.“

Harald Petzold (Linke), Bundestagsabgeordneter: „Burkhard Schröder hat seine unbestreitbaren Verdienste um den Landkreis Havelland. Vielleicht hat sein vorzeitiges Ausscheiden mit seiner Einstellung zur neuen Kreisgebietsreform zu tun,die er so nicht mitträgt. Es ist gut, dass er jetzt geht. Seine Liebäugelei mit der AfD ist mir nicht geheuer. Da hat er auf der Zielgeraden viel Porzellan zerschlagen.“

 

Von Joachim Wilisch und Marlies Schnaibel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg