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Öko-Anbau bei Gemüse boomt

Demeter-Hof in Nennhausen Öko-Anbau bei Gemüse boomt

Kai Holger Dech und seine Frau Christine kommen kaum Hinterher: Die Nachfrage nach Bio-Gemüse ist so groß, dass sie auf ihrem Demeter-Hof in Nennhausen jede Menge zu tun haben. Drei Mal pro Woche bringt ein Transporter Mohrrüben, Schalotten, Zuckermais und Kartoffeln vom Havelland nach Berlin.

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Kai Holger Dech.

Quelle: N. Stein

Hohennauen. Kai Holger Dech und seine Frau Christine betreiben in Hohennauen einen über das Havelland hinaus geschätzten Biobauernhof. Der Weg auf die Erfolgsschiene war für sie bei weitem nicht leicht und auch mit einigem Ausprobieren verbunden. 1989 haben Kai Holger Dech, der ein Wirtschaftsstudium abgebrochen hat, und seine Frau Christine, Wirtschaftsinformatikerin, Berlin hinter sich gelassen und in Hohennauen den Hof der Großeltern zurückgekauft. Zunächst nutzen sie das Anwesen als Kinderbauernhof Arche Noah.

150 Hektar Land

Heute bewirtschaften sie 150 Hektar Land und sind seit zehn Jahren Mitglied im Verein Demeter, der Dachorganisation biodynamischer Erzeuger, Verarbeiter und Händler. Im Jahr 2000 wurde ein neuer Stall gebaut. Genutzt wird der Stall als Lagerraum und für die Tierhaltung. 25 Milchkühe der Rasse Brown Swiss sind es derzeit, die auf Stroheinstreu in dem Stall unterbracht sind und ab dem Frühjahr auf der Weide gemolken werden. 50 Cent für den Liter erhalten sie von einer „gläsernen Molkerei“ für ihre Milch. „Der Milchpreis ist in Ordnung“, sagt Kai Holger Dech. Die Jungrinder werden ganzjährig im Freilauf gehalten.

50 Prozent der zu bewirtschaftenden Fläche ist Grünland, der Rest sind Acker. Im dreijährigen Wechsel mit Kleegras und Getreide wird auf zwölf bis 15 Hektar Gemüse angebaut. Verschiedene Kohlsorten, Kürbis, Rote Beete, Mohrrüben, Schalotten, Zuckermais und Kartoffeln gehörten in der Saison 2015 zu dem Gemüse, das die Dechs und ihre Mitarbeiter geerntet haben. In der Saison dreimal pro Woche und im Winter einmal pro Woche kommt ein Großhändler und holt von dem Biohof in Hohennauen Gemüse ab und bringt es nach Berlin. „Unser Gemüse geht fast ausschließlich nach Berlin“, erklärt Kai Holger Dech die Vermarktung.

30 bis 40 Tonnen Sauerkraut

Etwa 30 bis 40 Tonnen Sauerkraut werden jährlich produziert. Dafür werden in Kooperation mit der Sauerkohlanlage Großderschau rund 80 Tonnen Weißkohl verarbeitet. In 500 Gramm-Packungen findet „Frisches Havelländer Sauerkraut“ als Demeter-Erzeugnis ebenfalls guten Absatz in Berlin. Der Biobauernhof in Hohennauen könnte noch mehr Gemüse produzieren. „Die Nachfrage ist vorhanden. Wir können den Markt nicht abdecken“, sagt Kai Holger Dech. Weil die Produktion von Gemüse mit hohen Qualitätsstandards sehr arbeitsintensiv ist, plant der Biobauer mit seiner Frau keine Erweiterung.

Die für den Gemüseanbau genutzten Flächen liegen weitgehend um die Stallanlage herum. Das hat mehrere Vorteile. In der Pflanz- und Wachstumszeit muss das Gemüse gut gewässert werden. Den Strom zum Betreiben der Bewässerungsanlage liefert eine Solaranlage vom Stalldach. Auch ein kurzer Transportweg ist wichtig, weil in der Saison das Gemüse am jeweiligen Liefertag in den frühen Morgenstunden frisch geerntet wird. Zudem gibt es noch mehr Arbeit zu erledigen, wie zum Beispiel Gas- und Getreideernte. Gras von Naturschutzflächen zum Beispiel wird zu Humus verarbeitet, der für wichtige Nährstoffe sogt im Boden auf dem Gemüse angebaut wird. Mit dem Vorkeimen der Frühkartoffeln zur Pflanzung beginnt auf dem Biohof in etwa drei Wochen die diesjährige Saison.

Von Norbert Stein

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