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Odeg testet W-Lan im Zug

Rathenow Odeg testet W-Lan im Zug

Seit September hat die Odeg einen Zug ihrer auf den Linien RE 2 und RE 4 verkehrenden Flotte mit einem kostenfreien W-Lan Zugang für Fahrgäste ausgerüstet. Der Test läuft bis Ende des Jahres. Er soll Aufschluss darüber geben, ob es machbar und lohnenswert ist, die Züge standardmäßig mit W-Lan auszustatten.

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So sieht das Testabteil der Odeg aus.

Quelle: Markus Kniebeler

Havelland. Fahrgäste der Linie RE 4, die beim Zugfahren das Internet nutzen, kennen das: Zwischen Nennhausen und Wustermark reißt die Verbindung ab. Dann hat man zwei Möglichkeiten – entweder starrt man auf das eingefrorene Bild, oder man schaltet das Gerät aus und widmet sich der uralten Kulturtechnik des Lesens und Dösens.

Seit Mitte September allerdings kann, wer den richtigen Zug erwischt, dem Funkloch ein Schnippchen schlagen. Die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (Odeg) hat einen Zug ihrer auf den Linien RE 2 und RE 4 verkehrenden Flotte mit einem kostenfreien W-Lan Zugang für Fahrgäste ausgerüstet. Der Test mit dem Motto „W-Lan im Zug“ läuft bis Ende des Jahres. Er soll Aufschluss darüber geben, ob es machbar und lohnenswert ist, die Züge standardmäßig mit W-Lan auszustatten.

Wer den Zug mit dem „W-Lan“ Abteil ausprobieren will, muss Glück haben. Der Test ist auf einen der 15 Regionalexpresszüge auf den Linien RE 2 und RE 4 beschränkt. Im Wagen mit dem 1.Klasse-Abteil weisen Aufkleber auf das Angebot hin. Es ist also Zufall, wenn man den W-Lan Zug erwischt.

Sitzt man in dem Testabteil und macht die Probe aufs Exempel, dann ist man positiv überrascht. Nachdem man in seinem Handy oder Computer das auf den Flyern angegebene Netzwerk ausgewählt und das vorgegebene Password eingetippt hat, wird man auf eine Seite geleitet. Dort stehen, wie im Flugzeug, ausgewählte Kinofilme zur Auswahl, es können drei Tageszeitungen abgerufen werden und diverse Spiele sind auch im Angebot. Man kann aber auch einfach nur ins Internet gehen, um dort nach Lust und Laune zu surfen. Und das funktioniert – der Autor dieser Zeilen hat es ausprobiert, auch zwischen Buschow und Wustermark hielt die Verbindung.

Odeg-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann erklärt, man wolle mit dem Test herausfinden, wie gut die Technik sei, ob sie zuverlässig arbeite und die Verbindung stabil bleibe. Das sei komplizierter, als manch einer sich das vorstelle. Denn bei der Fahrt durchquere der Zug Gebiete, in der die Signale verschiedener Anbieter gleichzeitig zu empfangen seien. Mal sei das einer stärker, mal das andere. Um eine stabile Verbindung herzustellen, müsse automatisch auf das stärkste Signal umgestellt werden. Außerdem seien so genannte Repeater installiert, die das jeweilige Signal verstärken.

Genau hier stößt das Projekt W-Lan im Zug an seine Grenzen. Wenn das Funknetz Löcher habe, dann gebe es auch mit der besten Technik nichts zu verstärken. Deshalb sei man davon abhängig, dass Lücken im Versorgungsnetz geschlossen würden, so Schuchmann.

Wie es nach dem Test, der Ende Dezember endet, weitergeht, ist offen. „Wir werden die Formulare auswerten, auf denen Kunden ihre Einschätzung darlegen, Kritik äußern und Wünsche formulieren können“, sagt der Odeg-Chef. Erst danach könne bewertet werden, ob W-Lan auf Regionallinien überhaupt gewünscht und gebraucht werde.

Von Markus Kniebeler

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