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Havelland Ohne Genehmigung wird kein Baum gefällt
Lokales Havelland Ohne Genehmigung wird kein Baum gefällt
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02:15 25.02.2017
Gestern waren die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Rathenow auf der L 99 bei Barnewitz im Einsatz, um schadhafte Bäume zu fällen. Quelle: Markus Kniebeler
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Havelland

Wenn Bäume gefällt werden, dann lassen die Nachfragen aufmerksamer Zeitgenossen nicht lange auf sich warten. So meldete sich jüngst ein Anrufer bei der MAZ, der Baumarbeiten entlang der B 102 zwischen Hohennauen und Rhinow beobachtet hatte und wissen wollte, ob da denn alles mit rechten Dingen zugegangen sei.

Es ist nicht das erste Mal, dass Karsten Ziehm, der Leiter der Straßenmeisterei Rathenow, derartige Fragen beantworten muss. Aber er tut dies mit nicht nachlassender Geduld. Denn natürlich ist ihm sehr daran gelegen, dass die Arbeit seiner Mitarbeiter von der Bevölkerung verstanden wird.

Im konkreten Fall kann Ziehm die Aufregung nicht ganz verstehen. Denn tatsächlich seien auf dem besagten Abschnitt der B 102 in diesem Winter nur zwei Straßenbäume gefällt worden. Allerdings hätten die Mitarbeiter auf dem Abschnitt zwischen Elslaake und Rhinow das Unterholz zwischen Radweg und Fahrbahn aufgelichtet. Eine solche Unterholzpflege werde alle paar Jahre durchgeführt, um wild wuchernde Sträucher und Gebüsche im Zaum zu halten.

Für derartige Pflegearbeiten bedarf es keiner Genehmigung. Bei Baumfällungen sieht das anders aus. An den 235 Landes- und Bundesstraßenkilometern, die in die Zuständigkeit der Rathenower Straßenmeisterei fallen, stehen rund 10 000 Straßenbäume. Für jeden einzelnen dieser Bäume gibt es ein Datenblatt, auf dem Alter, Höhe, Stammdurchmesser und Notizen zum Zustand des Baumes vermerkt sind. Regelmäßig werden diese Daten aktualisiert. Die Straßenmeisterei beschäftigt zu diesem Zweck einen eigenen Baumwart und hat sich – um die Arbeit zu bewältigen – in diesem Jahr eines externen Sachverständigen bedient.

Wird bei den Baumschauen festgestellt, dass ein Baum so krank oder geschädigt ist, dass er gefällt werden muss, kommt er auf eine Liste. Die geht zur Prüfung an die Untere Naturschutzbehörde des Kreises. Erst wenn dort die Genehmigung erteilt wird, kommt die Motorsäge zum Einsatz.

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, dass in diesem Winter von den 10 000 Straßenbäumen, die in die Zuständigkeit der Rathenower Straßenmeisterei fallen, 109 gefällt werden müssen. In der Regel starten Schnitt- und Fällarbeiten am 1. November und müssen Ende Februar abgeschlossen sein. Wenn die Bäume wieder austreiben und die Vögel mit dem Nestbau beginnen, ist die Zeit des Sägens und Schneidens vorbei. Für jede spätere Fällung bedarf es einer Ausnahmegenehmigung. Eine solche kann auch, wenn Gefahr im Verzuge ist, nachträglich eingeholt werden. Aber das ist nach Auskunft von Karsten Ziehm eher die Ausnahme.

Jeder gefällte Straßenbaum muss, das ist gesetzlich vorgeschrieben, ersetzt werden. Und man muss nicht lange fahren, um neu gepflanzte Straßenbäume zu finden. Der Bundesstraßen-Abschnitt zwischen Elslaake und Rhinow etwa ist in den vergangenen Jahren komplett mit neuen Bäumen bepflanzt worden.

Weil die Saison der Schnitt- und Fällarbeiten sich dem Ende zuneigt, sind die Trupps der Straßenmeister in diesen Tagen verstärkt im Einsatz. Am Mittwoch etwa waren sie auf der L 99 zwischen Marzahne und Barnewitz unterwegs, um die Fäll-Liste abzuarbeiten. Der massivste Einsatz allerdings steht noch bevor. In den kommenden Tagen werden auf der B 102 hinter dem Stöllner Kreisverkehr in Richtung Großderschau rund 40 Bäume gefällt. Die Bundesstraße soll auf diesem Abschnitt saniert und auf die Normgröße verbreitert werden. Aus diesem Grund müssen die Straßenbäume auf der linken Seite (von Rhinow aus gesehen) weichen.

Auch diese Fällung wurde bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragt und ist durch diese genehmigt worden. Wohl auch, weil der generelle Zustand dieser Bäume nicht mehr allzu gut ist. „Seit Jahren nehmen wir dort Bäume weg, die Schäden aufweisen“, so Ziehm. Von daher habe man mit der Genehmigung gerechnet.

Ganz anders sieht es mit den Eichen im folgenden Abschnitt zwischen der Dossebrücke und Altgarz aus. Diese sind Karsten Ziehm zufolge in einem guten Zustand. Und obwohl auch hier die Fahrbahn der B 102 verbreitert werden müsste, verzichtet man auf diese Baumaßnahme zugunsten der Eichen, die sich nach Expertenurteil noch bester Gesundheit erfreuen.

40 Aktenordner für 10 000 Straßenbäume

10 000 Straßenbäume fallen in die Zuständigkeit der Straßenmeisterei Rathenow. Sie säumen 235 Straßenkilometer im Gebiet, das ungefähr dem Altkreis Rathenow entspricht.

Jeder einzelne dieser Bäume ist mit einer Marke versehen und mit einem eigenen Datenblatt im Baumkataster der Straßenmeisterei vertreten. Dieses umfasst rund 40 Aktenordner.

Der baumreichste Straßenabschnitt im Zuständigkeitsbereich der Rathenower Straßenmeisterei ist die L 17 zwischen Friesack und Strodehne. Hier stehen 2867 Bäume. Die B 102 zwischen Gapel und Großderschau belegt mit 1783 Bäumen Rang 2 auf der Liste.

Zwischen 100 und 150 Bäume werden pro Jahr gefällt. Jeder gefällte Baum muss, das ist gesetzlich vorgeschrieben, durch eine Neupflanzung ersetzt werden.

Von Markus Kniebeler

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