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Havelland Nur hier wird „Lesen durch Schreiben“ gelehrt
Lokales Havelland Nur hier wird „Lesen durch Schreiben“ gelehrt
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00:16 28.02.2017
Lehrerin Uta Sanselzon, hier mit ihrer Klasse 1a, unterrichtet seit zehn Jahren nach der Methode „Lesen durch Schreiben“. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

Erst A, O, I, M und T. Anschließend OMI, OFEN und BETT. Erklärende Bilder dazu und dann einfache Sätze wie „Omi am Ofen“. So haben alle Leute das Lesen gelernt. Vor zehn Jahren hat aber eine Schule im Westhavelland ihre „Omi am Ofen“ in Rente geschickt. Die Grundschule Geschwister Scholl in Rathenow fing an, nach der Methode „Lesen durch Schreiben“ zu arbeiten.

Dieses Konzept ist vom Schweizer Pädagogen Jürgen Reichen in den 1970-er Jahren entwickelt worden. Der Unterschied: Die Kinder lernen nicht alle gemeinsam Buchstaben, Worte und Texte. Sie üben vielmehr von Anfang an, gesprochene Sprache aufzuschreiben und lernen dabei das Lesen gewissermaßen nebenbei.

„Der Grund dafür, dass wir die Methode Lesen durch Schreiben vor zehn Jahren eingeführt haben“, erklärt Schulleiterin Cornelia Topp, „waren die großen Niveauunterschiede der Kinder, die zu uns in die 1. Klassen kamen.“ Das Konzept ermögliche es, dass die Kinder selbstständig lernen. Frontaler Unterricht, bei dem alle das Gleiche machen, finde eher selten statt. Gute Schüler bekommen individuelle Aufgaben, arbeiten daran und müssen ihr Tempo nicht bremsen. Die Lehrkräfte haben deshalb mehr Zeit, sich um schwächere Kinder zu kümmern.

Eltern äußern manchmal skeptisch

In diesen Tagen führt die Schulleiterin gerade wieder Aufnahmegespräche für die künftigen Klassen. Erstmals seit längerer Zeit wird die Schollschule nicht wie sonst zwei, sondern sogar drei 1. Klassen aufnehmen. Öfter als sonst wird Cornelia Topp deshalb nach der Methode „Lesen durch Schreiben“ gefragt. „Manche Eltern sind skeptisch“, stellt sie fest. „Ich zeige ihnen unsere Räume und wenn sie es möchten, können sie im Unterricht hospitieren.“

Aus Sicht der Schule habe sich die Methode „Lesen durch Schreiben“ auf jeden Fall bewährt, resümiert Cornelia Topp. Es werde nicht mit einigen ausgewählten Buchstaben, sondern annähernd gleichzeitig mit allen Buchstaben angefangen. „Ein großer Teil der Erstklässler kann zu Weihnachten lesen und schreiben“, teilt die Schulleiterin mit, „es macht klick und sie können alles lesen – und verstehen es auch.“ Für die meisten Kinder sei der Leselehrgang am Ende der 1. Klasse beendet.

Selbstverständlich könnten die Kinder nicht jedes Wort gleich richtig schreiben. Die Lehrerinnen der Schollgrundschule achten deshalb von Anfang an auf die Rechtschreibung. Um die Schreibfreude der Kinder aber zu erhalten, „verzieren“ sie fehlerhafte Textteile aber nicht mit roten Strichen, sondern setzen Farbe und Korrekturhinweise behutsam ein.

Wie im klassischen Altertum

Die Methode „Lesen durch Schreiben“ hat der Schweizer Pädagoge Jürgen Reichen in den 1970-er Jahren entwickelt.

Ein bewährtes Konzept aus dem klassischen Altertum hat er dabei gewissermaßen neu entdeckt.

In den Schreibschulen der alten Griechen und alten Römer lernten die Schüler zunächst gar nicht das Lesen, sondern ausschließlich das Schreiben.

Gesprochene Wörter werden in Laute zerlegt und aufgeschrieben.

Wichtig ist dabei, dass die Kinder richtig sprechen.

Wenn sie schreiben, lernen sie nebenbei lesen.

Das Erfolgsgeheimnis ist die Anlauttabelle. Alle Buchstaben sind mit bekannten Bildern erklärt: Affe für A und a. Tasse für T und t und so weiter. Die Kinder zerlegen die gesprochenen Worte in Laute und schreiben diese auf. Ob e oder ä, f oder v richtig ist, lernen sie dazu.

„So fällt mehr auf, wenn Kinder falsch sprechen“, erklärt Lehrerin Uta Sanselzon. Sie gehörte zu den ersten Lehrkräften, die vor zehn Jahren mit der neuen Methode begannen. Mittlerweile seien die Entwicklungsunterschiede so groß, berichtet sie, dass in manchen Bereichen die Kinder drei bis fünf Jahre auseinander liegen. Manche kämen beim Sprechen über Drei-Wort-Sätze nicht hinaus. Die Methode „Lesen durch Schreiben“ erlaube ihr, mit jedem Kind auf seinem Niveau zu arbeiten. Und Schwächere müssten sich nicht zurückgesetzt fühlen.

Von Bernd Geske

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