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Nur noch tageweise im Klub

Kürzungen bei der Jugendarbeit Nur noch tageweise im Klub

Die Gemeinde Dallgow-Döberitz will ihre Jugendarbeit reduzieren. Die beiden Jugendklubs sollen künftig nur noch tageweise betrieben werden. Der Sozialausschuss will eine Stelle einsparen und die Betreuer zwischen Dallgow und Seeburg pendeln lassen. 

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Bisher arbeiten Christina Hoffmann und Beate Rudolf im Dallgower Jugendklub. Dass diese Konstellation bestehen bleibt, ist unwahrscheinlich. Der Sozialausschuss will eine Stelle einsparen und die Betreuer zwischen Dallgow und Seeburg pendeln lassen.

Quelle: Peter-Paul Weiler

Dallgow-döberitz. Die Gemeinde Dallgow-Döberitz will ihre Jugendarbeit reduzieren. Die beiden Jugendklubs sollen künftig nur noch tageweise betrieben werden. Darauf verständigten sich die Mitglieder des Sozialausschusses in ihrer jüngsten Sitzung. Der Vorschlag kam aus der Verwaltung. Die Gemeindevertretung muss zwar noch zustimmen, das Stimmungsbild markiert aber schon jetzt einen tiefen Einschnitt: Erstmals nach jahrelanger Diskussion scheint der Sparwille im Ort auch vor der Jugendarbeit nicht mehr haltzumachen.

Grund sind die hohen Kosten ‒ und eine gewisse Unzufriedenheit mit der Arbeit des Trägervereins Mikado: Die Gemeinde leistet sich pro Kopf die teuerste Jugendarbeit im Landkreis, betreibt bei einer Einwohnerzahl von weniger als 9000 zwei Vollzeitjugendklubs, für die sie jedes Jahr rund 100.000 Euro aufbringen muss ‒ allein für das Personal. Hinzu kommen hohe Betriebskosten für die teils maroden Gebäude. Schneller als dort meint die Gemeinde die Schere aber beim Personal ansetzen zu können. Derzeit kümmern sich drei Fachkräfte um die Jugendlichen, zwei in Dallgow, eine in Seeburg. Geht es nach der Verwaltung, soll nun eine Vollzeitstelle in eine Hilfskraftstelle umgewandelt werden. Pro Jahr will man damit 20.000 Euro sparen. Zwei Vollzeitbetreuer sollen die Klubs dann abwechselnd tageweise öffnen. Eine entsprechende Beschlussvorlage soll auch der Gemeindevertretung auf ihrer Sitzung am Mittwoch kommender Woche vorgelegt werden.

Das Thema Jugendarbeit hat in der Gemeinde aber nicht nur wegen der Finanzen für Unmut gesorgt. In Dallgow wird regelmäßig kritisiert, dass das vergleichsweise teure Angebot von zu wenig Jugendlichen genutzt wird. In Seeburg wurde häufig bemängelt, dass sich das Angebot eher an Kinder denn an Jugendliche richte. Gemeindevertreter beschwerten sich deshalb schon oft: Für das, was am Ende rauskommt, sei die Jugendarbeit zu teuer. Einfach eine Stelle streichen ‒ etwa im Dallgower Klub wollte man aber dann doch nicht. Dass ein Vollzeitbetreuer pro Standort zu wenig ist, um tiefergehende Jugendarbeit zu leisten, darüber herrschte im Sozialausschuss ‒ wo auch Vertreter des Trägers Mikado und Jugendliche mitdiskutierten ‒ Konsens.

Warum fehlt das Geld?

  • Zuletzt hat die Gemeinde eine halbe Stelle in der Bibliothek eingerichtet. Um diese und den geplanten Bürgerbus bezahlen zu können, muss sie bei anderen sogenannten freiwilligen Leistungen kürzen. Dazu haben sich die Gemeindevertreter verpflichtet.
  • Freiwillige Leistungen sind Dinge, die nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind. Dallgow gibt dafür jährlich derzeit mehr als eine Million Euro aus.

Die logische Konsequenz hätte sein können, eine weitere Stelle zu schaffen, denn der Klub in Seeburg ist derzeit nur mit einer Vollzeitstelle besetzt. Mikado hatte eine solche Aufstockung ursprünglich auch angestrebt. Der abwechselnde Betrieb der Klubs scheint den Dallgowern aber eine weitaus günstigere Alternative.

Mikado-Vorstand Raimond Heydt zeigte sich darüber wenig glücklich: "Ich glaube nicht, dass das die schlauste Lösung für die Gemeinde ist." Es sei möglich, dass die Jugendlichen wegbleiben, wenn sie pendeln müssen. Auch Thomas Peters (FWG) nannte den eingeschränkten Betrieb einen "schweren Einschnitt". Andererseits würden die Jugendlichen auch zum Einkaufen nach Berlin fahren, da dürfte der Weg in den nächsten Ortsteil kein Problem sein.

Sven Richter (CDU) bezeichnete den Vorstoß als "ersten großen Schritt in die richtige Richtung", der "einen Durchbruch in der Jugendarbeit bedeuten könnte". Weil die Betreuer an jedem Standort zu zweit wären, würde sich das Angebot sogar noch verbessern.

Als nächster Schritt wäre denkbar, dass die Gemeinde die beiden jetzigen Standorte zugunsten eines neuen aufgibt. Die Ausschussmitglieder sprachen sich dafür aus: Vorstellbar sei es, in etwa fünf Jahren einen neuen Klub zu eröffnen, der von Dallgow und von Seeburg gut zu erreichen ist. Möglicher Standort: der Artilleriepark.

Von Jana Einecke

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