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Havelland Gift auf den Feldern erregt die Gemüter
Lokales Havelland Gift auf den Feldern erregt die Gemüter
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13:29 11.03.2018
Festivalleiter Ernst-Alfred Müller (rechts) eröffnete auch in diesem Jahr den Ökofilmabend in Strodehne. Quelle: Norbert Stein
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Strodehne

Das Festival des Umwelt- und Naturfilms tourt bis Mitte April durch Brandenburg und macht in 60 brandenburgische Städten und Dörfer Halt. „Aus 153 eingereichten Beiträgen hat eine Jury 40 Hauptfilme und 17 Kurzfilme zur Aufführung ausgewählt“, verriet Festivalleiter Ernst-Alfred Müller am Donnerstagabend im Gasthof „Stadt Berlin“ in Strodehne.

Dort begann die Ökofilmtour im 13. Jahr. Der Verein Lebendige Zukunft Strodehne hatte die Veranstaltung wieder organisiert und freute sich über einen Rekord von rund 140 Besuchern. Der Verein hatte traditionell auch wieder für eine herzhafte Suppe gesorgt. Fischer Wolfgang Schröder servierte Fischsuppe. Begleitet wurde der Ökofilmabend von der Ausstellung „Irrweg Pestizide“.

Die Ausstellung sei eine gute Einstimmung auf die Filme und der sich anschließenden Diskussion, erklärte Vereinsmitglied Michael Ilk zur Eröffnung.

Kuba zeigt, es geht auch anders

Gezeigt wurden zum Auftakt die Kurzfilme „Die Herberge“ und „God Day Sunshine“, der in ironischer Härte eine Zukunftsversion zeigt. Ein Ehepaar sitzt am Frühstückstisch. Die Frau erschlägt eine künstliche Biene, weil natürliche Insekten längst ausgestorben sind.

„Insekten sind schon heute vielerorts bis zu 80 Prozent ausgestorben“, betonte der Festivalleiter in seiner Überleitung zum Hauptfilm „Das Gift auf unseren Feldern“. Dessen Autor, Manfred Ladwig, war ebenfalls zu Gast. Mit seinem Film hat er versucht herauszufinden, welche Interessen mit dem Einsatz von 40 000 Tonnen Gift pro Jahr auf Deutschlands Feldern bedient werden. Der Film verfolgt der Spur des Gifts bis in Zulassungsbehörden, benennt die Interessen der Lobbyisten und zeigt politische Hintergründe auf.

Er zeigt Obstbauern, die solche Mittel siebenmal und öfter im Jahr auf die Bäume spritzen, und Landwirte, die zur Bekämpfung von Unkraut Glyphosat auf die Felder bringen. Ladwig zeigt auch, das es durchaus anders geht. In Kuba finden Pflanzenschutzmittel kaum Anwendung.

Verbraucher und Handel müssen umdenken

Udo Schäfer aus Wolsier engagiert sich schon seit Jahren für eine Verbesserung des Humusanteils in kargen havelländischen Sandböden. Wie und was er macht, darüber konnten sich die Besucher in der Ausstellung informieren.

Schäfer ist Bio-Gärtner. Er züchtet Gewürz- und Gemüsepflanzen und verkauft sie auf Märkten. Am Donnerstagabend moderierte Udo Schäfer die teilweise emotional und kontrovers geführte Publikumsdiskussion. „Der Film klärt auf“, sagte der Moderator. „Er zeigt aber keine Auswege auf“, hielt ein junger Mann entgegen und fügte hinzu, die Landwirtschaft müsse auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und schwerer Technik verzichten, statt Zierbäume müssten Tomaten in Parkanlagen gepflanzt werden.

Verbraucher und Handel müssen umdenken

Ein Zurück zur „Knochenarbeit“ auf den Feldern sei keine Zukunftsentwicklung, meinte ein Gemüsehändler aus dem Nachbardorf Garz. Äpfel mit Schorf würde kaum ein Kunde kaufen, obwohl ihre Qualität nicht gemindert sei.

Den Landwirten den „schwarzen Peter“ zuschieben sei falsch, so Schäfer. Sie müssen auch auf die Wirtschaftlichkeit achten. In einer Sache waren sich die Gäste aber weitgehend einig: Auch die Verbraucher und der Handel müssen dringend umdenken.

Von Norbert Stein

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