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Ohne Nachpflanzung keine Überlebenschance

Streuobstwiesen im Havelland Ohne Nachpflanzung keine Überlebenschance

Birnen, Äpfel oder Pflaumen – viele Obstsorten sind oder werden in den nächsten Wochen reif für die Ernte. Im Westhavelland gibt es auch noch einige weitere gut erhaltene und gepflegte Streuobstwiesen, zum Beispiel in Rathenow-West, Neuwerder und Kriele. Nun hat der Nabu-Regionalverband eine Bestandsaktualisierung vorgenommen.

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Blick auf eine Streuobstwiese bei Spaatz.

Quelle: Norbert Stein

Milow. Birnen, Äpfel oder Pflaumen – viele Obstsorten sind oder werden in den nächsten Wochen reif für die Ernte. Geerntet wird auch auf der Streuobstwiese an der Bergstraße in Milow. Dorthin lädt der Nabu-Regionalverband Westhavelland am Samstag, 19. September, zu seinem 7. Milower Apfeltag. Die Besucher können Apfelsaft verkosten und kaufen, auch eigen Apfelsorten von Fachleuten bestimmen lassen. Nabu-Mitglieder werden zudem bei Kaffee und Kuchen über ihre Arbeit auf der mehr als 8000 Quadratmeter großen Streuobstwiese berichten. 99 Bäume stehen dort.

Im Westhavelland gibt es auch noch einige weitere gut erhaltene und gepflegte Streuobstwiesen, zum Beispiel in Rathenow-West, Neuwerder und Kriele. Insgesamt ist die Situation aber anders. Viele der Wiesen haben mittlerweile große Lücken, weil Bäume altersbedingt abgängig sind und keine jungen Bäume nachgepflanzt wurden. Rund 80 Prozent der hiesigen Streuobstwiesen werden in zehn bis 20 Jahren nicht mehr existieren, erläutert René Riep, Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes Westhavelland, das Ergebnis aktueller Erhebungen.

Ersterfassung vor 20 Jahren

20 Jahre nach der Ersterfassung von Streuobstwiesen im Altkreis Rathenow (Kernzone Naturpark Westhavelland) hat der Nabu-Regionalverband eine Bestandsaktualisierung vorgenommen. 1994/95 wurden insgesamt 170 Flächen mit Obstbäumen begutachtet. Von diesen Flächen wurden damals 55 als Streuobstwiesen ausgewiesen, erläutert Riep das Ergebnis der Arbeit vor 20 Jahren. Nabu-Mitglieder haben nun jede einzelne Wiese begangen, fotografiert und die Bäume nach der alten Erfassung im Abgleich mit aktuellen Luftbildaufnahmen bestimmt und in den Bestandsunterlagen festgehalten. Luftbilder, topographische Karten und Zeichnungen geben nun einen aktuellen Überblick zum Baumbestand auf den Einzelstandorten.

Meiste Wiesen auf privatem Grund

Ohne Nachpflanzung von Bäumen wird in 80 Jahren keine der für die Naturvielfalt im Westhavelland wichtigen 55 Streuobstwiesen mehr bestehen, zieht Riep als Fazit aus der erfolgten Bestandsaktualisierung. Die Eigentümer seien jedoch nicht verpflichtet neue Bäume zu pflanzen, erläutert der Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes verbunden mit einem Appell an ihre Freiwilligkeit zum Erhalt der Streuobstwiesen. Riep verweist in diesem Zusammenhang auf Mostereien in denen Eigentümer aus Obst Most zum Eigenbedarf pressen lassen können. Die meisten Streuobstwiesen befinden sich auf privatem Grund und Boden. Auf immerhin acht Wiesen wurden in jüngerer Vergangenheit Obstbäume gepflanzt.

Von Norbert Stein

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