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Ökumenisches Musikfest für den Reformator

Falkensee Ökumenisches Musikfest für den Reformator

Hunderte Menschen verschiedener Konfessionen feierten am Dienstag in der Stadthalle in Falkensee (Havelland) die Reformation. Dabei wurde deutlich, dass sich die Glaubensrichtungen inzwischen zwar angenähert haben, es aber immer noch viele Unterschiede gibt. Der Gottesdienst war geprägt von Musik, andächtigen Momenten – und einer Schweigeminute.

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Johanna Haberer hielt die Predigt auf dem Festgottesdienst..

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Mit einem symbolischen lutherschen Hammerschlag eröffnete Bernhard Schmidt, Vorsitzender der kollegialen Leitung des Kirchenkreises Falkensee, am Dienstag den ökumenischen Festgottesdienst zum 500. Reformationsjubiläum in der Falkenseer Stadthalle.

Dabei feierten die Freie evangelische Gemeinde, die Römisch-Katholische Gemeinde St. Konrad, der evangelische Kirchenkreis Falkensee sowie die evangelisch freikirchliche Gemeinde und die Evangelische Kirchengemeinde Falkensee-Falkenhagen zusammen, über 400 Menschen nahmen teil. Parallel fand ein Kindergottesdienst statt. Im Mittelpunkt stand am Dienstag vor allem die Musik

Die Falkenseer Stadthalle war bis auf den letzten Platz gefüllt

Die Falkenseer Stadthalle war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Schon am Eingang wurden die Besucher durch einen Bläserchor unter der Leitung von Kreiskantor Stephan Hebold begrüßt. Mit dem Lied „Ein neuer Anfang“ begleitete dieser auch den Einzug der Pfarrer und Pastoren in die voll besetzte Falkenseer Stadthalle.

Musikalisch ging es dann auch weiter. Denn der Reformator Martin Luther habe, so beschrieb es die Erlanger Geistliche Johanna Haberer in ihrer Predigt, seine Anhänger vor 500 Jahren dazu aufgefordert, Lieder zu singen und sich gegen die Angst zu stellen, sich des neuen Glaubens zu bekennen. „Musik galt als höchstpersönlichste Form des Bekenntnisses“, so Haberer. Da viele Anhänger Luthers jedoch nicht sehr musikalisch gewesen seien, schrieb der Reformator selbst einen „Gassenhauer“. „Nun freut euch, lieben Christen gmein und laßt uns fröhlich springen“, lauten die ersten Zeilen, die auch während des Gottesdienstes gemeinsam gesungen wurden.

Ein Bläserchor nahm die Besucher des Gottesdienstes in Empfang

Ein Bläserchor nahm die Besucher des Gottesdienstes in Empfang.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Auf der Bühne stand neben den Bläsern ein Projektchor mit Streichorchester, unter der Leitung von Kantor Andreas Prade. Musikalischer Höhepunkt war die Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ von Johann Sebastian Bach, dessen zweite Strophe Chor und Besucher, begleitet durch die Streicher, gemeinsam sangen.

Doch Luther habe nicht nur gezeigt, welche Kraft die Musik haben kann. „Luther wollte sündenfrei leben und perfekt sein, hat sich dabei aber nur um sich selbst gekreist und das genaue Gegenteil erreicht, sein Leben wurde immer düsterer“, so Johanna Haberer. Daher sprengte Luther dieses System „explosionsartig“ und lebte fortan nach dem Motto, dass auch heute noch gelte. „Mach dein Ding, aber kümmer dich um die anderen und fühl dich für die Gesellschaft um dich herum verantwortlich“, so Haberer.

Ein gemeinsames Abendmahl wurde in diesem Festgottesdienst nicht gefeiert, stattdessen gab es eine Schweigeminute. „Die Kirchen nähern sich immer weiter an, aber es gibt auch noch vieles, das uns trennt“, sagte Bernhard Schmidt.

Von Danilo Hafer

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