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Havelland Oldtimertreffen mit Schlammschlacht
Lokales Havelland Oldtimertreffen mit Schlammschlacht
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19:15 03.10.2016
Für Dennis Freitag aus Leegebruch (Buggy-Clique) kann es nie genug Matsch beim Buggyfahren sein. Quelle: Ulrike Gawande
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Friesack

Nach wochenlanger Trockenheit regnete es am Sonnabend endlich einmal wieder. Aber nicht genug für den Offroadparcours auf dem Acker. Hier half die Feuerwehr mit ordentlich Wasser nach, das in eine Senke gefüllt wurde, damit der Matscheffekt für die hindurchfahrenden, meist selbstgebauten Buggys und Geländewagen noch einmal ordentlich verstärkt wurde. Womit das Ganze zu einer Schlammschlacht wurde, bei dem nicht nur die Zuschauer bei allzu großer Neugier eine Matschdusche bekamen, sondern auch manch Fahrzeug erst mit Unterstützung wieder aus dem Schlammloch befreit werden konnte.

So wurde das erste Oldtimertreffen, zu dem am Wochenende zahlreiche Besucher, auch aus Sachsen-Anhalt und Mecklenburg, nach Friesack gekommen waren, für einige zu einer matschigen Angelegenheit. Bei der die Faszination für das Gesehene siegte. „Das ist doch mal eine schöne Abwechslung, zuzugucken, wenn Erwachsene wilde Sau spielen“, amüsiert sich Gero Hackbarth. Der Friesacker Senior verrät, dass er als junger Mann auch oft mit dem Motorrad querfeldein gefahren sei. Gerne auch freihändig. Sehr zum Missfallen der Polizei, die damals drohte, als Strafe den Lenker abzuschrauben.

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Nach dem Treckertreffen gibt es nun auch ein Oldtimertreffen in der Fliederstadt Friesack. Mit Rummel und Ackerrennen.

„Das Treffen ist eine tolle Möglichkeit für die Bürger, sich zu treffen, sich mal wieder in die Augen zu gucken und ins Gespräch zu kommen“, lobt der Bürgermeister der Fliederstadt Friesack, Klaus Gottschalk, die Initiative von Tobias Wollenberg und dessen zwanzigköpfigem Team. „Die Stadt könnte sich so etwas nicht leisten.“ Ihn ärgere, dass es hier in der strukturschwachen Region keinerlei staatliche Unterstützung für derartige Events gäbe. „Stattdessen wird die Kulturstiftung des Landes finanziert, während hier nichts ankommt und die Kultur eingeht“, empört sich das Stadtoberhaupt, klopft den Organisatoren Wollenberg und Kristian Wendland auf die Schulter und bedankt sich.

Denn auch das jährliche Fliederfest, bei dem es seit 2016 wieder eine gewählte Fliederkönigin gibt, das sommerliche Frierock-Festival und das Treckertreffen im Frühjahr liegen in den Händen von Wollenberg, Wendland und Co. Trotz des regnerischen Wetters ist man mit dem Besucherzuspruch zufrieden. „Unsere Wunschzahl wären zwar 2000 Gäste, aber zur Zeit sieht alles nach einer Wiederholung des Oldtimertreffens aus“, so Kristian Wendland. Sie seien auf dem Dorf eben alle mit Traktoren großgeworden. Und manch Einwohner eben auch alt. „Jedes Fahrzeug hat eine Geschichte zu erzählen“, ist sich Wollenberg sicher. Ihn freue es zu sehen, wenn Rentner aufleben, wenn sie ihre Fahrzeuge zeigen und über vergangene Zeiten plaudern, so Wollenberg. Auch er ist auf den Geschmack gekommen: Derzeit arbeitet der Friesacker einen alten Traktor auf, den er auf dem nächsten Treckertreffen präsentieren will.„Vermutlich hatte ich als Kind zu wenig Maschinen, darum hole ich sie mir jetzt auf den Platz.“

Weit über 100 Anmeldungen für Oldtimer gab es für das Treffen. Darunter auch ein Robur Bus LD 300 in himmelblau aus dem Havelland. Moderator Dieter Eckert, Bäckermeister und Oldtimer-und Traktorfachmann aus Spornitz in Mecklenburg, kann zu jedem Fahrzeug eine Geschichte erzählen. Gebannt folgen die Zuschauer seinen Worten und erfahren so, dass die Bezeichnung ZT für Zug-Traktor steht, dass die ZT-Schlepper von einem Ingenieur namens Blumenthal entwickelt und im Traktorenwerk in Schönebeck (Elbe) hergestellt wurden. Eckert verrät auch, dass der vierzylindrige IFA ZT 300 aus den 60er Jahren in blau-weiß lackiert wurde, weil es damals in der DDR keine anderen Farbpigmente gegeben habe. „Es war der am Besten entwickelte Traktor in dieser Zeit, deutlich leistungsstärker als der weit verbreitete Famulus mit nur zwei Zylindern.“ Applaus belohnt die Halter der gepflegten Oldtimer.

Von Ulrike Gawande

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