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Havelland Ohne Licht unterwegs: Polizei stoppt 37 Radler
Lokales Havelland Ohne Licht unterwegs: Polizei stoppt 37 Radler
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00:19 13.10.2017
Polizistin Sandra Pokorny im Gespräch mit den Schulkindern, deren Licht am Rad nicht funktionierte. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

„Was ist denn mit dem Licht an deinem Rad?“, fragt die Falkenseer Revierpolizistin Sandra Pokorny den kleinen Felix. Der steigt wortlos ab, nimmt seinen Rucksack vom Rücken, öffnet ihn, holt eine Lampe raus und sagt: „Das Licht ist im Rucksack. Ich habe heute Morgen nur vergessen, sie anzuklicken.“ Felix ist eines der ersten Kinder, die am Dienstagmorgen vor der Erich-Kästner-Grundschule in Falkensee in eine Polizeikontrolle geraten.

„Die Polizeidirektion West unterstützt in diesem Jahr die 61. Kraftfahrzeug-Beleuchtungsaktion Lichttest 2017 des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeugewerbes und der Deutschen Verkehrswacht. Ziel ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit und die Senkung der Anzahl von Verkehrsunfällen“, erklärt Axel Schugardt von der Polizeidirektion West.

Um kurz nach 7 Uhr haben sich Falkenseer Revierpolizisten so positioniert, dass sie die Radfahrer, die zur Schule kommen, aus beiden Richtungen sehen können. Ein Team bilden Sandra Pokorny und ihr Kollege Michael Samland. Sie kennen sich aus, wissen, dass zwischen 7.30 und 7.45 Uhr an der Kreuzung Krummer Luchweg/Salzburger Straße der größte Ansturm herrscht, weil die Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen, viele Kinder zu Fuß oder eben mit dem Rad kommen.

Der erste Sünder lässt nicht lange auf sich warten. Es ist kein Schulkind, sondern ein junger Mann. „Mein Dynamo ist mir vor einigen Tagen abgefallen. Aber ich kann ja genug sehen und fahre auf dem Bürgersteig, damit die Autos mich nicht übersehen.“ Michael Samland versucht in ruhigem Ton die Argumente zu entkräften, schreibt am Ende einen Mangelschein, der den jungen Mann 20 Euro kostet.

Hintergrund

Bei polizeilichen Kontrollen im Jahr 2016, anlässlich der 60. Kraftfahrzeug-Beleuchtungsaktion, wurden im Land Brandenburg bei 19295 kontrollierten Fahrzeugen 3792 Beleuchtungsmängel festgestellt.

Ein wichtiger Aspekt der Sicherheit bei Fußgängern und Radfahrern ist neben der funktionstüchtigen Beleuchtung auch die passende Bekleidung - am besten in knalligen Warnfarben und mit Reflektoren an der Kleidung und am Schulranzen.

Dann geht es Schlag auf Schlag. Radfahrer ohne Licht, mit defektem Licht, mit defektem Dynamo. Sandra Pokorny redet auf die Kinder ein, erzählt wie wichtig es ist, in der dunklen Jahreszeit mit Beleuchtung unterwegs zu sein. „Die Kinder bekommen keine Strafen. Wir geben ihnen einen Flyer und ein Info-Zettel für die Eltern mit, damit die Mängel zu Hause abgestellt werden“, sagt die Polizistin.

Immer wieder faszinierend sind die Ausreden der Radfahrer. „Ich weiß nicht, wie der Dynamo angeht. Papa hat mir das nicht gezeigt“, sagt Johanna. Sie verspricht aber: „Heute Abend werde ich das lernen.“

Eine tolle Geschichte erzählt Steven der Polizistin. „Ich habe zwei Räder, ein gutes und eins, wenn ich es mal am Bahnhof abstellen muss. Heute Morgen habe ich die falsche Lampe eingepackt und wollte dann nicht noch mal zurück.“

Am Ende steht bei dieser Kontrolle eine unschöne Bilanz: 37 mal wurden Flyer vergeben für Fahren ohne Licht. Manche hatten gar keine Beleuchtung am Rad, meistens war sie nicht angeschaltet. Vier Radler waren freihändig unterwegs, fünf Autos fuhren mit einem blinden Licht, was auch 20 Euro kostet.

Dann kommt eine Mutter auf die Polzisten zu: „Schön, dass sie hier mal kontrollieren. Das würde ich mir öfter wünschen. Vor allem wegen der autofahrenden Eltern, die hupen, wenn die Kinder nicht schnell genug über die Straße kommen oder der Rückstau zu lang ist“, so Charlott Henkel.

Von Jens Wegener

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