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Offener Brief sorgt für Unruhe

Falkenseer Willkommensinitiative will Haus kaufen Offener Brief sorgt für Unruhe

Die Willkommensinitiative Falkensee wollte ein Haus in Falkensee kaufen und ist sauer, dass es an den Meistbietenden verkauft wurde. In einem offenen Brief an die Stadtverordneten zeigen die Mitglieder ihr Unverständnis darüber.

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Das Haus in der Potsdamer Straße ist begehrt.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee. Mit Unverständnis und einem offenen Brief an die Falkenseer Stadtverordneten hat die Willkommensinitiative darauf reagiert, dass sie nicht wie gewünscht den Zuschlag beim Kauf eines Hauses an der Potsdamer Straße 2 erhalten hat. Einstimmig hatte das Plenum der Initiative das Schreiben am Dienstag verabschiedet, nachdem zuvor der Aufsichtsrat der städtischen Wohnungsgesellschaft Gegefa über den Verkauf des Hauses entschieden hatten.

Die Falkenseer Willkommensinitiative mit ihren 500 Mitgliedern und 16 Arbeitsgruppen benötigt dringend Räume zum Arbeiten. Von der Stadt sind ihr Räume im Musiksaalgebäude und in der Bahnhofstraße 80 in Aussicht gestellt worden. „Die möchten wir gern nutzen, aber sie sind noch nicht nutzbar“, sagte Sprecherin Kathleen Kunath, „und sie reichen bei Weitem nicht aus.“ Deshalb hat sich die Willkommensinitiative um das Haus an der Potsdamer Straße 2 bemüht, sie hatte vor einiger Zeit ein Konzept für ein Begegnungszentrum abgegeben, das Falkenseern und Flüchtlingen zugute kommen soll. „Das war ursprünglich zur Miete gedacht, dann hieß es, das Haus wird verkauft“, erklärte Kathleen Kunath. Aus der Willkommensinitiative kam der Impuls, das Geld kollektiv aufzubringen und Gebäude zu kaufen. „Wir wollten das Haus nicht geschenkt, sondern haben ein Angebot über 525 000 Euro abgegeben“, sagte die Sprecherin. Da die Willkommensinitiative keine juristische Person ist, haben Privatpersonen das Angebot unterbreitet. Aber sie haben Anfang der Woche den Zuschlag nicht erhalten. Die Kritik der Initiative richtet sich nun darauf, dass „die Vergabeentscheidung offensichtlich allein von der Höhe des Kaufpreises abhängen soll“. „Wieso will die Stadt hier kein soziales, bürgerschaftliches Engagement unterstützen?“, wird daher öffentlich gefragt.

Überrascht und enttäuscht zeigte sich Bürgermeister Heiko Müller (SPD) angesichts des Briefes. Bei der Potsdamer Straße 2 handelt es sich nicht um ein Grundstück der Stadt, sondern um eines der Gegefa, der städtischen Wohnungsgesellschaft. Deren Aufsichtsrat hat die drei Angebote gesichtet und bewertet. „Die Gegefa ist eine GmbH, sie muss wirtschaftlich arbeiten, um guten, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen zu können“, erklärte Heiko Müller. In dem Sinne ist eine Entscheidung für das höchste Angebot eine Forderung der Wirtschaftlichkeit. Die Gegefa heißt zwar „Gemeinnützige Gebäudewirtschaft Falkensee“, ist aber längst keine gemeinnützige Gesellschaft mehr, das soll sich demnächst auch in einem Namenswechsel niederschlagen.

Die Stadt Falkensee unterstütze sehr wohl die Willkommensinitiative und deren Arbeit, sagte Müller, und er hoffe, dass die Zusammenarbeit künftig auf der Basis von gegenseitigem Respekt möglich sei. Den hätte er in dem offenen Brief vermisst. Dahin wolle er zurückkehren.

Endgültig müssen über den Verkauf der umstrittenen Immobilie die Abgeordneten der Stadtverordnetenversammlung Falkensee entscheiden.

Von Marlies Schnaibel

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