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Havelland Ersatzbus ließ Rathenower Zugfahrer stehen
Lokales Havelland Ersatzbus ließ Rathenower Zugfahrer stehen
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00:38 16.08.2015
Mit einiger Verspätung kamen die Fahrgäste am Hauptbahnhof in Brandenburg an der Havel an. Quelle: Norman Giese
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Rathenow

Wenn ein Zug ausfällt und der Fahrgast auf den Schienenersatzverkehr umsteigen muss, ist das zwar meist mit Verspätungen verbunden für viele aber noch akzeptabel. Ist allerdings auch vom Ersatzbus weit und breit nichts zu sehen, weil dieser sich schon vor der eigentlichen Abfahrtszeit auf den Weg gemacht hat, ist das doppelt bitter. Rund zehn Personen ist genau dies am Donnerstag am Bahnhof in Rathenow passiert. Sie mussten eine Stunde warten, bis der nächste Bus kam.

Eine der Betroffenen war Ingrid Scholz. Die Rathenowerin wollte mit dem RB51 nach Brandenburg an der Havel fahren. Dort hatte sie um 10.30 Uhr einen Arzttermin, weshalb sie den Odeg-Zug um 9.09 Uhr nehmen wollte, der laut Plan um 9.48 Uhr am Brandenburger Hauptbahnhof ankommt. Als sie um 9.05 Uhr auf dem Bahnsteig stand, las sie auf der Anzeigetafel vom Zugausfall und machte sich auf den Weg zum Bahnhofsvorplatz, von wo der Ersatzbus starten sollte.

Ersatzbus war nicht mehr da

Doch der Bus war nicht mehr da, als Scholz zwei Minuten später und somit zwei Minuten vor der geplanten Abfahrtszeit den Vorplatz erreichte. Dafür fand die Frau einige weitere Fahrgäste, die ebenfalls vergeblich nach dem Ersatzbus suchten. Ein Anruf beim Odeg-Infotelefon sorgte zunächst für Beruhigung bei den Wartenden. „Die Ersatzbusse fahren normalerweise nicht früher ab“, versicherte eine freundliche Stimme am anderen Ende der Leitung. Weil die Busse aber länger unterwegs seien als die Züge, könne es zu leichten Verzögerungen kommen.

Auch 20 Minuten später hatte sich die Situation jedoch noch nicht geändert, weshalb einer der Reisenden erneut die Servicenummer wählte. Sie werde sich informieren und zurückrufen, sagte die Frau vom Infotelefon und informierte zugleich, dass der nächste Zug um 10.09 Uhr wieder fahren würde. Unterdessen änderten die ersten Anwesenden ihren Tagesplan. „Wir wollten uns eigentlich am Vormittag die Buga in Brandenburg angucken und am Nachmittag dann in Rathenow, jetzt tauschen wir einfach“, so eine Touristin.

Nächster Zug fiel ebenfalls aus

Da aber nicht jeder so flexibel war, hieß es für die meisten weiter warten – auf den Bus und den Rückruf vom Infotelefon, der aber bis zuletzt ausblieb. Gegen 9.50 Uhr war dann allen klar, dass der Notbus wohl doch vorzeitig abgefahren war und so gingen sie zurück zum Bahnsteig. Doch dort wartete schon die nächste Überraschung, denn auch der Zug um 10.09 Uhr fiel wieder aus. „Das ist ein Hin und Her“, schimpfte Ingrid Scholz, als sie sich erneut Richtung Bahnhofsvorplatz bewegte. „Eine Stunde habe ich jetzt hier umsonst vertrödelt.“

Immerhin stand der Ersatzbus diese Mal bereit und wartete auch bis zur regulären Abfahrtszeit. Ihren Termin schaffte die Rathenowerin natürlich nicht mehr. Aus der planmäßigen Ankunft um 9.48 Uhr am Hauptbahnhof in Brandenburg wurde am Ende 11.12 Uhr.

Defekter Zug musste ausgetauscht werden

Grund für die Komplikationen war übrigens ein Defekt an einer der zwei Bahnen, die auf der Strecke verkehren. Der fehlerhafte Zug musste gegen eine andere Bahn ausgetauscht werden, die allerdings erst in Eberswalde auf den Einsatz vorbereitet und anschließend überführt werden musste. „So ist eine zeitliche Lücke entstanden, in der nur ein Zug fahren konnte“, erklärt Odeg-Sprecher Arnulf Schuchmann.

Während der funktionstüchtige Zug zwischen Brandenburg und Pritzerbe hin- und herfuhr, wurde zwischen Rathenow und Pritzerbe ab 5.09 Uhr ein Busnotverkehr eingerichtet. Dass der eingesetzte Bus dabei mindestens einmal zu früh losgefahren ist, bestätigte Arnulf Schuchmann gegenüber der MAZ. Eine Erklärung hatte er jedoch nicht: „Wir wissen im Moment nicht warum. Die Abfahrtzeit am Startbahnhof richtet sich natürlich nach dem Fahrplan.“ Als der Ersatzzug schließlich eintraf, konnte ab 11 Uhr wieder der regegelte Rhythmus mit zwei Zügen aufgenommen werden.

Von Norman Giese

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