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Havelland Obstbaumseminar im Naturparkzentrum
Lokales Havelland Obstbaumseminar im Naturparkzentrum
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23:05 12.03.2017
So funktioniert es: Urte Delft (links) zeigt, wie man richtig schneidet. Quelle: Uwe Hoffmann
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Milow

Wie lange wird mein alter Apfelbaum noch leckere Früchte tragen? Eine Methode eine alte Apfel- oder andere Obstbaumsorte zu erhalten ist das Veredeln. „Gezüchtete Obstsorten, insbesondere Kernobst, kann man nicht über den Samen vermehren“, sagt Urte Delft aus Barenthin bei Kyritz. Am Samstag lud die Ingenieurin für Landschaftsnutzung und Naturschutz zum dreistündigen Seminar zur Veredlung von Apfelbäumen in das Naturparkzentrum nach Milow ein.

Beim Veredeln unterschiedet man Reis- und Augenveredelungen. In ihrem Seminar vermittelte Urte Delft den Seminarteilnehmern die Methode der Reisveredelung. „Dabei werden schräg angeschnittene Edelreise mit einer gleich starken, ebenso angeschnittenen, Unterlage durch ein spezielles Kunststoffband, das nach einer Weile verrottet, verbunden“, erklärt die Fachfrau. „Ich bevorzuge dabei den zusätzlichen Gegenschnitt an der Anschnittstelle, weil ein inniger Kontakt zwischen den Schnittflächen des Edelreises und der Unterlage nötig ist, damit sich die Leitbahnen beider Triebe verbinden können.“ Der Zeitpunkt für die Veredlungsmethode ist Januar bis März. Bei der Auswahl der stark-, mittel- oder schwachwüchsigen Unterlage für den Edelreis sollte man vor allem beachten, wie groß der künftige Baum werden soll.

Nach dem theoretischen Teil konnten die Seminarteilnehmer, die aus verschiedenen Orten des Havellandes kamen, sich selbst im richtigen Schneiden üben. Dazu hatten einige ihre Edelreise mitgebracht. So die alte Sorte „Minister von Hammerstein“ oder eine unbekannte Sorte, die die Gartenbesitzerin aus Prietzen „Schneewittchenapfel“ nannte, weil der Apfel so schön rot aussieht.

Alte Apfelsorten wollen auch Claudia Jörg und Konrad Bauer aus Falkensee erhalten. Die Mitglieder des Nabu-Regionalverbandes Osthavelland engagieren sich bei der Pflege und Erhaltung einer Streuobstwiese mit alten Sorten. „Auf der zehn Hektar großen Wiese wachen viel Kirschbäume, acht, neun Apfelsorten, drei, vier Birnensorten und Pflaumen“, erklärt Konrad Bauer. „Der Nabu hat die Pflege der Streuobstwiese vor zwei Jahren übernommen“, ergänzt Claudia Jörg. „Wir wollen die Streuobstwiese wieder aufbauen. Dazu pflanzen wir neue Bäume nach, die wir mit Edelreisern der alten vorhandenen Sorten veredelt haben.“

Beide besuchten im Februar bereits ein Obstbaumschnittseminar, die Urte Delft seit diesem Jahr auch in Falkensee gibt. „Vor dem Schneiden der Reise sollte man einatmen und dann kurz die Luft anhalten, hat uns Urte Delft geraten“, sagt Claudia Jörg, die langsam einige kleine Erfolgserlebnisse beim Schneiden hat. „Wenn man es richtig gezeigt bekommt, lernt man es besser“, meint die Rathenower Hobbygärtnerin Doreen Stelter, die vor zwei Jahren bereits ein Obstbaumschnitt bei Urte Delft besuchte. Sie wollte das richtige Veredeln erst einmal nur üben. Andere Seminarteilnehmer nahmen ihre mitgebrachten und erfolgreich veredelten Reise nach dem Seminar für ihren Garten mit.

Als weiterführende Literatur empfiehlt Urte Delft: Peter Klock „Veredeln. Obst- und Ziergehölze, Rosen und Kübelpflanzen“, 2008, aus dem BLV Buchverlag, München. Am 29. April lädt der Nabu zum Obstbaumblütenfest auf die Streuobstwiese in Milow ein.

Von Uwe Hoffmann

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